Athen – Direkt neben dem Akropolismuseum steht eine historische Stadtvilla aus dem Jahr 1923 zum Verkauf. Für das 465 Quadratmeter große Gebäude im Viertel Makrygianni werden derzeit 9,8 Millionen Euro verlangt. Damit liegt der Angebotspreis drei Millionen Euro unter dem Wert, zu dem die Immobilie 2024 auf dem internationalen Luxusimmobilienmarkt angeboten wurde.
Das 103 Jahre alte Anwesen gehört zu den erhaltenen Zeugnissen der Athener Wohnarchitektur des frühen 20. Jahrhunderts in unmittelbarer Nähe der Akropolis. Seine Lage zwischen historischen Straßenzügen und dem modernen Museumsgebäude macht das Objekt ungewöhnlich: Von den Fenstern und Balkonen blickt man auf das Museum, während die Dachterrasse Ausblicke auf den Parthenon, den Lykabettus und den Philopappos-Hügel bietet.
Ein Stadthaus von 1923 am Akropolismuseum
Erbaut wurde die Immobilie auf einem rund 193,6 Quadratmeter großen Grundstück im Viertel Makrygianni, südlich der Akropolis. Damals prägten herrschaftliche Wohnhäuser, kleinere Stadthäuser und Bauten aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert das Gebiet um die heutige Dionysiou-Areopagitou-Straße. Die Villa entstand somit lange vor dem Neubau des Akropolismuseums, der das Stadtbild grundlegend veränderte.
In den verfügbaren Immobilienbeschreibungen wird die ursprüngliche Nutzung teils als Familienwohnsitz, teils als Haus mit drei eigenständigen Wohnungen dargestellt. Wer das Gebäude einst in Auftrag gab und welcher Architekt es entwarf, ist den veröffentlichten Angaben zufolge nicht geklärt. Die baulichen Merkmale entsprechen jedoch dem gehobenen Athener Wohnungsbau jener Zeit: hohe Räume, große Fensteröffnungen und hölzerne Treppenanlagen.
Mit dem Bau des neuen Akropolismuseums änderte sich die Umgebung erheblich. Das historische Haus befindet sich heute inmitten beziehungsweise unmittelbar neben den gestalteten Grün- und Gartenbereichen des Museumsumfelds. Die beiden Nachbarbauten stehen für unterschiedliche Epochen: das Wohnhaus für die Architektur der Zwischenkriegszeit, das Museum für zeitgenössische Architektur mit großflächigen Glasfassaden.
465 Quadratmeter und drei eigenständige Wohnungen
Das Gebäude erstreckt sich über vier Ebenen und umfasst eine Gesamtfläche von 465 Quadratmetern. Detailliertere Maklerunterlagen beschreiben drei getrennt zugängliche Wohneinheiten mit Flächen von ungefähr 150, 180 und 60 Quadratmetern. Daneben werden Abstellräume und eine separate Personalwohnung genannt. Die größeren Einheiten verfügen demnach über Wohn- und Essbereiche, Küchen und Schlafzimmer mit eigenen Badezimmern.
Zu den besonderen Ausstattungsmerkmalen zählt eine rund 108 Quadratmeter große Dachterrasse. Von dort sollen die Akropolis mit dem Parthenon, der Lykabettus und der Philopappos-Hügel zu sehen sein. Gerade diese Aussicht in Verbindung mit der unmittelbaren Nähe zum Museum spielt in der Vermarktung der Immobilie eine zentrale Rolle.
Bei früheren Sanierungen blieben nach den veröffentlichten Objektbeschreibungen mehrere historische Elemente erhalten, darunter alte Terrazzoböden, Holztreppen und hohe Decken. Insbesondere die Terrazzo- beziehungsweise Mosaikböden sollen noch aus der Bauzeit stammen und damit ungefähr ein Jahrhundert alt sein.
Renovierungen in den Jahren 1980, 1985 und 2021
Das Haus wurde im Laufe seiner Geschichte mehrfach überarbeitet. Nach Informationen von Engel & Völkers, über die auch das internationale Immobilienmagazin „Mansion Global“ berichtete, fanden Renovierungen 1980, 1985 und zuletzt 2021 statt. Die Arbeiten dienten der Erhaltung historischer Details und der Anpassung an heutige Wohnbedürfnisse.
Trotz dieser Eingriffe blieb der Wohncharakter des Anwesens bestehen. Die Kombination aus mehreren getrennten Einheiten, historischer Innenausstattung und einer großen Dachterrasse unterscheidet das Objekt von vielen neueren Luxuswohnungen im Athener Zentrum.
Angebotspreis um rund 23,4 Prozent gesunken
International wurde die Immobilie unter verschiedenen Verkaufsnamen angeboten. Greece Sotheby’s International Realty vermarktete sie als „Elysian View“, während sie bei Engel & Völkers als „The Trophy Estate“ geführt wird. Dabei handelt es sich um Vermarktungsbezeichnungen, nicht um nachgewiesene historische Namen des Hauses.
Im Jahr 2024 lag der geforderte Preis bei 12,8 Millionen Euro. In dem beschriebenen aktuellen Angebot von Engel & Völkers werden nun 9,8 Millionen Euro genannt. Das bedeutet einen Rückgang der Preisvorstellung um drei Millionen Euro beziehungsweise rund 23,4 Prozent. Aus dieser Differenz lässt sich allerdings weder ein tatsächlich erzielter Verkaufspreis noch eine entsprechende allgemeine Preisentwicklung auf dem Athener Immobilienmarkt ableiten.
Die Lage direkt am Akropolismuseum und die geringe Zahl vergleichbarer historischer Wohngebäude in dieser Umgebung bilden die wichtigsten Verkaufsargumente. Ob und zu welchem Preis die denkmalnahe Stadtvilla letztlich einen Käufer findet, bleibt offen.