Griechenland – Hohe Energiepreise setzen die Menschen in Griechenland nach eigenen Angaben deutlich stärker unter finanziellen Druck als im EU-Durchschnitt. 79 Prozent der Befragten sagen, ihre finanziellen Möglichkeiten hätten sich im vergangenen Jahr wegen der Energiekosten erheblich verschlechtert. EU-weit sind es 60 Prozent. Auch die Mobilität verändert sich: 74 Prozent in Griechenland berichten von Anpassungen bei ihren Autofahrten – der höchste Wert in der EU.
Die Zahlen stammen aus einer Klimaumfrage der Europäischen Investitionsbank (EIB), die in Zusammenarbeit mit Ipsos durchgeführt wurde. Sie zeigen, wie Haushalte auf die anhaltend hohen Kosten reagieren: nicht nur mit weniger Freizeitfahrten, sondern auch mit Einschnitten bei alltäglichen Ausgaben und beim Heizen.
Lebensmittel, Gesundheit und Heizung: Viele sparen bei Grundbedürfnissen
Mehr als die Hälfte der in Griechenland Befragten, 52 Prozent, gibt an, im vergangenen Jahr ihre täglichen Ausgaben für Lebensmittel oder Gesundheit eingeschränkt zu haben. Der Vergleichswert für die EU liegt bei 38 Prozent. Damit berichten in Griechenland erheblich mehr Menschen von solchen Einschnitten.
Auch beim Heizen wird gespart. 41 Prozent der Befragten in Griechenland erklären, ihre Heizungsnutzung reduziert zu haben; EU-weit sind es 34 Prozent. Die Angaben beschreiben das Verhalten der Befragten und sind keine Messung des tatsächlichen Energieverbrauchs.
Besonders deutlich ist der Unterschied bei finanziellen Notmaßnahmen. 33 Prozent in Griechenland sagen, sie hätten sich wegen der hohen Kosten verschuldet, finanzielle Hilfe erbeten oder eine Stromrechnung nicht pünktlich beglichen. Im EU-Durchschnitt liegt dieser Anteil bei 16 Prozent. Griechenland weist bei dieser Frage den höchsten Wert innerhalb der Union auf.
Autofahrten werden für viele zur Kostenfrage
Die Treibstoffkosten beeinflussen auch alltägliche Wege. Insgesamt 74 Prozent der in Griechenland Befragten berichten, dass sie ihre Fahrgewohnheiten mit dem Auto verändert haben. Diese Zahl umfasst unterschiedliche Anpassungen und bedeutet nicht, dass alle Betroffenen grundsätzlich weniger Auto fahren.
45 Prozent haben Autofahrten für notwendige Erledigungen eingeschränkt. Dazu gehören Einkäufe, Arzttermine und Wege zu Behörden. Im EU-Durchschnitt liegt der entsprechende Anteil bei 31 Prozent. Die Einschnitte betreffen damit nicht allein Ausflüge oder Urlaubsreisen, sondern auch regelmäßige Erledigungen.
Auf Wochenendausflüge, Urlaube oder Besuche bei Angehörigen und Freunden haben nach eigenen Angaben 33 Prozent wegen der hohen Kraftstoffpreise verzichtet; EU-weit sind es 30 Prozent.
Langsamer fahren, Fahrgemeinschaften bilden, umsteigen
Andere versuchen, die Kosten pro Fahrt zu senken. Ein Viertel der Befragten in Griechenland, 25 Prozent, fährt nach eigenen Angaben inzwischen langsamer, um Kraftstoff zu sparen. EU-weit berichten 22 Prozent von diesem Verhalten.
Zudem geben 31 Prozent in Griechenland an, häufiger mit anderen Personen im Auto mitzufahren und die Kosten zu teilen oder stattdessen öffentliche Verkehrsmittel beziehungsweise das Fahrrad zu nutzen. Der EU-Durchschnitt beträgt hier 22 Prozent. Auch dieser Wert zeigt, dass sich viele Menschen nicht nur bei ihren Einkäufen, sondern ebenso bei der Organisation ihrer Mobilität an die Kosten anpassen.
Mit Informationen von: Europäische Investitionsbank (EIB), Ipsos.