Heraklion – Im Universitätsklinikum PAGNI auf Kreta ist ein Röntgendurchleuchtungsgerät nach Angaben von Beschäftigten seit Ende Juli außer Betrieb. Dadurch können wichtige diagnostische Untersuchungen und Eingriffe dort nicht wie vorgesehen stattfinden. Für bestimmte Behandlungen müssen Patienten sowie Ärzte und Pflegekräfte inzwischen in das Venizeleio-Krankenhaus wechseln.
Besonders betroffen ist die sogenannte ERCP, ein endoskopisches Verfahren zur Untersuchung und Behandlung der Gallen- und Bauchspeicheldrüsengänge. Diese Eingriffe werden derzeit nur montags im Venizeleio-Krankenhaus durchgeführt. Dafür werden Patienten und medizinisches Personal aus dem PAGNI dorthin gebracht.
Wichtige Untersuchungen seit Monaten eingeschränkt
Mit dem defekten Gerät werden unter anderem Eingriffe vorgenommen, bei denen Steine aus dem Gallengang entfernt, ein durch einen Verschluss verursachter Ikterus behandelt oder Verengungen durch die Platzierung von Stents überbrückt werden. Das Verfahren kommt auch bei bestimmten Formen einer Pankreatitis und bei Verletzungen nach Operationen zum Einsatz.
Zu den weiteren Untersuchungen, für die das Gerät genutzt wird, gehören Kontrastmitteluntersuchungen des Dickdarms, Röntgenuntersuchungen der Speiseröhre und Untersuchungen von Gebärmutter und Eileitern. Solche Verfahren werden sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern eingesetzt.
Nach Darstellung der Beschäftigten ist das Durchleuchtungsgerät bereits früher mehrfach ausgefallen. Sie verlangen eine umgehende Reparatur sowie die unverzügliche Einleitung der Schritte, um es dauerhaft durch moderne Technik zu ersetzen.
Personalmangel belastet weitere Krankenhäuser auf Kreta
Die Probleme gehen nach Angaben von Arbeitnehmervertretern über den Geräteausfall hinaus. Dimitris Flytzanis, Vorsitzender der Beschäftigtenvertretung des Venizeleio-Krankenhauses, warnt vor erheblichen Personallücken in mehreren Kliniken auf Kreta.
Im Krankenhaus von Rethymno sei die Notaufnahme vollständig renoviert worden, allerdings fehle das erforderliche Personal. Auch am PAGNI forderten die Beschäftigten eine ausreichende Besetzung, damit die neue Notaufnahme sicher arbeiten könne. Im Krankenhaus von Agios Nikolaos drohe der Intensivstation nach seinen Angaben sogar die Einstellung des Betriebs.
Besonders angespannt sei die Lage in der Dialyseeinheit des Venizeleio-Krankenhauses: 87 Dialysepatienten werden dort von nur zwei Nephrologen versorgt, nachdem ein Arzt seine Stelle aufgegeben hat. Flytzanis wirft der siebten Gesundheitsregion und der Krankenhausleitung vor, von der bevorstehenden Kündigung gewusst zu haben, ohne Abhilfe zu schaffen. Die Warnungen seien schriftlich und konkret gewesen.
Die Engpässe seien seit Jahren bekannt, betont der Gewerkschaftsvertreter. Er verweist auf Kündigungen, erschöpfende Bereitschaftsdienste und Tausende ausstehende Ruhe- und Urlaubstage. Der Betrieb der Krankenhäuser dürfe nicht davon abhängen, wie lange die Beschäftigten die Belastung noch aushielten. Flytzanis sieht darin ein strukturelles und politisches Problem.