Griechenland – Die Bevölkerung des Landes könnte bis 2080 von 10,4 auf nur noch 7,6 Millionen Menschen schrumpfen. Das geht aus den langfristigen Projektionen des „Ageing Report 2027“ der Europäischen Kommission hervor. Gleichzeitig dürfte der Anteil älterer Menschen deutlich steigen – obwohl für Griechenland eine leichte Erholung der Geburtenrate erwartet wird.
Die Prognose beschreibt einen Rückgang um 2,8 Millionen Einwohner zwischen 2025 und 2080. Bis 2030 wird mit 10,2 Millionen Menschen gerechnet, für 2050 mit 9,2 Millionen. Danach setzt sich die Abnahme den Projektionen zufolge fort.
So könnte sich Griechenlands Bevölkerung bis 2080 verändern
Die Berechnungen der EU-Kommission zeigen nicht nur die erwartete Einwohnerzahl, sondern auch eine deutliche Verschiebung der Altersstruktur. Besonders stark wächst der Anteil der Menschen ab 80 Jahren.
| Jahr | Bevölkerung | Ab 65 Jahren | Ab 80 Jahren |
|---|---|---|---|
| 2025 | 10,4 Mio. | 23,9 % | 7,2 % |
| 2030 | 10,2 Mio. | 25,9 % | 7,9 % |
| 2040 | 9,7 Mio. | 31,1 % | 10,2 % |
| 2050 | 9,2 Mio. | 34,9 % | 13,0 % |
| 2060 | 8,6 Mio. | 34,7 % | 15,7 % |
| 2070 | 8,0 Mio. | 34,0 % | 15,8 % |
| 2080 | 7,6 Mio. | 34,6 % | 14,9 % |
Während 2025 knapp jeder Vierte in Griechenland mindestens 65 Jahre alt war, soll diese Altersgruppe 2050 einen Anteil von 34,9 Prozent erreichen. Für 2080 werden 34,6 Prozent erwartet. Der Anteil der mindestens 80-Jährigen steigt der Prognose zufolge von 7,2 Prozent 2025 auf 14,9 Prozent 2080 – mehr als eine Verdoppelung ihres Anteils an der Bevölkerung. Zwischenzeitlich könnte er 2070 sogar 15,8 Prozent erreichen.
Geburtenrate steigt laut Prognose – die Einwohnerzahl sinkt dennoch
Für Griechenland geht die Kommission zugleich von einer allmählichen Erholung der Fertilitätsrate aus. Die durchschnittliche Kinderzahl je Frau soll von 1,20 im Jahr 2025 auf 1,45 im Jahr 2080 steigen. Die langfristige Bevölkerungsprojektion zeigt dennoch für jeden ausgewiesenen Zeitraum einen Rückgang der Einwohnerzahl.
Auch für die gesamte Europäische Union erwartet der Bericht eine moderat steigende Fertilitätsrate: Nach dem historischen Tief von 1,3 Lebendgeburten je Frau 2024 soll der Wert bis 2080 auf 1,5 zulegen. In den einzelnen Mitgliedstaaten werden dann Werte zwischen 1,3 und 1,7 prognostiziert. Damit blieben alle Länder unter dem für die natürliche Bestandserhaltung angesetzten Niveau von etwa 2,1 Kindern je Frau. Die Kommission beschreibt diese Entwicklung als langfristige Annäherung an die Mitgliedstaaten mit günstigeren Fertilitätstrends.
EU-Bevölkerung soll nach einem kurzen Anstieg zurückgehen
Für die Europäische Union insgesamt rechnet die Kommission zunächst mit einem leichten Bevölkerungsanstieg von 452 Millionen Menschen im Jahr 2025 auf 453 Millionen 2029. Danach soll die Einwohnerzahl bis 2080 auf 414 Millionen fallen. Das entspricht laut Bericht einem Minus von rund acht Prozent gegenüber 2025.
Die Entwicklung verläuft nicht überall gleich: In zehn Mitgliedstaaten könnte die Bevölkerung 2080 über ihrem heutigen Niveau liegen. Doch auch dort erwartet die Kommission eine Verschiebung der Altersstruktur hin zu älteren Jahrgängen. EU-weit sollen die älteren Altersgruppen größer und die jüngeren kleiner werden.
Der Anteil der Menschen ab 65 Jahren steigt in den EU-Projektionen von 22 auf 33 Prozent bis 2080. Bei den mindestens 80-Jährigen wird ein Anstieg von sechs auf 14 Prozent erwartet. Dagegen sinkt der Anteil der 20- bis 64-Jährigen in sämtlichen Mitgliedstaaten; für die EU insgesamt von 58 auf 51 Prozent. Das Medianalter soll von 45 auf 51 Jahre steigen.
Höhere Lebenserwartung in ganz Europa erwartet
Die Kommission erwartet außerdem, dass die Lebenserwartung bei Geburt in der EU weiter zunimmt. Bei Männern steigt sie in den Projektionen von 79 Jahren im Jahr 2025 auf 86 Jahre 2080. Bei Frauen wird ein Anstieg von 84 auf 90 Jahre prognostiziert. Der Abstand zwischen den Geschlechtern würde sich damit verringern.
Für Menschen, die bereits 65 Jahre alt sind, wird bei Männern und Frauen jeweils eine Zunahme der weiteren Lebenserwartung um rund fünf Jahre angenommen. Den Modellrechnungen liegt laut Bericht die Annahme zugrunde, dass sich die Unterschiede in der Langlebigkeit zwischen den Mitgliedstaaten teilweise angleichen.
Mit Informationen von: Europäische Kommission.