Griechenland – Der Paketdienstleister BOX NOW will sein Netz in fünf Ländern bis 2027 auf 650.000 Paketfächer ausbauen und einen Konzernumsatz von 150 Millionen Euro erzielen. Allein in Griechenland sind 400.000 Fächer geplant. Das Unternehmen hält an seinen Wachstumszielen fest, obwohl Sendungen von asiatischen Onlineplattformen laut Management deutlich zurückgegangen sind.
Nach Angaben von Konzernchef D. Andriotis soll der Umsatz in Griechenland 2026 mehr als 45 Millionen Euro erreichen, nach rund 35 Millionen Euro im Vorjahr. Für die gesamte Gruppe werden im laufenden Jahr etwa 100 Millionen Euro erwartet. Der Plan für 2027 entspricht damit auf Konzernebene einem Umsatzwachstum von 50 Prozent.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Das griechische Netz soll von derzeit rund 270.000 auf 400.000 Paketfächer bis Ende 2027 wachsen.
- Ein automatisiertes Sortierzentrum in Aspropyrgos mit 12.000 Quadratmetern Fläche ist für März 2027 geplant.
- Die Sendungsmengen asiatischer Plattformen sind laut BOX NOW um etwa 50 Prozent gesunken; die Prognose für 2027 bleibt dennoch bestehen.
Griechenland bleibt die größte Markt- und Steuerungszentrale
Griechenland ist der größte Markt von BOX NOW und zugleich das administrative und operative Zentrum des Konzerns. Von Athen aus werden IT, Vertrieb, Marketing und Logistik für sämtliche Ländergesellschaften koordiniert. Die zentrale Mannschaft besteht derzeit aus etwa 25 Beschäftigten und soll 2027 auf 35 wachsen.
In Griechenland betreibt BOX NOW nach Unternehmensangaben derzeit etwa 270.000 Paketfächer an 2.500 Standorten. Bis Ende 2026 sollen es 300.000 werden. Der ursprüngliche Plan sah für 2027 weitere 50.000 Fächer vor, doch wegen der höheren Nachfrage hat das Unternehmen den Zielwert auf 400.000 angehoben.
Dabei gehe es nicht nur um die Zahl der Fächer, sondern auch um geeignetere Standorte, erläuterte der Griechenland-Chef L. Papadimitriou. Die sogenannten Locker-Stores, von denen es inzwischen rund 500 gibt, gewinnen nach Angaben des Unternehmens ebenfalls an Bedeutung. Eine Ausweitung auf weitere Inselgebiete ist vorgesehen, wobei Nachfrage und örtliche Bedingungen berücksichtigt werden sollen.
Das Netz erreicht laut BOX NOW bereits 92 Prozent der Bevölkerung. Die durchschnittliche Entfernung zum nächsten Paketautomaten soll bis 2027 von etwa 700 auf weniger als 500 Meter sinken. Die Zielsetzung richtet sich damit neben der reinen Kapazitätssteigerung auch auf die Erreichbarkeit im Alltag.
40 Millionen Pakete in Griechenland und neue Sortiertechnik
Für 2026 rechnet BOX NOW in Griechenland mit rund 40 Millionen bearbeiteten Paketen. Konzernweit werden etwa 65 Millionen Sendungen erwartet. Der Dienstleister arbeitet in Griechenland mit mehr als 8.000 Onlineshops zusammen. Bei den kooperierenden Händlern wickelt BOX NOW nach eigenen Angaben zwischen 40 und 60 Prozent ihrer jeweiligen Sendungen ab. Das ist kein Marktanteil am gesamten griechischen Paketgeschäft, sondern bezieht sich ausschließlich auf diese Partnerschaften.
Ein wesentlicher Teil der Investitionen fließt in die Sortierinfrastruktur. Im westlich von Athen gelegenen Aspropyrgos soll im März 2027 ein neues automatisiertes Logistikzentrum mit 12.000 Quadratmetern Fläche eröffnet werden. Die geplante Anlage soll etwa 10.000 Pakete pro Stunde sortieren können und den Bedarf an manuellen Arbeitsschritten verringern.
Der technische Ausbau ist zugleich Teil der Bemühungen um einen zuverlässigeren Service. Nachdem zuvor Fälle beschädigter Pakete registriert worden waren, hat die Firma nach eigenen Angaben Schulungen und Personalkontrollen verstärkt. Hinzu kommen Systeme zur detaillierten Rückverfolgung und Dokumentation der Zustellungen sowie technische Einrichtungen, die die manuelle Bearbeitung begrenzen sollen.
650.000 Paketfächer in fünf Ländern – keine neue Markteinführung 2027
Neben Griechenland ist BOX NOW in Zypern, Kroatien, Bulgarien und Slowenien tätig. Der jüngste Markteintritt erfolgte im Mai 2026 in Slowenien. Für alle fünf Länder zusammen peilt der Konzern 650.000 Paketfächer an. Trotz der Prüfung weiterer Märkte in der Region ist für 2027 kein Eintritt in ein zusätzliches Land vorgesehen. Vorrang hat der Ausbau der bestehenden Aktivitäten.
Auch die Paketmenge soll wachsen: Der Geschäftsplan sieht nach rund 65 Millionen Sendungen 2026 einen Anstieg auf 100 Millionen Pakete im Jahr 2027 vor. Das Umsatzniveau soll im selben Zeitraum von voraussichtlich 100 Millionen auf 150 Millionen Euro steigen.
Für 2027 ist ein Investitionsbudget von 18 Millionen Euro vorgesehen. Mehr als die Hälfte soll in Griechenland eingesetzt werden, insbesondere für zusätzliche Paketfächer, Automatisierung und Logistikstandorte. Die Gruppe will das Programm aus eigenen Mitteln finanzieren. Geplant ist organisches Wachstum; Übernahmen gehören nicht zu diesem Budget.
Über grenzüberschreitende Angebote können angeschlossene Onlineshops laut BOX NOW außerdem Sendungen in rund 28 europäische Länder abwickeln. Insgesamt arbeitet der Konzern mit mehr als 12.000 aktiven E-Commerce-Händlern zusammen.
Rückgang asiatischer Sendungen belastete das Geschäft zunächst
Eine Herausforderung bleibt das geringere Paketaufkommen aus asiatischen Handelsplattformen. Im Zusammenhang mit Änderungen bei der Einfuhr kleiner Sendungen aus Drittstaaten seien die Mengen dieser Plattformen nach Darstellung der Unternehmensführung um etwa 50 Prozent zurückgegangen. Ein ähnlicher Trend sei auch in weiteren europäischen Märkten zu beobachten.
Für BOX NOW selbst habe sich in den ersten Monaten nach Inkrafttreten der neuen Maßnahmen zunächst eine negative Auswirkung auf die Geschäftstätigkeit von annähernd zehn Prozent gezeigt. Diese Zahl beschreibt nach den vorliegenden Aussagen nicht den Rückgang aller Sendungen des Unternehmens und ist daher nicht mit dem Minus von 50 Prozent bei den asiatischen Plattformen gleichzusetzen.
Inzwischen habe BOX NOW einen erheblichen Teil des Rückgangs durch zusätzliche Kooperationen mit Onlineshops und steigende Volumina bestehender Kunden ausgeglichen. Das Management verweist dabei auf die breite Basis von über 12.000 aktiven Händlerpartnern, durch die das Geschäft weniger von einzelnen Plattformen abhängig sei.
Die veränderten Sendungsmengen aus Asien seien bereits in die Prognosen für 2027 eingeflossen, betonte die Unternehmensführung. Am Ziel von 100 Millionen Paketen für das kommende Jahr hält BOX NOW deshalb fest.