Griechenland – Die demografische Talfahrt in Griechenland setzt sich ungebremst fort. Im Jahr 2025 ist die Zahl der Neugeborenen im Land um 4,2 Prozent gesunken. Wie die nationale Statistikbehörde ELSTAT mitteilte, verzeichneten zwölf der 13 griechischen Regionen ein deutliches Minus bei den Geburten – mit der Insel Kreta als landesweit einziger Ausnahme.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Im Jahr 2025 gab es in Griechenland 65.594 Lebendgeburten, was einem Minus von 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.
- Die Insel Kreta ist die einzige von 13 griechischen Regionen, die einen leichten Geburtenzuwachs meldete.
- Die Mutterschaft verschiebt sich zunehmend nach hinten: Geburten bei Frauen über 40 Jahren nehmen spürbar zu.
Deutlicher Rückgang auf dem Festland
Nach den neuesten Daten der Statistikbehörde kamen im vergangenen Jahr landesweit insgesamt 65.594 Kinder (33.620 Jungen und 31.974 Mädchen) lebend zur Welt. Im Vorjahr 2024 lag dieser Wert noch bei 68.467. Dies entspricht einem Rückgang von 2.873 Geburten. Parallel dazu sank auch die Zahl der Totgeburten um 7,5 Prozent auf 420 Fälle.
Die regionale Verteilung verdeutlicht die flächendeckende Entwicklung: Die bevölkerungsreichste Region Attika mit der Hauptstadt Athen meldete mit 1.007 Geburten weniger den stärksten absoluten Einbruch. Es folgten die Region Zentralmazedonien (minus 656) und die Peloponnes (minus 273). Die einzige Abweichung von diesem nationalen Trend bildet die Insel Kreta, wo die Statistiker ein Plus von 129 Geburten registrierten. Betrachtet man die einzelnen Monate, gab es die stärksten prozentualen Einbrüche im November (minus 10,4 Prozent) und Januar (minus 10 Prozent). Die deutlichsten Zuwächse zeigten sich hingegen im September und Mai.
Der Trend zur späten Mutterschaft
Ein zentraler Aspekt der ELSTAT-Daten ist die fortschreitende Verschiebung der Familiengründung in höhere Altersgruppen. Vergleicht man die Zahlen von 2025 mit jenen aus dem Jahr 2015, zeigt sich ein massiver Einbruch bei jüngeren Müttern. Die Zahl der Geburten bei Frauen im Alter zwischen 30 und 34 Jahren sank um 12.356. Auch bei den 25- bis 29-Jährigen gab es einen Rückgang von 7.922 Geburten.
Demgegenüber steht ein spürbarer Anstieg bei älteren Frauen: In der Altersgruppe der 40- bis 44-Jährigen wurden 1.031 zusätzliche Geburten erfasst, bei den 45- bis 49-Jährigen waren es 445 mehr als zehn Jahre zuvor. Im Vergleich zum Jahr 2005 fällt dieser Kontrast noch drastischer aus, was den tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel unterstreicht.
Ein Wandel vollzieht sich zudem bei der Staatsangehörigkeit. Das Verhältnis von Neugeborenen, deren Mütter die griechische Staatsangehörigkeit besitzen, zu Geburten von ausländischen Müttern lag im Jahr 2025 bei 8,9 zu 1. Im Jahr 2015 betrug dieser Wert noch 6,7 zu 1, im Jahr 2005 lag er bei 5,1 zu 1.