Griechenland – Die anhaltende Inflation und drastisch gestiegene Lebenshaltungskosten zwingen immer mehr Menschen in Griechenland dazu, ihre sommerlichen Reisepläne aufzugeben. Laut einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Alco, die im Hauptnachrichtenmagazin des Fernsehsenders Alpha präsentiert wurde, muss knapp die Hälfte der griechischen Bevölkerung im Jahr 2026 auf einen Urlaub verzichten. Die enormen Kosten für Unterkünfte und Fährtickets machen die klassischen Sommerferien im eigenen Land für viele Familien zunehmend unerschwinglich.
Das Wichtigste auf einen Blick
- 47 Prozent der befragten Griechen geben an, im Jahr 2026 keinen Urlaub zu machen.
- Für 76 Prozent der Daheimgebliebenen sind die hohen Übernachtungskosten das Haupthindernis.
- Fast jeder zweite Bürger schätzt seine persönliche finanzielle Situation schlechter ein als noch vor einem Jahr.
Steigende Preise verändern das Reiseverhalten
Der Anteil der Menschen, die eine Reise planen, ist im Vergleich zum Vorjahr messbar gesunken. Während 2025 noch 49 Prozent der Bürger einen Sommerurlaub antraten, planen für das Jahr 2026 nur noch 44 Prozent einen entsprechenden Aufenthalt. Im Gegenzug stieg der Anteil derjenigen, die definitiv zu Hause bleiben, von 43 auf nunmehr 47 Prozent.
Die Gründe für diesen Rückgang sind stark wirtschaftlicher Natur. Die Umfragedaten identifizieren die Übernachtungskosten als massivste Hürde: 76 Prozent der Befragten, die nicht verreisen, nennen die teuren Hotels und Ferienwohnungen als Hauptgrund. Zudem zwingen die allgemeinen Preissteigerungen 74 Prozent der Bürger dazu, andere alltägliche Bedürfnisse höher zu priorisieren. Auch die Transportkosten stellen ein erhebliches Problem dar, da 59 Prozent die hohen Ticketpreise, insbesondere für die Fähren zu den griechischen Inseln, als zu teuer empfinden. Die Verpflegungskosten am Urlaubsort schrecken weitere 49 Prozent von einer Reise ab.
Alternativen und finanzielle Einschränkungen
Diejenigen, die sich dennoch für einen Urlaub entscheiden, passen ihr Verhalten den wirtschaftlichen Gegebenheiten an. Mehr als ein Fünftel der Urlauber (21 Prozent) verkürzt die Reisedauer in diesem Jahr, während lediglich 15 Prozent längere Aufenthalte planen. Um die massiven Kosten für gewerbliche Unterkünfte zu umgehen, greift fast die Hälfte der Reisenden (46 Prozent) auf private Lösungen zurück und übernachtet in eigenen Ferienhäusern oder bei Verwandten.
Diese Entwicklung spiegelt die allgemeine wirtschaftliche Stimmung im Land wider. Die Auswertung von Alco belegt, dass 47 Prozent der Bürger ihre persönliche finanzielle Lage schlechter bewerten als noch im vergangenen Jahr. Das Lohn- und Rentenniveau kann offenbar nicht mit der aktuellen Preisentwicklung mithalten. Demgegenüber geben lediglich sieben Prozent der Befragten an, dass sich ihre wirtschaftliche Situation in den vergangenen zwölf Monaten verbessert habe.