Griechenland – Griechenlands Bevölkerung schrumpft in einem rasanten Tempo, das die demografische Landkarte des Landes nachhaltig verändert. Wie aus den neuesten Daten der Griechischen Statistikbehörde (ELSTAT) hervorgeht, verzeichnete das Land zwischen 2012 und 2025 insgesamt 562.344 mehr Todesfälle als Geburten. Diese sich verschärfende Krise verdeutlicht sich in einem massiven Geburtenrückgang von 34,6 Prozent innerhalb der letzten 14 Jahre, wobei die jüngsten Erhebungen für das Jahr 2025 historische Tiefstwerte markieren.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Innerhalb von 14 Jahren wurden in Griechenland 562.344 mehr Todesfälle als Geburten registriert.
- Im Jahr 2025 fiel die Zahl der Neugeborenen auf ein Rekordtief von lediglich 65.594.
- Der Geburtenrückgang hat sich beschleunigt: Allein von 2021 bis 2025 sank die Rate um 23 Prozent.
Einbruch der Geburtenrate um mehr als ein Drittel
Die offizielle Statistik belegt, dass die Zahl der Geburten in Griechenland seit über einem Jahrzehnt einem drastischen Abwärtstrend folgt. Während im Jahr 2012 – dem letzten Jahr, in dem die Marke von 100.000 überschritten wurde – noch 100.371 Neugeborene gemeldet wurden, fiel dieser Wert bis zum Jahr 2025 auf nur noch 65.594. Das entspricht einem Rückgang von 34.777 Geburten beziehungsweise 34,6 Prozent. Statistisch gesehen bedeutet dies, dass heute im Vergleich zu 2012 nur noch zwei statt drei Kinder geboren werden.
Mit Ausnahme der Jahre 2016, 2020 und 2021, in denen minimale Anstiege verzeichnet wurden, setzte sich der negative Trend ununterbrochen fort. Besonders besorgniserregend ist die Entwicklung der jüngsten Vergangenheit: Allein zwischen 2021 und 2025 stürzte die Zahl der Geburten von 85.346 auf 65.594 ab. Das bedeutet einen Verlust von fast 20.000 Neugeborenen in nur vier Jahren. Während die Geburtenrate zwischen 2012 und 2021 noch um rund 15 Prozent sank, beschleunigte sich der Rückgang im Zeitraum 2021 bis 2025 auf 23 Prozent.
Todesfälle übersteigen Geburten massiv
Parallel zu den sinkenden Geburtenzahlen verharrt die Sterblichkeit in Griechenland auf einem konstant hohen Niveau. Im Jahr 2025 registrierten die Behörden 121.566 Todesfälle. Bei lediglich 65.594 Geburten führte dies allein im vergangenen Jahr zu einem negativen natürlichen Bevölkerungssaldo von 55.972 Personen. Auf 100 Todesfälle kamen somit lediglich 54 Geburten.
Die Griechische Statistikbehörde (ELSTAT) weist darauf hin, dass sich die Zahl der Sterbefälle nach dem Höhepunkt der Corona-Pandemie zwar wieder den Werten der Vor-Krisen-Zeit angenähert hat. Das stetig wachsende demografische Defizit wird demnach nicht primär durch eine erhöhte Sterblichkeit getrieben, sondern durch den kontinuierlichen und sich beschleunigenden Einbruch bei den Neugeborenen.
Verlust entspricht drei griechischen Großstädten
Summiert man die Geburten- und Sterberaten der Jahre 2012 bis 2025, ergibt sich ein Bevölkerungsverlust von exakt 562.344 Menschen durch die natürliche Bevölkerungsentwicklung. Um diese Dimension greifbar zu machen: Dieser Verlust übersteigt die gemeinsame Einwohnerzahl von Patras, Heraklion und Larissa, drei der größten griechischen Provinzhauptstädte, deutlich.
Bereits im Jahr 2012 lag das demografische Defizit im Minusbereich, als die Todesfälle die Geburten um 16.297 Personen überstiegen. Bis zum Jahr 2025 hat sich diese Lücke mit 55.972 Personen mehr als verdreifacht. Die vorliegenden Daten verdeutlichen, dass das demografische Problem Griechenlands keine bloße Zukunftsprognose mehr darstellt, sondern eine bereits in vollem Gange befindliche Krise ist, welche die Größe, die Zusammensetzung und die Entwicklungsperspektiven der Bevölkerung tiefgreifend beeinflusst.