Griechenland – Der griechische Lebensmittelhandel verzeichnete in den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 ein deutliches Wachstum. Wie aus aktuellen Daten des Marktforschungsunternehmens Circana hervorgeht, stieg der Umsatz mit schnelldrehenden Konsumgütern (FMCG) um 6,4 Prozent auf einen Gesamtwert von 5,75 Milliarden Euro. Diese positive Entwicklung wird nicht durch drastische Preissteigerungen getrieben, sondern vor allem durch ein spürbar höheres Verkaufsvolumen und die anhaltend starke Nachfrage nach Eigenmarken.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Der Branchenumsatz der Supermärkte stieg 2026 auf 5,75 Milliarden Euro.
- Das Verkaufsvolumen wuchs um 3,9 Prozent bei einer marginalen durchschnittlichen Preissteigerung von 1,7 Prozent.
- Handelsmarken bauten ihren Marktanteil auf 27,4 Prozent des Gesamtkonsums aus.
Höheres Volumen statt starker Inflation
Im Gegensatz zu den Vorjahren basiert das aktuelle Branchenwachstum von 5,75 Milliarden Euro – verglichen mit 5,41 Milliarden Euro im gleichen Zeitraum 2025 – nicht auf massiven Preiserhöhungen. Der durchschnittliche Stückpreis stieg laut den Daten von Circana lediglich um 1,7 Prozent. Gleichzeitig kletterte das tatsächliche Verkaufsvolumen um 3,9 Prozent. Besonders deutliche Preisaufschläge gab es lediglich bei alkoholfreien Getränken mit 5,4 Prozent und bei Snacks mit 3,8 Prozent. In vielen anderen Lebensmittelkategorien blieben die Preise hingegen stabil oder sanken sogar minimal.
Umsatztreiber und Verlierer im Supermarkt
Ein wesentlicher Faktor für das Marktwachstum waren lose und abgewogene Produkte an den Frischetheken, die ein Umsatzplus von 8,8 Prozent verzeichneten und nun 23,3 Prozent des gesamten FMCG-Marktes ausmachen. Frische Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Gemüse und Geflügel zeigten hohe einstellige bis zweistellige Wachstumsraten. Standardisierte Barcode-Produkte wuchsen wertmäßig um 5,6 Prozent und im Volumen um 3,9 Prozent. Bei den spezifischen Produktkategorien gehörten Snacks (Plus 10,1 Prozent), Tiefkühlkost (Plus 8,8 Prozent) und Milchprodukte (Plus 8,5 Prozent) zu den Gewinnern. Lediglich alkoholische Getränke verzeichneten einen leichten Rückgang von 1,1 Prozent.
Kunden greifen zu Eigenmarken und Aktionen
Um die Kosten des wöchentlichen Einkaufs effizient zu steuern, weichen die Verbraucher in Griechenland zunehmend auf Handelsmarken aus. Der Marktanteil der Eigenmarken stieg auf 27,4 Prozent. Der Umsatz dieser Produkte wuchs um 6,3 Prozent und übertraf damit das Wachstum der klassischen Markenartikel, welches bei 5,4 Prozent lag. Die Supermarktketten reagieren auf den intensiven Wettbewerb mit verstärkten Werbeaktionen: 25,4 Prozent der Verkäufe wurden durch direkte Preisnachlässe erzielt, bei Lebensmitteln stieg die Aktionsquote sogar um 2,2 Prozentpunkte an.
Tourismus beflügelt Inseln und Kreta
Die regionale Auswertung unterstreicht den enormen Einfluss des Tourismus auf den lokalen Konsum. Die höchste Umsatzsteigerung verzeichnete Zentralgriechenland mit 6,7 Prozent, dicht gefolgt von den touristisch stark frequentierten Inseln mit 6,6 Prozent und Kreta mit 6,1 Prozent. In der Hauptstadtregion Attika, die 44 Prozent des gesamten griechischen Supermarkt-Marktes ausmacht, lag das Wachstum bei grundsoliden 5,2 Prozent, während Thessaloniki ein Plus von 5,5 Prozent verbuchte.