Griechenland – Die griechische nationale Gesundheitsbehörde (EODY) hat den landesweit ersten Fall einer Infektion mit dem West-Nil-Virus für die laufende Saison 2026 gemeldet. Wie die Behörde mitteilt, handelt es sich bei dem Patienten um eine Person über 60 Jahre, die im nördlichen Teil des Großraums Athen, konkret im Gemeindegebiet Agia Paraskevi, lebt oder sich dort aufgehalten hat. Die ersten Symptome einer Meningoenzephalitis (Hirn- und Hirnhautentzündung) traten bereits Ende Juni auf.
Seit 2010 verzeichnet Griechenland während der Sommer- und Herbstmonate regelmäßig Infektionen mit dem West-Nil-Virus. Das Auftreten neuer Fälle innerhalb der Übertragungsperiode wird von Gesundheitsexperten als erwartbare Entwicklung eingestuft. Bereits im Mai 2026 hatte EODY das medizinische Personal landesweit sensibilisiert und die Öffentlichkeit zu gezielten Präventionsmaßnahmen aufgerufen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Der erste gemeldete Patient des Jahres 2026 ist über 60 Jahre alt und stammt aus dem Norden Athens.
- Eine direkte Übertragung des West-Nil-Virus von Mensch zu Mensch ist laut EODY ausgeschlossen.
- Die Beseitigung stehender Gewässer auf Privatgrundstücken gilt als wichtigste Maßnahme zur Eindämmung.
Übertragungswege und gesundheitliche Risiken
Der Erreger wird primär durch den Stich gewöhnlicher Stechmücken auf den Menschen übertragen. Die Insekten infizieren sich zuvor an wildlebenden Vögeln, die als Hauptwirte des Virus fungieren. Ein infizierter Mensch stellt jedoch keine Gefahr für sein Umfeld dar, da das Virus nicht durch direkten Kontakt an andere Personen weitergegeben werden kann.
Der Krankheitsverlauf ist bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen unauffällig. Laut den Daten der Gesundheitsbehörde EODY entwickeln die meisten Infizierten keinerlei oder nur sehr milde Symptome. Lediglich bei einem Bruchteil von unter einem Prozent kommt es zu schwerwiegenden neurologischen Erkrankungen wie einer Enzephalitis oder Meningitis. Ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe und potenziell lebensbedrohliche Komplikationen besteht insbesondere für Personen über 50 Jahre, Menschen mit einem geschwächten Immunsystem sowie Patienten mit chronischen Vorerkrankungen.
Praktische Schutzmaßnahmen für den Alltag
Da sich die genaue Ausbreitung des Virus und die regionalen Infektionsschwerpunkte nicht vorhersagen lassen, rät EODY im gesamten Land zu konsequentem Mückenschutz. Zu den grundlegenden Empfehlungen gehören die Anwendung zugelassener Repellents für Körper und Räume, die Installation von Fliegengittern und Moskitonetzen sowie das Tragen langärmliger Kleidung. Auch der Einsatz von Klimaanlagen oder Ventilatoren kann Insekten fernhalten.
Ein entscheidender Faktor bei der Bekämpfung ist die Reduzierung von Brutstätten im direkten Wohnumfeld, in dem staatliche Stellen nicht eingreifen können. Jede Form von stehendem Wasser muss vermieden werden. Hausbesitzer und Mieter werden aufgefordert, Höfe, Gärten und Balkone regelmäßig zu kontrollieren. Behältnisse wie Eimer oder Blumentöpfe sollten umgedreht oder abgedeckt, das Wasser in Vogeltränken mindestens wöchentlich gewechselt werden. Zudem ist es notwendig, Regenrinnen und Abflüsse sauber zu halten sowie die Entlüftungsrohre von Sickergruben mit feinen Netzen abzusichern.