Athen – Die griechische Spielwarenkette Moustakas wächst weiter und steht mit einem Jahresumsatz von 98,27 Millionen Euro knapp vor der Marke von 100 Millionen Euro. Gleichzeitig treibt das Familienunternehmen seine Zusammenarbeit mit LEGO voran: Am 18. November 2026 soll in der Mitropoleos-Straße im Zentrum Athens der erste eigenständige LEGO Certified Store des von Moustakas entwickelten Filialnetzes eröffnen.
Bislang befinden sich die zertifizierten LEGO-Geschäfte des Unternehmens innerhalb von Einkaufszentren in Athen und Thessaloniki. Der geplante Standort in einer zentralen Einkaufsstraße ist daher ein neuer Schritt. Bemerkenswert ist auch die Konstellation mit dem dänischen Hersteller: LEGO hat 2025 eine eigene Tochtergesellschaft in Griechenland gegründet. Nach den vorliegenden Informationen soll die Zusammenarbeit mit Moustakas beim Ausbau der LEGO Certified Stores davon unberührt bleiben.
Umsatz steigt um 13,8 Prozent, Gewinn wächst noch schneller
Die im griechischen Unternehmensregister GEMI veröffentlichten Jahresabschlüsse der Georgios N. Moustakas AEBE zeigen für 2025 einen Umsatzanstieg von 86,35 auf 98,27 Millionen Euro. Das entspricht einem Wachstum von 13,8 Prozent. Gegenüber 2023, als die Erlöse 76,2 Millionen Euro betrugen, ergibt sich innerhalb von zwei Jahren ein Plus von rund 29 Prozent. Damit erreichte die Gesellschaft nach den Angaben des Berichts ihren bislang höchsten Umsatz.
Der Vorsteuergewinn erhöhte sich von 9,47 auf 11,41 Millionen Euro. Unter dem Strich blieben 8,89 Millionen Euro, nach 7,35 Millionen Euro im Jahr 2024 – ein Zuwachs von 20,9 Prozent. Das Unternehmen verbesserte damit die Profitabilität schneller, als der Umsatz stieg.
Auch die Margen legten zu: Die Bruttomarge kletterte von 42,67 auf 44,01 Prozent, die Nettomarge von 8,52 auf 9,05 Prozent. Die Zahlen zeigen, dass das zusätzliche Geschäftsvolumen von einer höheren Ertragskraft begleitet wurde.
Bankdarlehen vorzeitig zurückgezahlt
Zu den auffälligsten Entwicklungen der Bilanz zählt die vollständige Tilgung der Bankschulden. Im Dezember 2023 hatte Moustakas einen unbesicherten Kredit über 5 Millionen Euro bei der National Bank of Greece aufgenommen, im Juni 2024 folgte ein weiterer über 8,75 Millionen Euro. Die Verträge sahen eine Rückzahlung in 17 gleich hohen Raten vor. Die Unternehmensführung entschied sich jedoch für eine vorzeitige Ablösung.
Im Geschäftsjahr 2025 wurden Bankverbindlichkeiten von 13,66 Millionen Euro zurückgeführt. Zum Jahresende wies die Gesellschaft damit keine Bankkredite mehr aus. Gleichzeitig verfügte sie über liquide Mittel von 42,4 Millionen Euro, verglichen mit 50,17 Millionen Euro zum Jahresende 2024. Der Rückgang hängt unter anderem mit der Schuldentilgung zusammen. Der operative Cashflow blieb mit 6,42 Millionen Euro positiv.
Das Eigenkapital wuchs von 52,33 auf 60,62 Millionen Euro, die kumulierten Gewinne erreichten 57,91 Millionen Euro. Im Berichtsjahr wurden Dividenden in Höhe von 600.000 Euro ausgezahlt. Der Lagebericht erwähnt außerdem einen Vorschlag für eine weitere Gewinnausschüttung, ohne einen Betrag zu nennen.
Vom Kunststoffspielzeug aus Peristeri zum Filialnetz
Die Geschichte des Familienunternehmens reicht bis in die Spielzeugproduktion zurück. Georgios Moustakas, der Vater des heutigen Vorstandsvorsitzenden und Geschäftsführers Nikos Moustakas, stellte Kunststoffspielzeug her und führte damit eine Tätigkeit fort, die bereits in der vorangegangenen Generation begonnen hatte. Als sich Mitte der 1980er-Jahre die Bedingungen für die griechische Spielzeugproduktion änderten, verlagerte die Familie ihren Schwerpunkt auf den Einzelhandel. Ausgangspunkt war ein Geschäft im Athener Stadtteil Peristeri.
Nikos Moustakas ist mit dem Unternehmen aufgewachsen und beschreibt seine Führungsarbeit als eng mit dem Alltag in den Filialen verbunden. In einem Interview mit Business Stories im Januar 2025 sprach er über Besuche in den Geschäften, den Kontakt zu Kundinnen und Kunden und Reisen zu internationalen Spielwarenmessen, auf denen er Trends verfolgt und Produkte auswählt. Auch die genaue Gestaltung der Verkaufsflächen sei wichtig – eine Haltung, die nach seiner Darstellung zur detailorientierten Zusammenarbeit mit LEGO passt.
Das Unternehmen setzt weiterhin auf Spielwaren statt auf eine breite Expansion in fachfremde Sortimente. Große Geschäfte, ein umfangreiches Angebot und ein Einkaufserlebnis für Familien gehören zur Strategie. Ein Beispiel ist die Filiale im Einkaufszentrum River West, deren Rutsche besonders bei Kindern beliebt ist. Während der griechischen Wirtschaftskrise nutzte das Unternehmen zudem nach den Angaben des Berichts gezielt Gelegenheiten am Immobilienmarkt, um sein Netz auszubauen.
26 Geschäfte und mehr Beschäftigte trotz demografischer Herausforderung
Zum Berichtsjahr 2025 umfasste das Filialnetz von Moustakas 26 Geschäfte. Eine Immobilie befand sich im Eigentum des Unternehmens, die übrigen Standorte wurden auf Grundlage langfristiger Mietverträge betrieben. Für Sachanlagen wurden im Geschäftsjahr 1,85 Millionen Euro aufgewendet. Der Warenbestand erhöhte sich von 33,18 auf 37,36 Millionen Euro.
Auch die Zahl der Beschäftigten stieg deutlich. Im Jahresdurchschnitt arbeiteten 756 Menschen für das Unternehmen, nach 663 im Jahr zuvor. Das entspricht einem Zuwachs von rund 14 Prozent. Die gesamten Personalkosten erhöhten sich von 11,46 auf 13,42 Millionen Euro.
Eine langfristige Herausforderung bleibt die sinkende Geburtenzahl in Griechenland. Nikos Moustakas hatte in seinem Interview darauf hingewiesen, dass Familien mit weniger Kindern tendenziell mehr für jedes einzelne Kind ausgeben. Darin sieht er eine Möglichkeit, die Nachfrage nach Spielwaren trotz einer kleineren Kinderbevölkerung zu stützen. Die geplante eigenständige LEGO-Filiale in der Athener Innenstadt steht nun für den nächsten Ausbau dieses spezialisierten Einzelhandelsgeschäfts.
Mit Informationen von: Georgios N. Moustakas AEBE (Jahresabschluss und Lagebericht 2025 im Unternehmensregister GEMI).