Griechenland – Der Onlinehandel hat 2025 einen Umsatz von rund 19,1 Milliarden Euro erzielt. Im Durchschnitt entfielen auf jeden Einwohner 1.919 Euro an Onlineausgaben. Doch nach dem kräftigen Wachstum des Vorjahres zeichnet sich eine Abschwächung ab: Für 2026 werden 19,4 Milliarden Euro Umsatz prognostiziert. Die gestiegenen Lebenshaltungskosten machen Verbraucher bei ihren Einkäufen zurückhaltender.
Die Zahlen stammen aus dem European E-Commerce Report 2026. Dem Bericht zufolge wuchs der griechische Onlinehandel 2025 um fünf Prozent; für 2026 wird eine Wachstumsrate von etwa einem Prozent erwartet. Die Prognose verdeutlicht, dass die weitere Expansion trotz der bereits hohen Onlineausgaben nicht selbstverständlich ist.
Griechenland bei den Onlineausgaben vor Deutschland
Mit 1.919 Euro je Einwohner lag Griechenland 2025 in der Pro-Kopf-Rangliste der untersuchten europäischen Länder auf Platz neun. Höhere Werte verzeichneten unter anderem Dänemark mit 4.456 Euro, Estland mit 4.252 Euro und Irland mit 3.123 Euro. Griechenland lag bei dieser Kennzahl dagegen vor Deutschland, Belgien und Italien.
Der Wert des Onlinehandels entsprach dem Bericht zufolge 7,69 Prozent des griechischen Bruttoinlandsprodukts. Damit belegte das Land bei diesem Vergleichswert den zweiten Platz unter den untersuchten Ländern. Die beiden Ranglisten messen unterschiedliche Größen: die durchschnittlichen Onlineausgaben pro Einwohner einerseits und den Anteil des Onlinehandels am BIP andererseits.
Von den gesamten Onlineausgaben entfielen 58 Prozent auf Dienstleistungen und 42 Prozent auf Waren. Rund 68 Prozent der Bevölkerung kaufen online ein. Bei den 16- bis 74-Jährigen haben 90 Prozent Zugang zum Internet; für 2026 wird ein Anstieg auf 93 Prozent erwartet.
Händler müssen alte und neue Zahlungsarten anbieten
Makis Savvidis, Vizepräsident des griechischen Verbands für elektronischen Handel, sieht im E-Commerce inzwischen einen bedeutenden Motor für Wachstum, Digitalisierung und Transparenz. Gleichzeitig verwies er auf einen Widerspruch im Einkaufsalltag: Die Erwartungen der Kunden veränderten sich schnell, ihr tatsächliches Verhalten dagegen langsamer.
Während digitale Zahlungsverfahren an Bedeutung gewinnen, bleiben Bargeld und traditionelle Zahlungsmethoden weiterhin relevant. Für Händler entstehe dadurch laut Savvidis eine „doppelte Realität“: Sie müssten bestehende Zahlungsgewohnheiten bedienen und zugleich neue Bezahlmöglichkeiten unterstützen.
Abholstationen und autonome KI als nächste Themen
Auch bei der Zustellung sieht Savvidis Veränderungen. Die sogenannte Last Mile, also die letzte Etappe der Lieferung bis zum Kunden, werde zu einem zentralen Bestandteil des Einzelhandels. Als wichtigen Baustein nannte er den Ausbau von Paketabholstationen und Schließfachsystemen.
Für die weitere Entwicklung des Onlinehandels verwies Savvidis zudem auf agentische künstliche Intelligenz. Damit sind KI-Systeme gemeint, die Aufgaben mit einem gewissen Grad an Eigenständigkeit bearbeiten können. Solche Systeme könnten seiner Einschätzung nach Produktivität und Wettbewerbsverhältnisse neu gestalten. Diese Aussagen beschreiben Erwartungen an die künftige Entwicklung, keine bereits gemessenen Auswirkungen auf den griechischen Handel.
Mit Informationen von: European E-Commerce Report 2026, Griechischer Verband für elektronischen Handel.