Agios Nikolaos – Die Gemeinde im Osten Kretas möchte ihre Tourismussaison verlängern und den Standort digital weiterentwickeln. Eine öffentlich vorgestellte Studie zur strategischen Steuerung des Reiseziels beschreibt, wie sich der Tourismus über die Sommermonate hinaus stärken lässt, ohne die Lebensqualität der Einwohner und den Schutz der Umwelt aus dem Blick zu verlieren.
Die wesentlichen Ergebnisse, Prioritäten und vorgeschlagenen Handlungsfelder wurden bei einer offenen Veranstaltung im Mehrzweckzentrum REX vorgestellt. Vertreter öffentlicher Einrichtungen, der örtlichen Wirtschaft und Bürger nahmen daran teil. Die Präsentation übernahm Sotirios Varelas, außerordentlicher Professor für Strategie am Fachbereich Tourismusstudien der Universität Piräus und Auftragnehmer der Studie. Anschließend gab es eine Diskussion mit der lokalen Wirtschaft und Bevölkerung.
Tourismus auch jenseits der klassischen Sommersaison
Bürgermeister Manolis Menegakis sprach sich für eine langfristige, auf fundierten Erkenntnissen beruhende Tourismuspolitik aus. Die Gemeinde solle die unterschiedlichen Stärken von Agios Nikolaos, Elounda, Neapoli, Spinalonga und den umliegenden Dörfern nutzen. Ziel sei ein lebendiger und attraktiver Standort während möglichst vieler Monate des Jahres.
Nach den Vorstellungen des Bürgermeisters soll die touristische Entwicklung die lokale Wirtschaft unterstützen, die Umwelt respektieren und den Alltag der Einwohner verbessern. Die Region habe Potenzial, das über das herkömmliche Modell eines reinen Sommerurlaubsziels hinausgehe.
Digitalisierung, Zusammenarbeit und offene Finanzierung
Die Studie behandelt sowohl die Steuerung und Vermarktung des Reiseziels als auch dessen nachhaltige und digitale Weiterentwicklung. Welche Vorschläge in welcher Reihenfolge umgesetzt werden, muss jedoch noch festgelegt werden.
Der für Tourismus zuständige Vizebürgermeister Antonis Mavris, der das Projekt betreute, bezeichnete die Studie als praktische Orientierung für die nächsten Schritte. Er hob die Zusammenarbeit mit der Universität und den Forschern bei der Erfassung der Bedürfnisse vor Ort hervor. Entscheidend sei nun auch die Abstimmung mit den örtlichen Wirtschaftsakteuren.
Varelas betonte ebenfalls, dass die Vorschläge erst durch gemeinsames Handeln der Gemeindeverwaltung, der Unternehmen und weiterer lokaler Organisationen zu konkreten Maßnahmen werden könnten.
Als nächste Schritte stehen die Priorisierung der Vorhaben und die Suche nach geeigneten Finanzierungsinstrumenten an. Die einzelnen Bereiche der Strategie müssen weiter untersucht und schrittweise ausgearbeitet werden, bevor die vorgeschlagenen Maßnahmen umgesetzt werden können.
Mit Informationen von: Gemeinde Agios Nikolaos.