Rhodos – Heftige Regenfälle haben auf der griechischen Insel am Montag, 2. November 2026, schwere Überschwemmungen und erhebliche Sachschäden verursacht. Besonders betroffen ist Archangelos im Osten von Rhodos: Nach dem Überlaufen eines Flusses rissen die Wassermassen mindestens 60 Fahrzeuge mit. Der griechische Zivilschutz verschickte erneut eine Warnung über die Notrufnummer 112 und forderte die Menschen auf, Fahrten auf das unbedingt Notwendige zu beschränken.
Die Schäden konzentrieren sich auf mehrere Ortschaften an der Ostküste. Nach Angaben der griechischen Nachrichtenagentur ANA-MPA wurden mindestens 60 Autos mitgerissen und beschädigt. In Dutzende Wohnhäuser und Geschäftsräume drang Wasser ein. Die Zeitung Rodiaki berichtet von 17 Stunden ununterbrochenem Regen in Archangelos. Die Überschwemmungen erinnerten dort an die Ereignisse vom Januar 2011, als der Ort ebenfalls unter Wasser stand.
Archangelos besonders schwer getroffen – Straßen gesperrt
In Archangelos trat ein Fluss über die Ufer. Straßen verwandelten sich in reißende Wasserläufe, die Fahrzeuge erfassten und Schäden an Geschäften und anderen Gebäuden hinterließen. Auch in Afandou und in Ortschaften im Süden von Rhodos kam es zu Überschwemmungen, allerdings in geringerem Ausmaß. Dort beeinträchtigten die Niederschläge unter anderem das Straßennetz.
Verkehrssperren bestehen an mehreren Stellen in Kolymbia, Kalathos und Archangelos. Der Zivilschutz rät dazu, die betroffenen Gebiete nicht unnötig aufzusuchen und den Anweisungen der zuständigen Behörden zu folgen.
Bereits gegen 3:30 Uhr am Montagmorgen ging eine Warnmeldung des griechischen Notfallsystems 112 an Einwohner und Besucher der Insel. Wegen der Gefahr durch den Starkregen sollten sie ihre Wege einschränken und die behördlichen Vorgaben beachten. Kurz nach 11 Uhr folgte eine weitere Nachricht, in der wegen der anhaltend heftigen Wettererscheinungen ausdrücklich verlangt wurde, nur noch unbedingt notwendige Fahrten zu unternehmen.
Die Einsatzarbeiten richten sich auf die Bergung fortgerissener Fahrzeuge, das Freimachen verstopfter Straßeneinläufe und die Wiederherstellung des Wasserabflusses in Bächen und an Stellen, an denen Schlamm und angeschwemmtes Material Hindernisse bilden. Zudem werden betroffene Straßen bearbeitet, um den Verkehr wiederherzustellen und weitere Gefahren zu vermindern.
Auch Kalymnos betroffen: Felsbrocken trifft Garage
Auf der ebenfalls zum Dodekanes gehörenden Insel Kalymnos führten die starken Regenfälle zu einem gefährlichen Felssturz im Gebiet Agios Vasileios. Ein großer Felsblock löste sich aus einem Hang und prallte gegen eine private Garage, in der ein Auto abgestellt war. Dabei entstand Sachschaden.
Der Bürgermeister von Kalymnos, Giannis Mastrokoukos, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur ANA-MPA, der Aufprall auf die Garage habe möglicherweise schwerwiegendere Folgen verhindert. Unterhalb des Gebäudes befindet sich eine Wohnanlage, die durch den weiterrollenden Felsblock hätte gefährdet werden können.
Amtliche Wetterwarnung: Wo bis Dienstag starke Gewitter drohen
Nach der aktualisierten Unwetterwarnung 16/2026 des griechischen Wetterdienstes EMY sind auch über Rhodos hinaus kräftige Regenfälle und örtlich starke Gewitter zu erwarten. Die Vorhersage unterscheidet folgende Zeiträume:
- Montag, 2. November: Auf den Ionischen Inseln ab der Mittagszeit; in Epirus, im westlichen Mittelgriechenland sowie auf dem westlichen und südlichen Peloponnes ab dem Nachmittag, vor allem in Küsten- und Meeresgebieten. Im Dodekanes sind bis spät in die Nacht wiederholt starke Gewitter möglich.
- Dienstag, 3. November: Auf den Ionischen Inseln bis zum Mittag; in Epirus, Westmittelgriechenland sowie auf dem westlichen und südlichen Peloponnes bis zum Nachmittag. In Zentral- und Ostmakedonien, Thrakien und auf den Inseln der nördlichen und östlichen Ägäis wird von den frühen Morgenstunden bis zum späten Nachmittag mit heftigen Gewittern gerechnet. Auch im Dodekanes gelten die Warnungen vom Morgen bis zum späten Nachmittag.
Der Meteorologe Giorgos Tsatrafyllias erwartet die größten Regenmengen im Westen Griechenlands, im nördlichen Festland sowie in der nördlichen und östlichen Ägäis und im Dodekanes. Besonders kritisch sei, dass in kurzer Zeit große Niederschlagsmengen fallen oder Regenfälle über längere Zeit anhalten könnten. Auf bereits feuchten Böden, in steilem Gelände oder dort, wo die Entwässerung nicht ausreichend funktioniert, steigt damit die Gefahr lokaler Überschwemmungen.
Für Montag wurden außerdem bereits am Morgen starke Regenfälle und Gewitter im Ionischen Meer, auf den Kykladen und auf Kreta vorhergesagt. Die Südwinde können im Ionischen Meer bis zu 8 Beaufort und in der Ägäis örtlich bis zu 7 Beaufort erreichen. Im Westen sowie auf Kreta und im Dodekanes steigen die Temperaturen auf etwa 20 bis 21 Grad.
In Attika werden vor allem um die Mittagszeit Regen und einzelne Gewitter bei 12 bis 18 Grad und südlichen Winden bis 5 Beaufort erwartet. Für Thessaloniki sind Wolken und örtlicher Regen mit einer Wetterverschlechterung am Abend vorhergesagt; die Temperatur erreicht bis zu 19 Grad. Am Thermaischen Golf bleibt der Wind schwach.
Am Dienstag könnte die Unwetterlage mit südlichen Winden von örtlich bis zu 8 Beaufort anhalten. Ab Mittwoch, 4. November, soll sich das Wetter allmählich bessern. Mit der Drehung des Windes auf Nord geht allerdings ein spürbarer Temperaturrückgang einher, besonders nachts und in den frühen Morgenstunden.
Mit Informationen von: Griechischer Wetterdienst (EMY), griechischer Zivilschutz.