Kifisia bei Athen – Ein Metzger im Norden der griechischen Hauptstadt berichtet von einem mutmaßlichen Hackerangriff auf die Steuerung seiner Kühlanlagen. Der Sollwert sei auf 150 Grad Celsius eingestellt worden, während sich die Anlagen weder über das System noch von Hand hätten steuern lassen. Tatsächlich hätten die Kühlanlagen diese Temperatur nie erreicht.
Als die Mitarbeiter gegen 4 Uhr morgens in die Metzgerei kamen, bemerkten sie nach Angaben des Inhabers, dass mit der Kühlung etwas nicht stimmte. Zunächst sei man von einem technischen Defekt ausgegangen, sagte Giorgos Boubas dem griechischen Fernsehsender SKAI.
Ein herbeigerufener Kältetechniker habe zunächst einen Spannungsabfall als mögliche Ursache erwogen. Boubas verwies jedoch darauf, dass sein Geschäft über einen Generator verfüge. Nachdem der Fachmann verschiedene Lösungswege ausprobiert hatte, habe er nach rund einer Stunde erklärt, das System sei gehackt worden. Etwa zwei Stunden habe es gedauert, bis er die Kontrolle über die Steuerung zurückgewonnen habe.
Auch zwei weitere Geschäfte sollen betroffen sein
Der Techniker habe von ähnlichen Problemen in zwei weiteren Betrieben in der Umgebung berichtet, erklärte Boubas. Nach seinen Angaben arbeiteten alle drei Unternehmen zur Absicherung ihrer Kühltechnik mit derselben externen Kältetechnikfirma zusammen. Ob die Vorfälle tatsächlich miteinander zusammenhängen, ist damit nicht geklärt.
Auch aus anderen europäischen Ländern wurden vergleichbare Manipulationen an Kühlanlagen gemeldet. Für den Vorfall in Kifisia liegen in der Schilderung des Unternehmers allerdings nur die Feststellungen des hinzugezogenen Technikers vor.
Nach Aussage des Metzgers funktionierten die älteren Kühlmotoren weiterhin, während die neueren Geräte mit drahtloser Verbindung Probleme bereiteten. Der Betrieb habe deshalb die WLAN-Verbindung vorerst abgeschaltet. Der Techniker solle nun prüfen, welche dauerhafte Lösung möglich sei.