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Kundin betrachtet einen Kassenbon im Supermarkt als Symbolbild für die Verbraucherstimmung in Griechenland
Wirtschaft

Griechenlands Verbraucher so pessimistisch wie nirgends sonst in der EU

Antonia Feldberg, Autorin bei GRland Deutschland
03.11.2026 18:55
Antonia Feldberg
Griechenland
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KI-generiertes Symbolbild | GRland
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Griechenland – Die Verbraucherstimmung in Griechenland hat sich im Oktober 2026 nach vier Monaten mit Verbesserungen deutlich verschlechtert. Laut der monatlichen Konjunkturumfrage des Instituts für Wirtschafts- und Industrieforschung (IOBE) sank der Index des Verbrauchervertrauens von -41,6 Punkten im September auf -48,9 Punkte. Auch das allgemeine Wirtschaftsklima trübte sich ein: Der entsprechende Index fiel von 107,6 auf 106,9 Punkte.

Nach den vom IOBE ausgewerteten Daten sind die Verbraucher in Griechenland damit erneut die pessimistischsten innerhalb der Europäischen Union. Der EU-Durchschnitt lag bei -17,3 Punkten, in der Eurozone waren es -17,9 Punkte. Rumänien folgte mit -33,2 und Bulgarien mit -29,1 Punkten. In Malta lag der Wert dagegen bei +4,9 Punkten.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • 63 Prozent der befragten Haushalte geben an, finanziell gerade so über die Runden zu kommen.
  • 70 Prozent erwarten eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage Griechenlands.
  • 85 Prozent halten es für unwahrscheinlich, in den kommenden zwölf Monaten Geld zurücklegen zu können.
  • Unter den untersuchten Wirtschaftsbereichen verbesserten sich nur die Erwartungen im Baugewerbe.

Industrie, Handel und Dienstleistungen verlieren an Zuversicht

Das schwächere Wirtschaftsklima hängt mit rückläufigen Erwartungen in der Industrie, im Einzelhandel und bei den Dienstleistungen zusammen. Im Baugewerbe verbesserten sich die Einschätzungen leicht, allerdings ausschließlich aufgrund der Entwicklung bei öffentlichen Bauvorhaben.

In der Industrie verschlechterten sich die Einschätzungen zu Auftragsbeständen und aktueller Nachfrage deutlich. Auch die zuvor positiven Produktionserwartungen für die kommenden Monate schwächten sich etwas ab; die Angaben zu den Lagerbeständen gingen ebenfalls zurück.

Im Einzelhandel bewerteten die Unternehmen ihre aktuellen Verkäufe etwas weniger positiv. Die Erwartungen für das nächste Quartal trübten sich ebenfalls leicht ein, während die Lagerbestände abnahmen. Im Dienstleistungssektor wurden sowohl die aktuelle Geschäftslage und Nachfrage als auch deren kurzfristige Entwicklung zurückhaltender eingeschätzt. Im Baugewerbe verbesserten sich dagegen die Prognosen für die Auftragsentwicklung deutlich und die Beschäftigungserwartungen etwas.

Mehr Haushalte rechnen mit einer finanziellen Verschlechterung

Der Indikator für die finanzielle Lage der Haushalte in den zurückliegenden zwölf Monaten sank von -44,4 auf -50,4 Punkte. Insgesamt 68 Prozent der Befragten berichteten von einer leichten oder deutlichen Verschlechterung; lediglich 2 Prozent sahen eine geringe Verbesserung. Die entsprechenden Vergleichswerte lagen bei -13,6 Punkten in der EU und -14,6 Punkten im Euroraum.

Auch der Blick nach vorn fiel negativer aus. Der Index für die erwartete finanzielle Situation des eigenen Haushalts in den kommenden zwölf Monaten ging von -41,0 auf -48,6 Punkte zurück. 63 Prozent der Haushalte rechnen mit einer Verschlechterung, nach 55 Prozent im September. Nur 3 Prozent erwarten eine leichte Verbesserung. Die Vergleichswerte betragen -6,1 Punkte in der EU und -6,4 Punkte in der Eurozone.

Noch stärker verschlechterten sich die Erwartungen für die griechische Wirtschaft insgesamt. Der entsprechende Indikator fiel von -45,7 auf -54,3 Punkte. Eine Verschlechterung in den nächsten zwölf Monaten erwarten 70 Prozent der Befragten, nach 60 Prozent im Vormonat. Der Anteil derjenigen, die mit einer stabilen Lage rechnen, sank von 27 auf 20 Prozent. Die entsprechenden Indikatoren lagen bei -31,2 Punkten in der EU und -32,4 Punkten im Euroraum.

Größere Anschaffungen und Sparen rücken in den Hintergrund

Die Bereitschaft zu größeren Käufen, etwa von Möbeln und Elektrogeräten, ließ nach. 52 Prozent der Befragten planen für die kommenden zwölf Monate geringere oder deutlich geringere Ausgaben für solche Anschaffungen, verglichen mit 46 Prozent zuvor. Nur 5 Prozent erwarten höhere Ausgaben.

Auch die Sparbereitschaft verschlechterte sich. Ihr Indikator sank von -61,7 auf -65,3 Punkte. Für 85 Prozent der Haushalte ist es unwahrscheinlich, in den kommenden zwölf Monaten Geld zurückzulegen; 13 Prozent halten dies für wahrscheinlich oder sehr wahrscheinlich. Zum Vergleich: Die Sparindikatoren standen in der EU bei +9,6 und in der Eurozone bei +9,0 Punkten.

Besonders deutlich zeigt sich die Belastung bei der aktuellen Haushaltslage: 63 Prozent sagen, dass sie gerade so über die Runden kommen, nach 58 Prozent im September. 11 Prozent leben nach eigenen Angaben von ihren Ersparnissen, verglichen mit 12 Prozent zuvor. 20 Prozent sparen kleinere oder größere Beträge, während 5 Prozent angeben, Schulden gemacht zu haben; im Vormonat waren es 7 Prozent.

Gleichzeitig fällt es mehr Menschen schwer, ihre finanzielle Zukunft einzuschätzen. Der Anteil der Haushalte, die ihre künftige wirtschaftliche Lage für schwer oder eher schwer vorhersehbar halten, stieg von 52,4 auf 61,2 Prozent.

Mehr Sorgen über Preise und Arbeitslosigkeit

Die Erwartungen steigender Preise verstärkten sich. Der entsprechende Indikator stieg von +35,0 auf +44,6 Punkte. 68 Prozent der Haushalte erwarten, dass die Preise in den kommenden zwölf Monaten im gleichen oder einem höheren Tempo steigen. 10 Prozent rechnen mit stabilen Preisen, nach 14 Prozent im September. Die Vergleichswerte lagen bei +33,6 Punkten in der EU und +33,9 Punkten in der Eurozone.

Auch die Arbeitslosigkeit wird etwas pessimistischer eingeschätzt: Der entsprechende Erwartungsindikator stieg von +18,2 auf +22,6 Punkte. 40 Prozent der Haushalte rechnen mit einem leichten oder deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit, 7 Prozent mit einem leichten Rückgang. Die europäischen Vergleichswerte betragen +27,3 Punkte für die EU und +27,9 Punkte für den Euroraum.

Nach Einschätzung des IOBE belasten anhaltende geopolitische Spannungen, Störungen auf den Energiemärkten und die hartnäckige Inflation die Erwartungen. Wie sich diese Faktoren entwickeln, dürfte nach Darstellung des Instituts das Wirtschaftsklima in der nächsten Zeit mitbestimmen.

Nur wenige Haushalte planen einen Immobilienkauf

Die zusätzlich im Quartalsrhythmus erhobenen Fragen zu größeren Anschaffungen zeigen auch bei Immobilien eine äußerst geringe Kaufbereitschaft. Der Index für den geplanten Kauf oder Bau einer Wohnung beziehungsweise eines Hauses innerhalb der nächsten zwölf Monate sank leicht von -92,3 auf -92,7 Punkte. Lediglich 1,5 Prozent der griechischen Haushalte halten einen solchen Schritt im kommenden Jahr für möglich. Die entsprechenden Werte liegen in der EU bei -75,6 und in der Eurozone bei -75,2 Punkten.

Auch größere Ausgaben für Renovierungen oder Verbesserungen der eigenen Wohnung sind seltener vorgesehen. Der entsprechende Indikator fiel von -75,8 auf -80,6 Punkte; in der EU lag er bei -46,0 und in der Eurozone bei -46,8 Punkten. Nur noch 5,1 Prozent der griechischen Haushalte halten solche Ausgaben innerhalb eines Jahres für ziemlich oder sehr wahrscheinlich. Im vorherigen Quartal waren es 9,9 Prozent.

Mit Informationen von: Institut für Wirtschafts- und Industrieforschung (IOBE).

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