Thessaloniki – Der Ausbau des Hafens von Thessaloniki hat einen entscheidenden Meilenstein erreicht. Nach mehr als 30 Jahren Wartezeit nimmt der neue Pier 6 physische Gestalt an: Das erste riesige Fundament-Bauteil wurde erfolgreich im Thermaischen Golf platziert. Diese Infrastrukturmaßnahme zielt darauf ab, die Wettbewerbsfähigkeit Nordgriechenlands als zentrales Handels- und Logistiktor für Südost- und Mitteleuropa langfristig zu sichern.
Die Setzung des ersten sogenannten Caissons markiert den sichtbaren Beginn der Arbeiten an der neuen Kaimauer. Während dieses erste Element im Meer verankert wurde, befindet sich das zweite bereits in der Fertigung auf dem eigens dafür eingerichteten Werksgelände der Hafenbetreibergesellschaft ThPA S.A.. So soll ein reibungsloser Baufortschritt gemäß Zeitplan gewährleistet werden.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Insgesamt 21 massive Beton-Caissons bilden die strukturelle Basis für den neuen Pier 6.
- Die Kaimauer wird auf 1.081 Meter verlängert, die funktionale Wassertiefe steigt auf 16,8 Meter.
- Durch die Erweiterung können künftig deutlich größere Hauptlinien-Frachtschiffe abgefertigt werden.
Ein gigantisches Fundament für die Zukunft
Bei den Caissons handelt es sich um vorgefertigte Kästen aus Stahlbeton, die weltweit bei modernen Hafenbauprojekten zum Einsatz kommen. Für den Ausbau in Thessaloniki hat jedes dieser Elemente gewaltige Dimensionen: Bei einer Länge von 30 Metern, einer Breite von 15 Metern und einer Höhe von 20 Metern wiegt ein einzelner Block rund 1.400 Tonnen. Die Bauteile werden nach der Fertigung über den Seeweg an ihre exakte Position transportiert und dort kontrolliert abgesenkt.
Begleitet wurde die Versenkung des ersten Elements durch eine traditionelle Segnungszeremonie auf dem Baugelände, die vom Metropoliten von Neapolis und Stavroupolis, Varnavas, in Anwesenheit des Metropoliten von Thessaloniki, Philotheos, durchgeführt wurde.
Wirtschaftliche Bedeutung für Nordgriechenland und Europa
Mit der Fertigstellung des Pier 6 werden sich die operativen Kapazitäten des Hafens drastisch erhöhen. Die Kaimauer wächst von derzeit 568 Metern auf 1.081 Meter. Gleichzeitig wird der Tiefgang von 12,6 Metern auf 16,8 Meter vertieft. Diese Parameter sind zwingend erforderlich, um große Frachtschiffe der globalen Hauptrouten abfertigen zu können, was den Hafen auf der internationalen Transportkarte deutlich aufwertet.
Stimmen zum historischen Meilenstein
Die Verantwortlichen der Hafenbetreibergesellschaft werten den Baustart als historisches Ereignis. Aggeliki Samara, Präsidentin des Verwaltungsrates der ThPA S.A., betonte die nationale Bedeutung: „Heute wird eine Vision sichtbar, die jahrzehntelang ein strategisches Ziel für Thessaloniki und Nordgriechenland war. Die Erweiterung ist eine Investition, die die Position des Hafens auf der internationalen Transportkarte stärkt.“
Auch der Vorstandsvorsitzende Dr. Ioannis Tsaras unterstrich, dass das größte Investitionsprojekt in der Geschichte des Hafens voll im Zeitplan liege. Er knüpfte den endgültigen Erfolg jedoch an eine klare Bedingung an: „Die vollständige Nutzung dieser Investition ist direkt mit dem rechtzeitigen Fortschritt der kritischen Verbindungsprojekte verbunden.“ Nur durch die Beseitigung fehlender Infrastruktur-Anbindungen im Hinterland könne der Hafen die nun geschaffenen Kapazitäten als Tor für den kombinierten Verkehr nach Mitteleuropa voll ausschöpfen.