Athen – Autofahrer in der griechischen Hauptstadt müssen ab sofort mit verschärften Kontrollen rechnen. Die örtliche Verkehrspolizei hat ihr Netz an Überwachungskameras auf stark frequentierte Vororte ausgeweitet, um konsequent gegen Rotlichtverstöße vorzugehen. Wer die neuen Blitzer an den viel befahrenen Kreuzungen ignoriert, riskiert nach dem strengen griechischen Verkehrsrecht nicht nur ein Bußgeld von 700 Euro, sondern auch den sofortigen Entzug des Führerscheins – eine Maßnahme, die auch Touristen und Auswanderer mit Miet- oder Privatwagen direkt betrifft.
Die von der Region Attika initiierte Aufrüstung konzentrierte sich ursprünglich auf das dichte urbane Zentrum, verlagert sich nun aber gezielt an Verkehrsknotenpunkte, an denen eine hohe Unfallgefahr durch das Überfahren roter Ampeln registriert wird.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Neue Blitzer wurden an der Grenze zwischen Glyka Nera und Gerakas (Spaton-Allee) installiert.
- Ein Rotlichtverstoß kostet in Griechenland 700 Euro und führt zu 60 Tagen Führerscheinentzug.
- Die Navigations-App Waze warnt ihre Nutzer bereits vor dem neuen Überwachungspunkt.
Ausweitung der Videoüberwachung in die Vororte
Die neueste Kamera-Installation befindet sich im östlichen Großraum Athens, konkret an der Kreuzung in Glyka Nera nahe den Stadtgrenzen zu Gerakas. Die Kameras erfassen die Kreuzung der Spaton-Allee mit der Theotokopoulou-Straße, kurz vor der Einmündung in die viel befahrene Marathonos-Allee. Dieser Streckenabschnitt steht besonders in den Stoßzeiten unter massivem verkehrstechnischem Druck. Die aufeinanderfolgenden Kreuzungen verleiten zahlreiche Autofahrer zu riskanten Manövern und dem Überfahren bereits auf Rot geschalteter Ampelanlagen.
Lückenlose Kontrolle und digitale Warnungen
Die Architektur des neuen Systems lässt Verkehrssündern kaum Spielraum. Die Kameras sind strategisch so positioniert, dass sie sämtliche Fahrspuren und Abzweigungen der Kreuzung lückenlos überwachen. Bei einem Verstoß wird das Fahrzeug über das Kennzeichen identifiziert und die Aufzeichnung automatisch dem Rotlichtverstoß zugeordnet. Lokale Autofahrer haben schnell auf die technische Aufrüstung reagiert: In der populären Navigations-App Waze wurde der neue Blitzer-Standort bereits von Nutzern markiert, sodass Verwender der Software vor der Annäherung an die Kreuzung akustisch gewarnt werden.
Drakonische Strafen für Wiederholungstäter
Das Überfahren einer roten Ampel zählt im griechischen Straßenverkehrsgesetz zu den schwerwiegendsten Verstößen, da es als Hauptursache für schwere Kreuzungsunfälle gilt. Die Sanktionen sind dementsprechend hart kalkuliert. Wer zum ersten Mal erwischt wird, muss 700 Euro zahlen und gibt seine Fahrerlaubnis für 60 Tage ab.
Bei einer Wiederholungstat innerhalb eines Zeitraums von fünf Jahren greift eine deutliche Strafverschärfung. Die Geldbuße steigt dann auf 1.000 Euro, gepaart mit einem halbjährigen Entzug der Fahrerlaubnis. Sollte ein Fahrer ein drittes Mal ein rotes Signal missachten, sieht der Bußgeldkatalog eine Strafe von 2.000 Euro sowie den Verlust des Führerscheins für bis zu ein komplettes Jahr vor.