Athen – Die Linie 3 der Metro in der griechischen Hauptstadt wird voraussichtlich das öffentliche Verkehrsmittel mit der geringsten Wartezeit im ganzen Land. Das zuständige Ministerium für Infrastruktur und Verkehr präsentierte im Rahmen einer Veranstaltung ein umfassendes Konzept zur Modernisierung der städtischen Mobilität. Ein zentrales Ziel der Betreibergesellschaft STASY ist es, die Taktung auf der hochfrequentierten Strecke bis zum Jahr 2027 auf lediglich 3,5 Minuten zu reduzieren. Der Plan umfasst neben der U-Bahn auch den massiven Ausbau der städtischen Busflotte.
Die geplante Verkürzung der Intervalle ist Teil einer weitreichenden Umstrukturierung des gesamten Nahverkehrs in der Metropolregion. Dabei stehen die Erneuerung der Fahrzeugparks, die Überholung bestehender Waggons der historischen Linie 1 sowie der Einsatz digitaler Werkzeuge zur Echtzeitüberwachung im Fokus der Behörden. Das Netz wächst.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Kürzere Taktung: Die Wartezeit auf der Metro-Linie 3 soll bis zum Jahr 2027 auf 3,5 Minuten sinken.
- Mehr Kapazität: Die Anzahl der verfügbaren U-Bahn-Züge wird von 40 auf insgesamt 60 aufgestockt.
- Neue Waggons: Für die Linien 2 und 3 werden 19 hochmoderne Züge angeschafft.
- Flottenausbau: Bereits 1.076 neue Linienbusse sind im Einsatz, weitere folgen in den kommenden zwei Jahren.
Ausbau der Flotte und Fokus auf die Linie 3
Um die ambitionierten Taktzeiten zu realisieren, muss der Fuhrpark signifikant vergrößert werden. Laut den Daten, die der Geschäftsführer der Betreibergesellschaft STASY, Athanasios Kottaras, vorstellte, werde die Zahl der verfügbaren Züge im Netz von ehemals 40 im Jahr 2019 auf 60 Züge bis zum Jahr 2027 steigen. Diese Kapazitätserweiterung bildet die infrastrukturelle Grundlage für eine dichtere Fahrplangestaltung und kürzere Aufenthalte an den Bahnsteigen.
Insbesondere die Linie 3 steht im Zentrum dieser Optimierung. Eine Taktung von 3,5 Minuten würde sie zur Strecke mit der höchsten Frequenz in ganz Griechenland machen. Für die Fahrgäste bedeutet dies nicht nur kürzere Wartezeiten, sondern auch eine deutliche Entlastung während der Stoßzeiten. Die Linie hat eine enorme strategische Bedeutung für die Hauptstadt, da sie wichtige Knotenpunkte des Zentrums direkt mit dem internationalen Flughafen verbindet. Die Nachfrage ist hoch.
In der täglichen Praxis verändert ein solches Intervall das Nutzungsverhalten grundlegend. Pendler müssen ihre Ankunft am Bahnhof nicht mehr minutengenau planen. Gleichzeitig wird der Schienenverkehr dadurch deutlich wettbewerbsfähiger gegenüber dem privaten PKW, insbesondere bei Fahrten in die überlastete Innenstadt oder bei kombinierten Wegen mit anderen Verkehrsmitteln.
Neue Züge für die Linien 2 und 3 sowie Updates für die Linie 1
Ein Kernstück des Investitionsplans ist die Beschaffung von 19 neuen Zügen für die Metro-Linien 2 und 3. Diese Erweiterung geht über einen bloßen Materialaustausch hinaus und stellt eine echte Erhöhung der Transportkapazitäten dar. Nach Angaben der STASY nutzen täglich mehr als 800.000 Fahrgäste die drei U-Bahn-Linien sowie das angeschlossene Straßenbahnnetz der Stadt.
Doch auch die älteste Trasse der Stadt, die Linie 1, umgangssprachlich als Elektrikos bekannt, wird umfassend modernisiert. Hier läuft derzeit ein Programm zur Generalüberholung von 14 Zügen. Ziel dieser Maßnahme ist es, die Taktung auf dieser Strecke während der Hauptverkehrszeiten auf 5 Minuten zu senken. Für diese historische Verbindung, die den Hafen von Piraeus mit dem nördlichen Vorort Kifissia verknüpft, ist dies ein entscheidender Schritt zur Sicherung der Zuverlässigkeit.
Der erste vollständig umgerüstete Waggon der Linie 1 wurde im Rahmen der Verkehrsveranstaltung im Depot der STASY im Stadtteil Sepolia offiziell der Öffentlichkeit präsentiert. Die Arbeiten schreiten voran.
Massive Erneuerung der Busflotte und neue Fahrer
Abseits des Schienennetzes erfährt auch der straßengebundene Nahverkehr die größte Erneuerung der vergangenen Jahrzehnte. Wie die Verkehrsbetriebe mitteilten, wurden bereits 1.076 neue Busse in den aktiven Liniendienst integriert. Das erklärte Ziel ist es, diese Zahl innerhalb der nächsten zwei Jahre auf insgesamt 1.700 Fahrzeuge zu erhöhen. Die neuen Einheiten verfügen über umweltfreundliche Antriebstechnologien, die das städtische Klima schonen sollen.
Der Geschäftsführer der zuständigen Gesellschaft OSY, Stefanos Agiasoglou, betonte in diesem Zusammenhang auch die personelle Aufstockung. Seit dem Jahr 2020 seien rund 700 neue Fahrer eingestellt worden. Diese Kombination aus neuem Material und mehr Personal habe bereits zu einer messbaren Reduzierung der Wartezeiten im Busnetz geführt. Das System stabilisiert sich.
Ergänzend dazu sieht der Plan die Etablierung von 15 sogenannten Musterlinien vor. Diese Strecken weisen ein besonders hohes Passagieraufkommen auf und sollen künftig mit höchster Zuverlässigkeit und optimierten Intervallen bedient werden. Da Busse weiterhin jene Viertel anbinden, die über keinen direkten U-Bahn-Anschluss verfügen, ist eine exakte Fahrplangestaltung hier besonders wichtig.
Echtzeitdaten statt Excel-Tabellen
Begleitet wird der Ausbau der physischen Infrastruktur von einer tiefgreifenden digitalen Transformation. Der Generalsekretär für Verkehr, Stelios Sakaretsios, erklärte, dass der städtische Nahverkehr den Sprung von verzögerten Berichten und einfachen Excel-Dateien hin zu einem echten Echtzeit-Management vollziehe. Daten werden nun sofort verarbeitet.
Durch den gezielten Einsatz von Künstlicher Intelligenz und ständiger Datenstromanalyse erhalten die Betreiber ein exaktes Bild der aktuellen Lage im gesamten Netz. Dies ermöglicht eine viel schnellere Reaktion auf Verzögerungen, eine bessere Verteilung der Fahrzeuge bei unvorhergesehenen Engpässen und eine präzisere Information der wartenden Passagiere an den Haltestellen.