Servia – Um der massiven Abwanderung und der demografischen Alterung entgegenzuwirken, hat die Gemeinde Servia in der nordgriechischen Region Westmakedonien ein drastisches Prämienmodell eingeführt. Familien erhalten für jedes Neugeborene einen Zuschuss von 10.000 Euro, während junge Paare bei einem dauerhaften Zuzug in die Region mit 5.000 Euro unterstützt werden.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Die Geburtenprämie von 10.000 Euro wird über zehn Jahre in jährlichen Raten von 1.000 Euro ausgezahlt.
- Zuziehende Paare erhalten 5.000 Euro, sofern ihr gemeinsames Jahreseinkommen 16.000 Euro nicht überschreitet.
- Die Finanzierung erfolgt nicht durch staatliche Mittel, sondern durch Einnahmen aus dem kommunalen Elati-Wald.
Wie der zuständige Bürgermeister Christos Eleftheriou dem griechischen Nachrichtensender One Channel erklärte, zielt die Initiative darauf ab, junge Menschen in der Region zu halten und neue Einwohner anzuziehen. Die Auszahlung der Geburtenprämie erfolge dabei bewusst gestaffelt, um Familien langfristig an den Wohnort zu binden.
Das Startkapital für neue Haushalte richtet sich an Paare, die ihren Hauptwohnsitz dauerhaft in die Kommune verlegen. Durch die festgelegte Einkommensobergrenze von 16.000 Euro integriert das Programm zudem eine soziale Komponente, um gezielt Haushalte mit mittlerem oder niedrigerem Einkommen zu fördern.
Finanzierung durch den eigenen Gemeindewald
Bemerkenswert an dem Vorstoß ist die finanzielle Unabhängigkeit vom Athener Zentralstaat. Die Gelder für die Zuschüsse stammen direkt aus kommunalen Einnahmequellen. Der Gemeindeverwaltung sei es gelungen, durch die wirtschaftliche Nutzung des Elati-Waldes innerhalb eines Jahres rund 170.000 Euro zu erwirtschaften. Diese Überschüsse fließen nun in Form der Prämien direkt an die Bürger zurück.
Lücken im Gesundheitssystem selbst schließen
Neben den direkten Finanzspritzen investiert die Gemeinde gezielt in ihre lokale Infrastruktur, um als Wohnort für Familien attraktiver zu werden. So wurden laut Eleftheriou kürzlich zwei neue Kinderkrippen eröffnet. Um strukturelle Defizite in der ländlichen medizinischen Versorgung auszugleichen, beschäftigt die Kommune auf eigene Kosten eine Ärztin, die gezielt abgelegene Ortsteile aufsucht und so die Basisversorgung sicherstellt.
Mit zwei Seen, weitläufigen Wäldern und einer intakten Natur biete die Region eine nachhaltige Alternative zum hektischen Stadtleben. Eleftheriou äußerte die Hoffnung, dass diese kommunale Offensive als erster Impuls für andere Städte und vor allem für die nationale Regierung diene, ähnlich entschlossen gegen den demografischen Wandel vorzugehen.