Kreta – Die beliebte Samaria-Schlucht im Süden der Insel bleibt am Sonntag, den 21. Juni, für sämtliche Besucher gesperrt. Grund dafür sind zwei Erdbeben, die sich am Samstag vor der Küste der vorgelagerten Insel Gavdos ereigneten und zu einer vollständigen Evakuierung des Nationalparks führten.
Wie die Organisation für natürliche Umwelt und Klimawandel (OFYPEKA) mitteilte, erfolgte die vorsorgliche Schließung nach den beiden seismischen Vorfällen vom 20. Juni auf direkte Anweisung der Organisation für Erdbebenplanung und -schutz (OASP). Diese präventive Maßnahme diene ausschließlich dem Schutz der Touristen und Einheimischen, die den Wanderweg nutzen.
Zum Zeitpunkt der Erschütterungen befanden sich nach offiziellen Angaben genau 566 Personen auf der Route durch das Gebirge. Es kam zu keinen Erdrutschen im Gelände. Dennoch wurden sämtliche Wanderer im Rahmen einer koordinierten Aktion der zuständigen Behörden zügig und sicher aus dem Nationalpark geführt.
Die Schlucht im kretischen Lefka-Ori-Gebirge ist eine der längsten und bekanntesten Europas und zieht jährlich zehntausende Urlauber aus dem DACH-Raum an. Da das Gebiet geologisch aktiv ist, reagieren die griechischen Behörden bei Erdbeben traditionell mit sofortigen Schließungen, um das Risiko durch potenziell herabfallendes Gestein zu minimieren. Gavdos, das Epizentrum der jüngsten Beben, liegt im Libyschen Meer und befindet sich in einer seismisch aktiven Zone. Urlauber, die eine Tour geplant hatten, müssen ihre Ausflüge vorerst verschieben, bis das zuständige Forstamt den Wegverlauf nach einer gründlichen Überprüfung auf lockere Felsbrocken wieder offiziell freigibt.