Griechenland – Fast jeder zehnte Arbeitnehmer in Griechenland ist trotz einer Festanstellung von Armut bedroht. Wie aus Arbeitsmarktdaten für das Jahr 2025 hervorgeht, gelten 9,7 Prozent der Beschäftigten im Alter zwischen 18 und 64 Jahren als sogenannte „Working Poor“. Damit liegt das Land weiterhin über dem europäischen Durchschnitt, der in den 27 Mitgliedsstaaten bei 8,3 Prozent verzeichnet wird.
Das Wichtigste auf einen Blick
- In Griechenland sind 9,7 Prozent der Erwerbstätigen von Armut bedroht, verglichen mit 8,3 Prozent in der EU.
- Auch bei einer Vollzeitbeschäftigung liegt die Armutsgefährdungsquote im Land noch bei 9,1 Prozent.
- Besonders betroffen ist der Teilzeitsektor, in dem über 21 Prozent der Arbeitnehmer als armutsgefährdet gelten.
Langfristiger Rückgang, aber keine vollständige EU-Konvergenz
Die aktuellen Zahlen, die auf einer Auswertung des Arbeitsinstituts des griechischen Gewerkschaftsbundes (INE/GSEE) basieren, belegen zwar eine stetige Verbesserung der Situation in den vergangenen Jahren, zeigen aber keine vollständige Angleichung an das Niveau der Europäischen Union auf. Im Jahr 2009 betrug der entsprechende Armutsindikator in Griechenland noch 13,7 Prozent, bevor er bis 2019 auf 10,1 Prozent sank. Der aktuelle Wert von 9,7 Prozent für 2025 markiert eine klare langfristige Entspannung, bestätigt aber die anhaltenden strukturellen Herausforderungen.
Im europäischen Ländervergleich präsentiert sich ein differenziertes Bild. Griechenland positioniert sich besser als Spanien (11,2 Prozent), Bulgarien (11,8 Prozent), Rumänien (10,7 Prozent) oder Italien (10,2 Prozent). Gleichzeitig schneidet die griechische Wirtschaft schlechter ab als Länder wie Portugal (8,6 Prozent), Polen (8,5 Prozent) oder Tschechien (4,1 Prozent). Dem Bericht zufolge zeige sich, dass die Erwerbsarmut in Griechenland ein ernsthaftes Problem darstelle, das Land jedoch nicht den extremsten Fall innerhalb der untersuchten europäischen Staaten bilde.
Vollzeitjobs bieten keine absolute Sicherheit
Eine detaillierte Betrachtung nach Beschäftigungsart offenbart gravierende Unterschiede. Selbst bei einer Vollzeitbeschäftigung liegt die Armutsquote in Griechenland im Jahr 2025 bei 9,1 Prozent. Obwohl dieser Wert unter dem Niveau von 2009 (13,0 Prozent) liegt, übertrifft er den europäischen Durchschnitt sowie die Quoten in Mittel- und Osteuropa (7,0 Prozent) und dem Balkan (8,4 Prozent). Laut den Erkenntnissen der Experten bedeute dies, dass selbst ein Vollzeitjob auf dem griechischen Arbeitsmarkt keine ausreichende Garantie für den Schutz vor dem Armutsrisiko biete.
Noch ausgeprägter ist die finanzielle Gefährdung bei Personen mit einer Teilzeitbeschäftigung. Hier klettert das Armutsrisiko in Griechenland auf 21,4 Prozent, während der entsprechende EU-27-Durchschnitt bei lediglich 13,5 Prozent liegt. Auch wenn sich die Situation im Vergleich zum Jahr 2009 (26,9 Prozent) verbessert habe, verdeutliche dieser hohe Wert die finanzielle Anfälligkeit von Arbeitnehmern in flexiblen Arbeitsverhältnissen. Trotz dieser Hürden liegt Griechenland in diesem spezifischen Segment noch deutlich unter den Durchschnittswerten der Balkanländer, wo die Quote vor allem wegen extrem hoher Werte in Rumänien und Bulgarien fast 45 Prozent erreicht.