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Eine nachdenkliche junge Frau betrachtet einen Kassenbon in einem Supermarkt in Athen.
Gesellschaft

Eurobarometer: Mehrheit der Griechen erwartet schlechtere Zukunft für nächste Generation

Antonia Feldberg, Autorin bei GRland Deutschland
25.06.2026 22:06
Antonia Feldberg
GriechenlandLand & Leute
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Symbolbild | GRland
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Griechenland – Mehr als jeder zweite Grieche geht davon aus, dass die heutige Generation von Kindern und Jugendlichen einen niedrigeren Lebensstandard haben wird als ihre Eltern. Wie aus dem aktuellen Flash Eurobarometer zur Wirtschaft hervorgeht, blicken lediglich 20 Prozent der griechischen Bevölkerung der Zukunft der jungen Generation optimistisch entgegen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • 54 Prozent der Griechen erwarten eine Verschlechterung des Lebensstandards für die kommende Generation.
  • 65 Prozent der jungen Erwachsenen bis 34 Jahre sind auf finanzielle Unterstützung ihrer Familie angewiesen.
  • 58 Prozent der griechischen Haushalte befürchten, in den nächsten zwölf Monaten ihre festen Rechnungen nicht bezahlen zu können.

Wirtschaftliche Stagnation prägt eine ganze Generation

Die Ergebnisse der im Auftrag des Europäischen Parlaments durchgeführten Erhebung spiegeln eine Entwicklung wider, die den öffentlichen Diskurs in Griechenland seit über 15 Jahren bestimmt. Die Generation, die während der schweren Wirtschaftskrise volljährig wurde – die heutigen 30-Jährigen –, trat unter deutlich schlechteren Bedingungen in den griechischen Arbeitsmarkt ein als ihre Eltern. Viele begannen ihre berufliche Laufbahn mit dem damaligen Mindestlohn von 510 Euro brutto. Bis heute fällt es einem Großteil dieser Altersgruppe schwer, finanzielle Unabhängigkeit zu erreichen. Ein wesentlicher Faktor sind die massiv gestiegenen Wohnkosten. Die Miete für eine Standard-Zweizimmerwohnung in Athen entspricht mittlerweile fast einem durchschnittlichen Monatsgehalt, was die Gründung eines eigenen Haushalts für junge Berufstätige erheblich erschwert.

Blockierte Unabhängigkeit und familiäre Unterstützung

Diese Perspektivlosigkeit wird durch weitere nationale Erhebungen gestützt. In der Studie „Intervention der Jugend 2026“ gab knapp die Hälfte der 17- bis 30-Jährigen an, weniger Chancen zu haben als ihre Eltern im gleichen Alter. Nur 16 Prozent sahen für sich bessere Möglichkeiten. Eine parallele Untersuchung des Instituts Nikos Poulantzas in Zusammenarbeit mit der Linksfraktion im Europäischen Parlament zeichnet das Bild einer Jugend in einer „blockierten Übergangsphase“. Obwohl junge Menschen früher reifen, scheitern sie bei dem Versuch, sich materiell zu emanzipieren. Laut der Studie erhalten 65 Prozent der bis zu 34-Jährigen finanzielle Hilfen aus dem familiären Umfeld, um ihren monatlichen Lebensunterhalt zu bestreiten. Sechs von zehn Befragten gaben an, Schwierigkeiten bei der Deckung laufender Verpflichtungen zu haben. Wie eine Umfrageteilnehmerin erklärte, habe sie mit ihrem ersten Gehalt nicht denselben Spielraum wie einst ihre Eltern. Sie lebe weiterhin als Gast bei ihrer Familie; an einen Auszug oder eine Familiengründung sei mit ihrem aktuellen Einkommen nicht zu denken.

Existenzielle Sorgen weit über dem EU-Durchschnitt

Das aktuelle Flash Eurobarometer, das im Frühjahr unter 26.000 Europäern – davon 1.021 aus Griechenland – durchgeführt wurde, fand in einem von globaler Unsicherheit geprägten Umfeld statt. Die Befragung startete einen Monat nach Beginn der militärischen Auseinandersetzungen zwischen den USA, Israel und dem Iran, was sich in einer allgemeinen geopolitischen und wirtschaftlichen Anspannung niederschlägt. In Griechenland fallen die Sorgen um das direkte Überleben jedoch gravierender aus als im Rest der Europäischen Union.

Während sich Bürger in anderen europäischen Staaten primär um Ausgaben für Urlaub oder Gastronomie sorgen, fürchten die Griechen um ihre Grundversorgung. 52 Prozent der Befragten betrachten die Armut als eines der größten wirtschaftlichen Probleme des Landes, verglichen mit einem EU-Durchschnitt von 32 Prozent. Konkrete Existenzängste zeigen sich bei den Basis-Ausgaben: 58 Prozent der Griechen sorgen sich darum, in den kommenden zwölf Monaten ihre festen Rechnungen nicht begleichen zu können (EU: 29 Prozent). Ebenso viele (52 Prozent) haben Angst, im Krankheitsfall medizinische Versorgung, Pflege oder Medikamente nicht bezahlen zu können – ein Wert, der fast doppelt so hoch liegt wie im europäischen Durchschnitt (27 Prozent). Auch bei den Ausgaben für den täglichen Lebensmittelbedarf im Supermarkt (42 Prozent gegenüber 27 Prozent in der EU) sowie bei den Kosten für Bildung und Kinderbetreuung (20 Prozent gegenüber 8 Prozent) liegt Griechenland deutlich über dem europäischen Vergleichswert.

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