Athen – Die griechische Steuerbehörde (AADE) schiebt dem illegalen Handel mit Tankquittungen zur Steuervermeidung einen endgültigen Riegel vor. Mit einer neuen Verordnung müssen Unternehmen und Freiberufler ab dem 1. Januar 2027 für jede gewerbliche Kraftstoffausgabe ab dem ersten Euro zwingend eine ordnungsgemäße Rechnung (Timologio) vorlegen, um diese als Betriebsausgabe geltend zu machen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Ab 2027 gilt eine strikte Rechnungspflicht für alle B2B-Tankausgaben ab dem ersten Euro.
- Einfache Kassenbons ohne Angabe der Steuernummer werden nicht mehr als Betriebsausgabe anerkannt.
- Alle gewerblichen Kraftstoffausgaben werden künftig automatisch in das digitale Steuersystem myDATA übertragen.
Ende der Steuerhinterziehung durch anonyme Kassenbons
Wie aus Kreisen der unabhängigen Behörde für öffentliche Einnahmen hervorgeht, zielt die Entscheidung A. 1129/2026 des Behördenchefs Giorgos Pitsilis darauf ab, eine gängige Praxis der Steuervermeidung zu beenden. Bisher war es teilweise möglich, im Nachhinein anonyme Kassenbons von Tankstellen zusammenzutragen und diese gegen eine offizielle Rechnung einzutauschen. Ab dem kommenden Jahr werden einfache Einzelhandelsbelege, die keine griechische Steuernummer (AFM) des Käufers aufweisen, bei der Steuererklärung von Gewerbetreibenden nicht mehr akzeptiert.
Volle Digitalisierung über das myDATA-System
Die neue Regelung schließt ein Schlupfloch, das noch aus der Zeit vor der flächendeckenden Einführung der elektronischen Rechnungsstellung stammte. Zuvor nutzten einige Akteure das fehlende Kontrollsystem aus, um fiktive Betriebsausgaben zu deklarieren und somit ihre Steuerlast unrechtmäßig zu senken. Künftig werden alle legitimen gewerblichen Ausgaben für Kraftstoffe durch die sofortige Ausstellung einer Rechnung direkt und automatisch in das digitale Steuersystem myDATA übertragen. Die Finanzverwaltung stellte zudem klar, dass für die Umsetzung dieser Maßnahme keine technischen Anpassungen an der Software der Tankstellen erforderlich seien, da die entsprechenden Systeme bereits heute vollständig einsatzbereit sind.