Griechenland – Schwimmen gilt als eine der gesündesten Bewegungsformen, doch das Meer birgt unberechenbare Risiken. Jedes Jahr ertrinken in Griechenland fast 380 Menschen, wie die griechische Gesundheitsbehörde EODY mitteilt. Ein tödlicher Unfall im Wasser passiert oft lautlos und innerhalb von nur 20 bis 60 Sekunden. Um die positiven Effekte des Schwimmens auf das Herz-Kreislauf-System, die Gelenke und die Schlafqualität sicher genießen zu können, ist die konsequente Einhaltung grundlegender Verhaltensregeln zwingend erforderlich.
Die Direktion für epidemiologische Überwachung der EODY hat die Prävention von Badeunfällen zu einer zentralen Priorität erklärt. Die Datenlage zeigt deutlich, dass vor allem ältere Menschen an den Küsten des Landes gefährdet sind. Wie die Nachrichtenagentur APE-MPE unter Berufung auf offizielle Erhebungen berichtet, bedarf es dringend gezielter Aufklärungskampagnen für Risikogruppen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- In Griechenland ertrinken jährlich durchschnittlich 378 Menschen, davon 81 Prozent im Alter von über 60 Jahren.
- Unterschätzte Vorerkrankungen, Alkoholkonsum und mangelnde Aufsicht bei Kindern gelten als Hauptursachen.
- Die Behörden raten dringend, immer parallel zur Küste zu schwimmen und niemals mit vollem Magen ins Wasser zu gehen.
Die erschreckende Bilanz an griechischen Küsten
Die Zahlen für Griechenland verdeutlichen den Handlungsbedarf. In den vergangenen fünf Jahren wurden durchschnittlich 378 tödliche Wasserunfälle pro Jahr registriert. Davon ereignen sich 99 Prozent im Meer. Männer stellen mit 67 Prozent die Mehrheit der Opfer. Besonders alarmierend ist die Altersstruktur: 81 Prozent der Ertrunkenen sind über 60 Jahre alt. Diese Daten, die auch vom Observatorium Safe Water Sports bestätigt werden, unterstreichen die Notwendigkeit von Präventionsmaßnahmen, die sich speziell an Senioren richten. Die Häufigkeit des Ertrinkens liegt in Griechenland bei 3,6 pro 100.000 Einwohner.
Globale Dimension und Risikogruppen
Auch auf globaler Ebene ist Ertrinken ein massives Problem. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist es weltweit die dritthäufigste Ursache für Todesfälle durch unbeabsichtigte Verletzungen und macht sieben Prozent aller verletzungsbedingten Sterbefälle aus. Jedes Jahr verlieren weltweit 300.000 Menschen ihr Leben durch Ertrinken. Am stärksten betroffen sind Kinder unter fünf Jahren, die die höchste Sterblichkeitsrate aufweisen (10,9 Todesfälle pro 100.000 Einwohner), gefolgt von der Altersgruppe der ab 70-Jährigen (7,7 Todesfälle pro 100.000 Einwohner). Griechenland hat sich aktiv am ersten globalen Statusbericht der WHO zur Ertrinkungsprävention beteiligt.
Die häufigsten Ursachen für tödliche Badeunfälle
Die Gründe für die Unfälle im Wasser sind vielfältig, lassen sich aber oft auf menschliches Fehlverhalten oder Fehleinschätzungen zurückführen. Eine wesentliche Ursache ist die fehlende Fähigkeit zu schwimmen. Bei Minderjährigen führt oft die fehlende oder lückenhafte Aufsicht durch Erwachsene zur Katastrophe, ebenso wie unzureichend gesicherte und nicht umzäunte Schwimmbecken. Alkoholkonsum vor dem Schwimmen bleibt ein konstanter Risikofaktor.
Zudem ignorieren viele Menschen bestehende Vorerkrankungen. Wer an Herzleiden, Demenz, Epilepsie oder anderen neurologischen Störungen leidet, hat ein signifikant erhöhtes Risiko und sollte vor dem Schwimmen medizinischen Rat einholen. Auch das Ignorieren von Wetterwarnungen und die falsche Nutzung von Rettungswesten bei Wassersportaktivitäten führen regelmäßig zu tödlichen Zwischenfällen.
Lebensrettende Verhaltensregeln für den Strandbesuch
Um Tragödien zu vermeiden, hat die Gesundheitsbehörde klare Richtlinien herausgegeben. Badegäste sollten niemals alleine schwimmen und dem Körper Zeit geben, sich an die Wassertemperatur zu gewöhnen, indem sie langsam in das Meer hineingehen und es ebenso allmählich wieder verlassen. Eine der wichtigsten Regeln lautet: Immer parallel zur Küste schwimmen, um bei Erschöpfung rasch wieder festen Boden unter den Füßen zu haben.
Nach dem Essen oder dem Konsum von Alkohol ist der Aufenthalt im Wasser tabu. Unbekannte Gewässer sollten gemieden werden. Kinder erfordern im und am Wasser eine ununterbrochene Beobachtung. Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen müssen sich zwingend an die Vorgaben ihres Arztes halten. Letztlich gilt für alle Altersklassen: Die eigenen körperlichen Fähigkeiten dürfen im Meer niemals überschätzt werden.