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Eine erschöpfte Frau sitzt bei extremer Hitze im Schatten eines Baumes auf einer Straße in Madrid, Spanien.
Aktuelles

Europa im Hitzeofen: Hunderte Tote und zerstörte 80-Jahres-Rekorde

Antonia Feldberg, Autorin bei GRland Deutschland
25.06.2026 21:57
Antonia Feldberg
Welt
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Symbolbild | GRland
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Europa – Eine beispiellose Hitzewelle hat weite Teile West- und Mitteleuropas erfasst und bislang hunderte Todesopfer gefordert, während in mehreren Ländern jahrzehntelange Temperaturrekorde gebrochen werden. Über 380 Millionen europäische Bürger sind aktuell Temperaturen von über 30 Grad Celsius ausgesetzt, wobei 101 Millionen Menschen direkt im Zentrum des extremen Wetterphänomens leben. Die Regierungen reagieren auf die lebensbedrohlichen Bedingungen mit weitreichenden Notfallmaßnahmen, die von massenhaften Schulschließungen bis hin zur raschen Öffnung unterirdischer Bunkeranlagen als Zufluchtsorte für die Bevölkerung reichen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • In Spanien verzeichnete das offizielle Überwachungssystem innerhalb von nur vier Tagen 212 hitzebedingte Todesfälle.
  • Die Schweiz meldet mit 38 Grad in Basel einen neuen historischen Temperaturrekord, der den bisherigen Höchstwert von 1947 übertrifft.
  • In Frankreich wurden landesweit 3.500 Schulen vollständig geschlossen, während 10.000 weitere Bildungseinrichtungen ihre Unterrichtszeiten anpassten.

Spanien und Italien verzeichnen die meisten Opfer

Die anhaltend extremen Temperaturen fordern einen massiven Tribut an Menschenleben. Laut dem Mortalitätsüberwachungssystem (MoMo) des Gesundheitsinstituts Carlos III in Madrid sind in Spanien in einem Zeitraum von nur vier Tagen 212 Menschen aufgrund der Hitze gestorben. Auch in Italien bestätigten die zuständigen Behörden mindestens fünf Todesopfer. Darunter befinden sich Landwirtschafts- und Bauarbeiter, die während ihrer regulären Schicht zusammenbrachen, sowie eine obdachlose Person.

In Frankreich untersuchen die Ermittlungsbehörden derzeit den Tod von drei Personen in ihren Privatwohnungen, der im direkten Zusammenhang mit der starken Hitze stehen soll. Ein wetterbedingter Felsabbruch an einem stark besuchten Strand im französischen Biarritz führte zudem zu einem bestätigten Toten und einer weiteren vermissten Person.

Gesundheitssysteme in Europa arbeiten am Limit

Die beispiellose Hitzebelastung bringt die medizinischen Notdienste und Krankenhäuser an ihre absoluten Belastungsgrenzen. Der Rettungsdienst in London verzeichnete einen historischen Höchststand an Noteinsätzen. Die britischen Sanitäter mussten auf 642 kritische Vorfälle reagieren und rund 3.600 Personen medizinisch erstversorgen, die durch die drückende Hitze akute Herz- und Atemwegsbeschwerden erlitten hatten.

Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, richtete angesichts der dramatischen Lage einen eindringlichen Appell an die internationale Gemeinschaft. Er erklärte, dass die Klimakrise bereits in vollem Gange sei. Die politischen Entscheidungsträger müssten ihre Investitionen in widerstandsfähige Gesundheitssysteme massiv beschleunigen, um die Bevölkerung auf künftige und noch härtere Wetterextreme vorzubereiten.

Schweiz und Österreich melden klimatische Ausnahmezustände

In der gesamten DACH-Region sowie den angrenzenden europäischen Staaten fallen langjährige Temperaturrekorde in rascher Abfolge. In der Schweiz wurde der seit über 80 Jahren bestehende nationale Hitze-Rekord gebrochen: In Basel kletterten die Thermometer auf 38 Grad Celsius und übertrafen damit den historischen Spitzenwert aus dem Jahr 1947 deutlich. In Österreich sowie in Dänemark haben die Zivilschutzbehörden die Bevölkerung dringend aufgerufen, sich zum eigenen Schutz ausschließlich in geschlossenen Räumen aufzuhalten.

Auch andere Länder melden bisher unerreichte Extremwerte: In Großbritannien wurden im Südwesten Englands 36,4 Grad gemessen, was die langjährigen Rekorde der Jahre 1976 und 1957 einstellt. Brüssel erlebte mit 34,6 Grad den heißesten Tag der vergangenen 50 Jahre. Gleichzeitig registrierte der nationale Wetterdienst in Frankreich die wärmste Nacht seiner gesamten meteorologischen Aufzeichnungsgeschichte, bei der sämtliche bisherigen nationalen Tiefsttemperaturwerte überschritten wurden.

Klimaschutzräume und Einschränkungen für Touristen

Um die Zivilbevölkerung und die zahlreichen Urlauber vor Temperaturen zu schützen, die mancherorts die 40-Grad-Marke bedrohen, greifen die Staaten zu drastischen Eingriffen in das öffentliche Leben. Die meteorologische Einrichtung der Niederlande hat für fast das gesamte Landesgebiet eine äußerst seltene rote Warnstufe ausgegeben. Belgiens östliche Provinzen befinden sich ebenfalls in der allerhöchsten Alarmbereitschaftsstufe.

Besonders im stark frequentierten Mittelmeerraum hat die Hitze gravierende Auswirkungen auf den Tourismussektor. In Italien, wo für 17 größere Städte die rote Warnstufe gilt, stellte die weltberühmte Uffizien-Galerie in Florenz den Ticketverkauf vor Ort vollständig ein. Damit sollen Besucher davor bewahrt werden, stundenlang in der prallen und lebensgefährlichen Sonne zu warten. In der italienischen Hauptstadt Rom bereitet die Stadtverwaltung derzeit aktiv die Öffnung von verlassenen Flugabwehrbunkern und antiken römischen Untergrundtunneln vor. Diese weitläufigen Anlagen sollen den Einwohnern in den kommenden Tagen als offizielle Zufluchtsorte dienen, da sie konstant natürliche Innentemperaturen zwischen angenehmen 14 und 17 Grad Celsius aufweisen.

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