Griechenland – Die Preise für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke in Griechenland lagen im Jahr 2025 um 5,3 Prozent über dem europäischen Durchschnitt, obwohl die Kaufkraft der Bevölkerung im EU-Vergleich deutlich hinterherhinkt. Wie aus den aktuellen Daten der europäischen Statistikbehörde Eurostat hervorgeht, verschärft diese Diskrepanz zwischen dem verfügbaren Einkommen und den gestiegenen Lebenshaltungskosten die finanzielle Belastung für Einheimische und ansässige Ausländer im Land massiv.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Die Kaufkraft in Griechenland liegt 20 Prozent unter dem EU-Durchschnitt, während Lebensmittel teurer sind.
- Molkereiprodukte sind europaweit am teuersten und liegen fast 30 Prozent über dem Schnitt.
- Griechische Haushalte wenden mit 35,5 Prozent den höchsten Einkommensanteil der EU für Wohnkosten auf.
Diskrepanz zwischen Kaufkraft und Preisniveau
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf lag in Griechenland im Jahr 2025 um 32 Prozent unter dem Durchschnitt der EU-27. Damit teilt sich das Land laut der Erhebung von Eurostat den letzten Platz mit Bulgarien. Das allgemeine Preisniveau für Waren und Dienstleistungen erreichte hingegen 87,4 Prozent des europäischen Durchschnitts. Genau diese Lücke zwischen dem niedrigen Einkommensniveau – die Kaufkraft liegt 20 Prozent unter dem EU-Schnitt – und den vergleichsweise hohen Preisen für alltägliche Güter führt zu einem spürbaren Kaufkraftverlust und einem verbreiteten Gefühl der Teuerung in der Bevölkerung.
Molkereiprodukte, Fisch und Olivenöl als Preistreiber
In einigen Lebensmittelkategorien verzeichnet Griechenland besonders hohe Aufschläge. Das Land belegt bei Milchprodukten den ersten Platz in Europa: Die Preise lagen hier um 29,9 Prozent über dem EU-Schnitt. Auch bei lokalen Kernprodukten wie Olivenöl, bei dem Griechenland zu den weltweit größten Produzenten gehört, zahlen Konsumenten 7,5 Prozent mehr als im restlichen Europa.
Ähnlich verhält es sich bei Fisch und Meeresfrüchten. Trotz einer stark ausgeprägten heimischen Aquakultur und der direkten Lage am Mittelmeer sind diese Produkte um 11,4 Prozent teurer, was Griechenland in dieser Kategorie zum viertteuersten EU-Land macht. Getreideprodukte, ein wesentlicher Bestandteil der täglichen Ernährung, kosten im Land 4,2 Prozent mehr als im europäischen Durchschnitt.
Telekommunikation, Benzin und Wohnkosten belasten das Budget
Abseits der Supermärkte müssen Verbraucher ebenfalls tief in die Tasche greifen. Die Gebühren für Telekommunikationsdienste lagen 2025 um 26,9 Prozent über dem europäischen Durchschnitt. Zudem waren Möbel um 2,6 Prozent und IT-Ausstattung um 2,1 Prozent teurer. Während die allgemeinen Energiekosten elf Prozent unter dem europäischen Mittelwert blieben, lagen die Preise für Kraftstoffe für Fahrzeuge um 4,5 Prozent darüber. Das machte Griechenland zum fünftteuersten Land beim Tanken – und dies noch vor dem Preisanstieg bei Öl und Benzin, der durch den Krieg im Iran ausgelöst wurde.
Ein massiver Kostentreiber ist das Wohnen. Obwohl die Mieten in Griechenland absolut betrachtet bei etwa 70 Prozent des EU-Schnitts liegen, steigen sie deutlich schneller. Im Mai 2025 lag die Steigerungsrate bei 7,7 Prozent gegenüber drei Prozent in der gesamten EU. Dadurch wendet ein durchschnittlicher griechischer Haushalt 35,5 Prozent seines verfügbaren Einkommens für Wohnkosten auf, während der europäische Durchschnitt bei lediglich 19,2 Prozent liegt.
Lichtblicke bei Dienstleistungen und Bekleidung
Vergleichsweise günstig bleiben hingegen andere Sektoren. Bekleidung und Schuhe waren im vergangenen Jahr um 4,5 beziehungsweise 5,9 Prozent günstiger als im europäischen Durchschnitt. Auch die Preise in der Gastronomie und Hotellerie fielen um 13,9 Prozent niedriger aus. Das stützt die Attraktivität für internationale Urlauber. Für weite Teile der einheimischen Bevölkerung bleiben Hotelbesuche und Restaurantgänge aufgrund der geringen Kaufkraft und der hohen Fixkosten dennoch oft schwer erschwinglich.