Griechenland – Griechenland gehört auch im Sommer 2026 zu den zehn beliebtesten europäischen Reisezielen für Touristen aus Übersee. Laut dem aktuellen „Long-Haul Travel Barometer 2/2026“ der European Travel Commission (ETC) und Eurail belegt das Land im internationalen Vergleich einen stabilen Spitzenplatz, allerdings trüben die weltweit steigenden Reisekosten die Aussichten für die europäische Tourismusbranche zunehmend.
Die Untersuchung zeigt, dass die allgemeine Bereitschaft zu Fernreisen spürbar nachgegeben hat. Während die Reiseabsichten global um fünf Prozentpunkte auf 52 Prozent sanken, erwies sich Europa mit einem moderaten Rückgang um drei Punkte auf 36 Prozent als vergleichsweise krisenfest. Die stärkste Dynamik geht weiterhin von Urlaubern aus China aus, von denen 63 Prozent eine Europa-Reise planen, gefolgt von Brasilien (47 Prozent) und Kanada (40 Prozent). Dagegen verzeichnen die Märkte in den USA und Südkorea das dritte Jahr in Folge ein rückläufiges Interesse.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Griechenland erreicht mit 12 Prozent Zustimmung Platz 10 der beliebtesten europäischen Ziele für Fernreisende.
- Steigende Reisekosten sind mittlerweile der Hauptgrund, warum potenzielle Urlauber auf eine Europa-Reise verzichten.
- Sicherheit bleibt mit 44 Prozent das wichtigste Kriterium bei der Auswahl des Reiseziels auf dem Kontinent.
Südeuropa dominiert trotz ausgeprägter Kostensensibilität
Im Ranking der begehrtesten Destinationen liegt Frankreich mit 39 Prozent weiterhin unangefochten an der Spitze. Es folgen Italien (29 Prozent), Deutschland (25 Prozent), das Vereinigte Königreich (22 Prozent) und Spanien (21 Prozent). Griechenland teilt sich mit einem Wert von 12 Prozent den zehnten Rang mit Österreich. Insgesamt bleibt der Süden und der Mittelmeerraum mit einem Anteil von 73 Prozent die dominierende Urlaubsregion für außereuropäische Gäste.
Allerdings hinterlässt der anhaltende Preisauftrieb deutliche Spuren im Konsumverhalten. Fast vier von zehn Befragten, die eine Fernreise planen, aber Europa explizit ausschließen, geben an, die hohen Gesamtkosten finanziell nicht stemmen zu können. Damit hat der wirtschaftliche Druck geopolitische Risiken wie den Ukraine-Krieg oder die Konflikte im Nahen Osten als primären Hinderungsgrund abgelöst. Demgegenüber steht die unangefochtene Wahrnehmung der Sicherheit: Für 44 Prozent der Befragten ist die politische und persönliche Stabilität der wichtigste Faktor bei der Ortswahl – noch vor weltberühmten Sehenswürdigkeiten.
Verändertes Konsumverhalten: Erlebnisse statt Konsum
Die veränderten Rahmenbedingungen zwingen viele Urlauber zum Umdenken beim Budget. Zwar reisen weiterhin 71 Prozent primär zur Erholung nach Europa und planen Aufenthalte von ein bis zwei Wochen, doch der Anteil derer, die ein Tagesbudget von lediglich 50 bis 100 Euro pro Person veranschlagen, wächst kontinuierlich. Um Kosten zu sparen, tendieren drei von vier Reisenden dazu, mehrere Länder während eines Trips zu besuchen und verstärkt auf das Schienennetz auszuweichen. Die geplante Nutzung von Zugtickets stieg im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozentpunkte an.
Gleichzeitig gewinnen günstigere Alternativen in Zentral- und Osteuropa, darunter Polen, die Slowakei, Kroatien und Bulgarien, an Attraktivität. Innerhalb der Urlaubsausgaben verschieben sich die Prioritäten weg von materiellen Gütern hin zu immateriellen Werten: Die Gastronomie hat sich mit 67 Prozent als zentraler Pfeiler der Reiseerfahrung etabliert, dicht gefolgt von kulturellen Aktivitäten und Naturerlebnissen. Das Budget für Shopping (40 Prozent) und luxuriöse Unterkünfte (27 Prozent) wird hingegen immer häufiger zugunsten authentischer Erlebnisse gekürzt.