Nordgriechenland – Mit einer Gesamtlänge von knapp 1.000 Kilometern inklusive aller Anschlussachsen verfügt Griechenland über die längste zusammenhängende Autobahn der gesamten Balkanhalbinsel. Die sogenannte Egnatia Odos durchquert das Land horizontal und bildet für Reisende, die über den Seeweg per Fähre anreisen, sowie für den internationalen Güterverkehr eine logistische Hauptschlagader auf dem Weg in Richtung Osten.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Die Haupttrasse der Egnatia Odos erstreckt sich über rund 670 Kilometer durch Nordgriechenland.
- Die Verkehrsachse verbindet den Hafen Igoumenitsa am Ionischen Meer mit Kipoi an der türkischen Grenze.
- Für die Überwindung der Gebirgsmassive wurden 73 Doppeltunnel und 177 große Brücken errichtet.
Ein gigantisches Bauprojekt durch das Gebirge
Die vollständige Inbetriebnahme der Strecke im Mai 2009 markierte einen Wendepunkt für das Straßennetz in Nordgriechenland. Das Bauprojekt gilt bis heute als eines der anspruchsvollsten technischen Bauwerke im modernen Europa. Um die massiven Gebirgszüge des Pindos und des Vermio zu überwinden, waren gewaltige Eingriffe in das extrem raue und steile Gelände notwendig. Insgesamt umfasst die Autobahn 73 Doppeltunnel mit einer Gesamtlänge von fast 50 Kilometern. Die längste Röhre ist der Driskos-Tunnel, der sich über eine Strecke von etwa 4,6 Kilometern unter dem Gebirgsmassiv hindurchzieht.
Zusätzlich wurden 177 große Brückenbauwerke konstruiert, die zusammen eine Länge von rund 42 Kilometern abdecken. Für eine nahtlose Anbindung an das regionale und nationale Verkehrsnetz sorgen darüber hinaus 63 planfreie Knotenpunkte. Rechnet man die verschiedenen vertikalen Anschlussachsen hinzu, die den 670 Kilometer langen Hauptkorridor ergänzen, summiert sich das gesamte Netzwerk der Egnatia Odos auf rund 1.000 Kilometer. Diese beeindruckenden Ausmaße machen die Strecke zum unangefochtenen Giganten der balkanischen Infrastruktur.
Neue Achsen sollen die Anbindung optimieren
Die strategische Bedeutung der Autobahn für die südosteuropäische Region wird in naher Zukunft weiter wachsen. Derzeit laufen in Griechenland mehrere große Infrastrukturprojekte, welche die Verbindungen zwischen der nördlichen Region und dem zentralen Festland beschleunigen sollen. Ein zentrales Vorhaben in diesem Zusammenhang ist die Fertigstellung des nördlichen Abschnitts der neuen Autobahn E65.
Diese neue Verkehrsachse wird künftig auf Höhe der Ortschaft Agiofyllo direkt an die Egnatia Odos angebunden. Durch diesen Lückenschluss entstehen deutlich direktere Nord-Süd-Verbindungen, die nicht nur den überregionalen Verkehr entlasten, sondern auch den Verkehrsfluss innerhalb des gesamten griechischen Autobahnnetzes spürbar aufwerten.