Athen – Die demografische Krise in Griechenland verschärft sich weiter, da die Zahl der Neugeborenen im Jahr 2025 auf ein neues Rekordtief gefallen ist. Wie die griechische Statistikbehörde (ELSTAT) bekannt gab, wurden im vergangenen Jahr landesweit nur noch 65.594 Lebendgeburten registriert, was einem drastischen Einbruch von mehr als 19.000 Geburten innerhalb von fünf Jahren entspricht und tiefgreifende Auswirkungen auf die gesellschaftliche und wirtschaftliche Struktur des Landes signalisiert.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Im Jahr 2025 wurden in Griechenland 65.594 Lebendgeburten verzeichnet, ein Rückgang von 4,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
- Die Mutterschaft verschiebt sich zunehmend in ein höheres Alter, wobei Geburten bei Frauen über 40 Jahren spürbar zunehmen.
- Zwölf der 13 griechischen Regionen melden rückläufige Geburtenzahlen, wobei lediglich die Insel Kreta ein leichtes Plus verzeichnet.
Rückgang um fast 20.000 Geburten seit 2020
Laut den vorläufigen Daten der Griechischen Statistikbehörde (ELSTAT) verringerte sich die Geburtenzahl im Jahr 2025 auf 33.620 Jungen und 31.974 Mädchen. Dies entspricht einem Minus von 2.873 Geburten im Vergleich zum Jahr 2024, als noch 68.467 Kinder geboren wurden. Betrachtet man die Entwicklung über einen Zeitraum von fünf Jahren, wird die demografische Verschiebung noch deutlicher: Gegenüber den 84.764 registrierten Geburten im Jahr 2020 sank die Zahl der Neugeborenen um 19.170. Die Zahl der Totgeburten lag 2025 bei 420, was einer Abnahme von 7,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Die Daten zeigen zudem saisonale Schwankungen. Im Vergleich zu 2024 wurden die stärksten prozentualen Rückgänge im November (minus 10,4 Prozent) und im Januar (minus 10,0 Prozent) verzeichnet. Demgegenüber standen leichte Zuwächse im September und Mai. Auch das Verhältnis nach Staatsangehörigkeit hat sich über die Jahre verändert: Im Jahr 2025 betrug das Verhältnis von Geburten griechischer Mütter zu jenen ausländischer Mütter 8,9 zu 1. Im Jahr 2015 lag dieser Wert noch bei 6,7 zu 1, im Jahr 2005 bei 5,1 zu 1.
Immer mehr späte Mütter
Ein zentrales Element des demografischen Wandels in Griechenland ist die Verschiebung der Mutterschaft in höhere Altersgruppen. Vergleicht man die Zahlen von 2025 mit denen aus dem Jahr 2015, zeigen sich die deutlichsten Rückgänge bei Frauen zwischen 30 und 34 Jahren (minus 12.356 Geburten) sowie bei den 25- bis 29-Jährigen (minus 7.922). Gleichzeitig verzeichnet die Statistikbehörde eine Zunahme der Geburten bei Frauen im Alter von 40 bis 44 Jahren um 1.031 Geburten sowie in der Altersgruppe von 45 bis 49 Jahren.
Regionale Unterschiede: Kreta als einzige Ausnahme
Die demografische Talfahrt betrifft nahezu das gesamte Land. In zwölf der 13 griechischen Regionen wurden sinkende Geburtenzahlen gemeldet. Die größten absoluten Rückgänge verzeichneten die stark bevölkerte Region Attika mit der Hauptstadt Athen (minus 1.007 Geburten), gefolgt von Zentralmazedonien (minus 656) und der Peloponnes (minus 273). Die einzige positive Ausnahme in der landesweiten Statistik bildet die Urlaubsinsel Kreta: Hier wurde entgegen dem nationalen Trend ein leichter Anstieg um 129 Geburten registriert.