Athen – Ein ausgedehnter Waldbrand in der Region Mandra im Westen Attikas hat am Sonntagnachmittag zu einem massiven Aufgebot der griechischen Rettungskräfte geführt. Die Behörden aktivierten umgehend das europäische Notrufsystem 112, um die Anwohner in Alarmbereitschaft zu versetzen, während gleichzeitig weitreichende Verkehrssperrungen auf wichtigen Verbindungsstraßen nach Theben eingerichtet wurden.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Massiver Löscheinsatz mit 210 Feuerwehrleuten, 19 Löschflugzeugen und 10 Hubschraubern.
- Weiträumige Straßensperrungen auf der Alten Nationalstraße Athen-Theben durch die Polizei.
- Ermittlungsbehörden prüfen unbestätigte Berichte über eine achtlos weggeworfene Zigarette als Auslöser.
Entwicklung des Brandes und Einsatzkräfte
Das Feuer brach kurz vor 15:30 Uhr in einem landwirtschaftlich und forstwirtschaftlich genutzten Gebiet in der Ortschaft Sfaka in der Nähe von Oinoi aus. Wie die griechische Feuerwehr mitteilte, seien die verstreut liegenden Wohnhäuser in der Region derzeit nicht unmittelbar bedroht. Aufgrund der vorherrschenden Winde werde die Feuerfront jedoch in Richtung des Gebiets Karaouli getrieben. Gegen 19:00 Uhr meldeten die Einsatzkräfte eine spürbare Verbesserung der Lage, kämpften aber weiterhin gegen zahlreiche aktive Brandherde, die sich tief im Waldgebiet befanden.
Die Löschtrupps wurden im Laufe des Nachmittags kontinuierlich aufgestockt. Aktuell befinden sich 210 Einsatzkräfte der Feuerwehr vor Ort, unterstützt von zehn Fußtrupps der Spezialeinheit EMODE, 45 Löschfahrzeugen sowie zahlreichen freiwilligen Helfern und Zivilschutzgruppen. Aus der Luft werfen 19 Löschflugzeuge und zehn Hubschrauber – von denen zwei ausschließlich der Koordination dienen – ununterbrochen Wasser ab.
Einsatzkoordination und Warnungen
Die Löscharbeiten gestalten sich schwierig, da das Feuer nach dem Ausbruch in trockenem Grasland schnell auf das schwer zugängliche Waldgebiet übergriff und dort eine hohe thermische Belastung entwickelte. Der Einsatz wird vom mobilen Einsatzzentrum OLYMPOS aus geleitet. Zusätzlich wurde eine mobile Drohnen-Einheit in das Gebiet verlegt. Das Einsatzzentrum erhält so kontinuierlich Live-Bilder von optischen und thermischen Kameras.
Um 16:20 Uhr erhielten die Bewohner der betroffenen Gebiete eine Warnung über das Notrufsystem 112, in der sie aufgefordert wurden, sich auf eine mögliche Evakuierung vorzubereiten. Der Bürgermeister der Gemeinde Mandra-Eidyllia, Armodios Drikos, erklärte gegenüber dem Staatssender ERT, dass die Winde die Flammen derzeit in ein unbewohntes Gebiet lenken würden. Gleichzeitig prüfen Beamte der Abteilung für Brandstiftung der Region Westattika erste Zeugenaussagen, wonach der Brand möglicherweise durch eine aus einem fahrenden Auto geworfene Zigarette verursacht worden sein könnte. Für die Region Attika gilt aktuell die Brandgefahrenstufe 4, was einem sehr hohen Risiko entspricht.
Umfangreiche Straßensperrungen in Westattika
Aufgrund der starken Rauchentwicklung und der Löscharbeiten sah sich die griechische Polizei gezwungen, den Verkehr auf mehreren wichtigen Verbindungsstraßen zu unterbrechen. Die Alte Nationalstraße Athen-Theben ist ab der Kreuzung Oinoi-Porto Germeno in Fahrtrichtung Elefsina gesperrt. Eine weitere Sperrung betrifft denselben Streckenabschnitt auf Höhe der Taverne Linardos in Richtung Vilia. Auch am Kreisverkehr in Mandra wird der Verkehr in Richtung Theben gestoppt.
Darüber hinaus sind die Landstraßen zwischen Oinoi und Porto Germeno sowie zwischen Alepochori und Psatha, jeweils in Fahrtrichtung Vilia, nicht passierbar. Zur Absicherung des Einsatzes stehen Rettungswagen des Notfalldienstes EKAB in unmittelbarer Nähe bereit. Auch die griechische Küstenwache wurde vorsorglich in Bereitschaft versetzt.