Griechenland – Ein außergewöhnlich heftiges Sommertief zieht derzeit über weite Teile Griechenlands und sorgt für erhebliche Unwetterschäden. Wie die Meteorologin des öffentlich-rechtlichen Senders ERT, Nikoleta Ziakopoulou, mitteilte, wurden innerhalb weniger Stunden landesweit über 100.000 Blitze über Land und Meer registriert. Die Experten sprechen von einem für die Jahreszeit seltenen Wetterphänomen, das erhebliche Sicherheitsrisiken mit sich bringt.
Die Hauptbetroffenen Regionen erstrecken sich von Zentralgriechenland über Thessalien und Makedonien bis hin zur Insel Euböa. In den kommenden Stunden verlagert sich die Unwetterfront weiter südlich in Richtung der Hauptstadtregion Attika. Der Zivilschutz hält die Alarmstufe „Red Code“ aufrecht und warnt vor anhaltender Gefahr bis zum Samstagmorgen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- 100.000 Blitze registriert: Extremes Gewittertief verursacht eine außergewöhnlich hohe Blitzeinschlagquote und erste Brände.
- Schwerpunkt im Zentrum und Nordosten: Regionen wie Thessalien, Fthiotida, Euböa und Chalkidiki stehen unter Notfall-Bereitschaft („Red Code“).
- Entwarnung ab Samstagmittag: Die Intension der Niederschläge nimmt erst ab dem Samstagnachmittag schrittweise ab.
Hagel auf dem Olymp und Sturmschäden in Fthiotida
Die Intensität des Unwetters zeigte sich unter anderem am Berg Olymp, wo ein heftiger Hagelschauer die Landschaft mitten im Hochsommer komplett weiß färbte. Ähnlich dramatisch entwickelte sich die Lage in der Gemeinde Makrakomi in der Region Fthiotida. Dort riss ein lokaler Sturm das Dach eines Gebäudes der landwirtschaftlichen Genossenschaft ab. Die Trümmerteile beschädigten Strommasten sowie geparkte Fahrzeuge vor einem Supermarkt. Umgestürzte Bäume blockierten zudem Abschnitte der Nationalstraße zwischen Lamia und Karpenisi.
Blitzschlag löst Feuer aus – Wasserhosen vor Chalkidiki
In der Hafenstadt Volos und der umliegenden Region Magnesia führten Starkregen und Gewitter zu ersten Notfällen. Bei Kerasia löste ein Blitzeinschlag einen Vegetationsbrand aus, den die örtliche Feuerwehr umgehend bekämpfen musste. Über dem Notruf 112 erhielten Anwohner in mehreren Bezirken direkte Warnmeldungen auf ihre Mobiltelefone, um unnötige Fahrten zu vermeiden.
An der Küste Nordgriechenlands beobachteten Anwohner ein seltenes Naturschauspiel: Im Golf von Athos, zwischen dem zweiten und dritten Finger der Halbinsel Chalkidiki, bildeten sich am Freitagmorgen mehrere Wasserhosen sowie eine rotierende Trichterwolke über dem Meer.
Besserung erst ab Samstagnachmittag erwartet
Für die Hauptstadregion Attika verlagert sich das Hauptrisiko auf den Freitagabend, wenn schwere Gewitter und Sturmböen erwartet werden. Neben den Regenfällen führt die Wetterfront zu spürbar kühleren Temperaturen, die landesweit selten die Marke von 31 Grad Celsius überschreiten. Die Behörden rechnen ab den frühen Morgenstunden des Samstags mit einer schrittweisen Wetterberuhigung, wobei auf Euböa sowie den nordöstlichen Ägäis-Inseln Thasos, Lemnos und Samothraki noch bis zum Mittag mit vereinzelt starken Regenfällen zu rechnen ist.