Athen – Ein plötzliches und schweres Unwetter hat am Freitagabend die griechische Hauptstadt sowie weite Teile des Landes erfasst. Nach einer Phase intensiver Sommerhitze sorgten Starkregen, orkanartige Böen und extreme Blitzaktivitäten kurz vor 19:00 Uhr für überschwemmte Straßen, umgestürzte Bäume und erhebliche Verkehrseinschränkungen im Großraum Athen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Extreme Blitzdichte: Landesweit wurden laut Meteorologen über 112.000 Blitzeinschläge über Land und Meer registriert.
- Bahnverkehr gestoppt: Witterungsbedingte Stromausfälle zwangen zur vollständigen Einstellung der Vorortzüge in Athen.
- Verletzter in Piräus: Der Einsturz eines Baugerüsts blockierte eine Hauptverkehrsachse und führte zu einem Leichtverletzten.
Plötzlicher Wetterumbruch überrascht Hauptstadt
Die abrupte Wetterveränderung traf viele Passanten in der griechischen Metropole unvorbereitet. Obwohl der griechische Zivilschutz und meteorologische Dienste im Vorfeld Warnungen ausgesprochen hatten, suchten zahlreiche Menschen ohne Regenschirme hastig nach Unterschlupf. Der heftige Platzregen verwandelte innerhalb kurzer Zeit mehrere Straßen in der Region Attika in reißende Bäche, was die Fortbewegung für Fahrzeuge und Fußgänger massiv erschwerte. Erst gegen 20:00 Uhr ließ die Intensität der Niederschläge allmählich nach, auch wenn der Regen anhielt.
Eingestürztes Gerüst und Verkehrshindernisse
Die starken Winde verursachten in mehreren Stadtteilen teils erhebliche Sachschäden. In der Hafenstadt Piräus stürzte ein an einem Mehrfamilienhaus angebrachtes Baugerüst in der Grigoriou-Lampraki-Straße ein. Ein vorbeifahrender Motorradfahrer erlitt dabei leichte Verletzungen. Die Trümmer beschädigten zudem auf dem gegenüberliegenden Bürgersteig geparkte Motorräder sowie ein Auto, was zur vollständigen Sperrung der Straße auf Höhe der Omiridou-Skylitsi-Straße führte.
Auch in anderen Teilen Athens blockierten umgestürzte Bäume den Verkehr. Auf der viel befahrenen Petrou-Ralli-Straße musste eine Fahrbahnhälfte gesperrt werden, während im Stadtteil Bournazi die Konstantinoupoleos-Straße vorübergehend unpassierbar war. Auf der zentralen Alexandras-Allee riss eine Sturmböe einen Baum entwurzelt aus dem Boden, der auf den Eingangsbereich eines Wohnhauses stürzte. Die Behörden meldeten später, dass die blockierten Straßen wieder für den Verkehr freigegeben werden konnten.
Stromausfall stoppt Athener Vorortbahn
Die extremen Wetterbedingungen wirkten sich gravierend auf den öffentlichen Nahverkehr aus. Die Betreibergesellschaft Hellenic Train gab bekannt, dass der Betrieb des Athener Vorortzuges (Proastiakos) bis auf Weiteres vollständig eingestellt werden musste. Grund hierfür waren wetterbedingte Störungen bei der Stromversorgung.
Nach Rücksprache mit der staatlichen Infrastrukturgesellschaft OSE teilte das Unternehmen mit, dass sowohl die elektronische Versorgung als auch die Schienenzirkulation im gesamten Netz unterbrochen seien. Reisende und Pendler müssen flächendeckend mit Zugausfällen, massiven Verspätungen und Fahrplanänderungen rechnen. Die Verantwortlichen arbeiten laut offizieller Mitteilung intensiv an der Wiederherstellung der Systeme.
Landesweite Unwetterwarnungen über das Cell-Broadcast-System
Das Gewittersystem beschränkte sich nicht nur auf die Hauptstadtregion, sondern traf zahlreiche Landesteile Griechenlands, darunter beliebte Urlaubsregionen. In Städten und Gebieten wie Thessaloniki, Chalkidiki, Volos und Zakynthos meldeten lokale Behörden abgedeckte Dächer, durch Hagel zerstörte Ernten und Tornados vor den Küsten. Die meteorologischen Aufzeichnungen des Portals Meteo dokumentierten die außergewöhnliche Zahl von 112.780 Blitzen in kürzester Zeit.
Um die Bevölkerung zu schützen, aktivierte der Zivilschutz das Warnsystem über die Notrufnummer 112. Bewohner und Urlauber in Regionen wie Larissa, Fthiotida, Euböa (Evia), Skyros, Magnesia und auf den Sporaden erhielten auf ihren Mobiltelefonen dringende Warnmeldungen. Diese riefen zu erhöhter Vorsicht bei der Fortbewegung auf, da für einen Zeitraum von 12 Stunden mit weiterhin lokal schweren Regenfällen, Gewittern und hoher Blitzgefahr zu rechnen sei.