In Griechenland startet am 31. August eine konzertierte Aktion zur Senkung der Lebenshaltungskosten. Die Regierung hat sich mit der Lebensmittelindustrie und den großen Supermarktketten auf eine freiwillige Initiative geeinigt, die spürbare Preisnachlässe auf zahlreiche Artikel des täglichen Bedarfs vorsieht. Ziel ist es, die weiterhin spürbaren Auswirkungen der Inflation auf den Lebensmitteleinkauf für Haushalte abzufedern.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Preisnachlässe von mindestens 5 Prozent auf zwölf zentrale Produktkategorien ab Ende August.
- Spezielle Etiketten in den Supermärkten sollen Verbrauchern das Erkennen der reduzierten Artikel erleichtern.
- Ausgenommen von der zwei- bis viermonatigen Maßnahme sind frisches Obst und Gemüse.
Diese Produktkategorien werden günstiger
Das Programm umfasst jene Basisgüter, die laut Marktdaten den größten Teil des täglichen Warenkorbs ausmachen. Zu den zwölf ausgewählten Kategorien gehören frisches Fleisch (Rind, Schwein, Geflügel), Milchprodukte wie Joghurt und Käse, Eier, Brot und Mehl sowie Nudeln, Reis und Hülsenfrüchte. Auch Oliven- und Samenöle, Butter, Margarine, Kaffee, Cerealien, Süßwaren und alkoholfreie Getränke fallen unter die Vereinbarung. Ebenso berücksichtigt werden Non-Food-Artikel des täglichen Gebrauchs, darunter Baby- und Körperpflegeprodukte, Wasch- und Reinigungsmittel sowie Schulbedarf für den nahenden Unterrichtsbeginn im Herbst.
Die Auswahl der Artikel basiert auf den Analysen der Unabhängigen Marktkontrollbehörde. Deren Daten zeigen, dass eine konzentrierte Preissenkung bei etwa 10 bis 15 Prozent der umsatzstärksten Produkte den größten spürbaren Effekt für die Käufer erzielt, da diese für fast 80 Prozent des gesamten Supermarktumsatzes verantwortlich sind. Frisches Obst und Gemüse bleiben jedoch bewusst von der Initiative ausgeschlossen. Die ständigen wetter- und erntebedingten Preisschwankungen machen eine verbindliche Preisbindung in diesem Segment organisatorisch kaum umsetzbar.
Spezielle Kennzeichnung am Regal und staatliche Aufsicht
Um die Orientierung beim Einkauf zu erleichtern, werden die betroffenen Waren direkt am Verkaufsregal mit speziellen Hinweisschildern markiert. Die Teilnahme der Unternehmen ist zwar freiwillig, die Einhaltung der Rabatte wird jedoch staatlich überwacht.
„Wir haben uns mit den Vertretern der Wirtschaft und der Leitung der Marktkontrollbehörde getroffen, um alles Notwendige zu beschleunigen, damit die Nationale Initiative ab dem 31. August Gestalt annimmt“, erklärte der griechische Entwicklungsminister Takis Theodorikakos nach dem Spitzentreffen. Die vereinbarten Preissenkungen sollen einen Wert von fünf Prozent nicht unterschreiten, wobei höhere Rabatte ausdrücklich erwünscht seien. Die Maßnahme ist zunächst auf einen Zeitraum von zwei bis vier Monaten angelegt.
Aktuelle Inflationsdaten und das Ende des Preisdeckels
Der Start der Initiative fällt mit der Veröffentlichung der neuesten Wirtschaftsdaten zusammen. Die griechische Statistikbehörde ELSTAT meldete für den Juni einen Rückgang der allgemeinen Teuerungsrate auf 4,4 Prozent, nach 5,2 Prozent im Mai. Bei Lebensmitteln und alkoholfreien Getränken lag die Jahresinflation bei 2,7 Prozent.
Trotz der allgemeinen Entspannung bleiben die Preise in einzelnen Lebensmittelgruppen hoch. So verteuerten sich Rindfleisch um 15,6 Prozent, Lamm und Ziege um 16,2 Prozent sowie Kaffee um 4,3 Prozent. Gleichzeitig verzeichneten Produkte wie Olivenöl einen Preisrückgang von 12,8 Prozent, auch Reis und Fisch wurden günstiger.
Die neue freiwillige Vereinbarung mit dem Handel löst faktisch die bisherige staatliche Begrenzung der Gewinnmargen ab, die am 30. Juni ausgelaufen war. Die Regierung setzt nun darauf, dass die jüngsten Preissenkungen der Großlieferanten – die Marktkontrolleure registrierten zuletzt bei knapp 1.900 Artikeln durchschnittliche Abschläge von knapp sechs Prozent – durch die neue Initiative systematisch und transparent an die Endkunden an den Kassen weitergegeben werden.