Kreta – Ein Erdbeben der Stärke 4,7 hat am Montagabend, dem 2. November 2026, die Meeresregion südöstlich der griechischen Insel erschüttert. Das Epizentrum lag vor der Küste des Regionalbezirks Lasithi, rund 54 Kilometer südöstlich der Ortschaft Goudouras. Bereits am Vormittag war in der weiteren Umgebung ein schwächerer Erdstoß registriert worden.
Das Geodynamische Institut des Nationalen Observatoriums Athen verzeichnete das stärkere Beben um 18:49 Uhr griechischer Ortszeit. Nach den überarbeiteten Messdaten erreichte es die Magnitude 4,7 bei einer Herdtiefe von rund 30,7 Kilometern. Der Ursprung lag im Meer, nicht auf der Insel selbst.
Nach Angaben des öffentlich-rechtlichen griechischen Rundfunks ERT war die Erschütterung in der Region leicht zu spüren, löste bei den Bewohnern aber keine größere Beunruhigung aus. In den am Montagabend vorliegenden Berichten gab es keine Meldungen über Verletzte oder Sachschäden.
Schon am Vormittag hatte die Erde südlich von Kreta gebebt
Nur wenige Stunden zuvor, um 10:59 Uhr am selben Tag, hatte das Geodynamische Institut einen weiteren Erdstoß mit der Magnitude 3,8 erfasst. Dessen Epizentrum wurde rund 80 Kilometer südöstlich von Goudouras lokalisiert, die Tiefe auf etwa 10,8 Kilometer geschätzt. Die vorläufige automatische Auswertung hatte zunächst eine höhere Magnitude von 4,1 ergeben, die später auf 3,8 korrigiert wurde.
Beide Beben ereigneten sich damit in derselben weiteren Meeresregion südöstlich von Kreta. Aus ihrer zeitlichen und räumlichen Nähe allein lässt sich allerdings nicht ableiten, ob sie Teil derselben seismischen Folge sind.
Warum die Region um Kreta seismisch aktiv ist
Die Region südlich von Kreta gehört zum Hellenischen Bogen, einer tektonisch besonders aktiven Zone des Mittelmeers. Dort bewegt sich die afrikanische beziehungsweise nubische Erdplatte unter den ägäischen Bereich. Diese Plattenbewegung ist ein wesentlicher Grund dafür, dass im Süden Griechenlands regelmäßig Erdbeben auftreten.
Die unterschiedlichen Entfernungs- und Tiefenangaben in ersten Meldungen zum Beben vom Montagabend hängen mit verschiedenen vorläufigen und nachträglich überarbeiteten seismologischen Auswertungen zusammen. Frühe automatische Angaben nannten eine Tiefe von etwa 10 Kilometern, während die später veröffentlichten Daten des Athener Geodynamischen Instituts bei rund 30,7 Kilometern liegen.
Mit Informationen von: Geodynamisches Institut des Nationalen Observatoriums Athen; United States Geological Survey (USGS).