Griechenland – Das Unwetter Agneta sorgt am Dienstag, dem 3. November 2026, in weiten Teilen Griechenlands für Starkregen, Gewitter und örtlich Hagel. Wegen der erhöhten Hochwassergefahr hat der griechische Zivilschutz für sieben Gebiete die Alarmstufe Red Code ausgerufen. Besonders betroffen sind der Westen, der Norden und Inselregionen der Ägäis.
Bereits im Vorfeld wurden über das Warnsystem 112 Nachrichten an Menschen in Thesprotia, Preveza und auf den Ionischen Inseln verschickt. Darin wurden sie aufgefordert, ihre Fahrten und sonstigen Wege einzuschränken. Das Ministerium für Klimakrise und Zivilschutz rät außerdem, während der stärksten Unwetter möglichst nicht unterwegs zu sein und die Anweisungen der zuständigen Behörden zu befolgen.
Diese sieben Gebiete stehen unter Red Code
Für den 2. und 3. November hat der Zivilschutz folgende sechs Verwaltungsregionen sowie die Regionalbezirke des Dodekanes in den Alarmzustand versetzt:
- Ionische Inseln
- Epirus
- Westmakedonien
- Zentralmakedonien
- Ostmakedonien und Thrakien
- Nordägäis
- Regionalbezirke des Dodekanes in der Region Südägäis
Die Einstufung bedeutet die vollständige Mobilisierung des Zivilschutzmechanismus: Einsatzkräfte, Ausrüstung und weitere benötigte Mittel werden für mögliche Notlagen bereitgestellt. Dazu gehören auch Maßnahmen zur Bewältigung von Schäden sowie kurzfristige Hilfe und Unterstützung nach einem schweren Ereignis.
Nach Angaben des Ministeriums steht das Nationale Zentrum zur Koordinierung von Einsätzen und Krisenmanagement (ESKEDIK) fortlaufend mit Gemeinden, Regionen und weiteren zuständigen Stellen in Verbindung. Die Feuerwehr bleibt dort im Einsatz, wo sie gebraucht wird. Der Einsatzplan gegen Hochwasser und damit verbundene Gefahren ist weiterhin aktiviert. Gemeinden und Regionen sind außerdem aufgerufen, ihre lokalen beziehungsweise regionalen Koordinierungsgremien unverzüglich einzuberufen.
Die rote Wetterwarnung für besonders heftige Niederschläge bezog sich je nach Gebiet auf unterschiedliche Zeitfenster: Auf die östliche Ägäis ab Chios südwärts einschließlich Dodekanes bis zum späten Montagabend, dem 2. November; auf Korfu, Paxos und vor allem die Küstengebiete von Epirus von Montagabend bis Dienstagmorgen; und auf Zentral- und Ostmakedonien, Thasos, Samothraki, Thrakien sowie die nordöstlichen Ägäisinseln Limnos, Agios Efstratios und Lesbos während der Nacht und am Dienstag.
Starkregen bis zum Mittag im Westen, später Schwerpunkt in der Ägäis
Die Niederschläge haben sich in der Nacht auf Dienstag vielerorts ausgebreitet. Bis zum Mittag werden besonders auf den Ionischen Inseln, in Epirus sowie im westlichen Mittelgriechenland und auf der westlichen Peloponnes schwere Gewitter erwartet. Auch in Mittel- und Ostmakedonien, Thrakien, der östlichen Ägäis, auf den Kykladen, dem Dodekanes und stellenweise im östlichen Festland können die Regenmengen hoch ausfallen. Hagel ist vor allem über dem Meer, in Küstenregionen sowie örtlich auf dem östlichen und südlichen Festland möglich.
Am Nachmittag sollen die Unwetter in Makedonien und Thrakien nachlassen. Bis zum Abend konzentrieren sich die Niederschläge voraussichtlich auf die östliche Ägäis und Teile des östlichen Festlands; eine weitere Vorhersage nennt insbesondere die nördliche und östliche Ägäis sowie den Dodekanes als letzte Schwerpunkte. In großen Teilen des übrigen Landes wird eine Wetterberuhigung erwartet. Auf Kreta und in weiten Teilen der Ägäis bleibt die Staubbelastung erhöht.
Die Winde erreichen auf den Meeren vielfach 6 bis 7 Beaufort. Im Ionischen Meer sind zeitweise örtlich sogar 8 Beaufort möglich, bevor der Wind nach Mittag nachlässt und auf Nordwest dreht. In der zentralen und nördlichen Ägäis weht er zunächst überwiegend aus Südost mit 5 bis 7 Beaufort, in den übrigen Ägäisgebieten aus Südwest mit ähnlicher Stärke. Am Abend dreht der Wind auch im nördlichen Ägäischen Meer auf Nordwest.
Für Athen und Attika sind nach Regen bis in die Morgenstunden längere sonnige Abschnitte mit zeitweiliger Bewölkung angekündigt. Die Temperaturen liegen zwischen 15 und 21 Grad; südwestlicher Wind kann 6, örtlich 7 Beaufort erreichen und soll am Abend abschwächen. In Thessaloniki sind morgens teils kräftige Gewitter möglich. Dort werden 13 bis 18 Grad, Nordwind mit 4 bis 5 und am Abend kurzzeitig 6 Beaufort sowie eine Besserung bis zum Abend erwartet.
Eine landesweite Übersicht nennt Höchstwerte um 18 Grad im Westen und Norden, bis 21 Grad in vielen anderen Gebieten und örtlich 23 bis 24 Grad in der südlichen Ägäis. Eine ausführlichere Regionalprognose weist folgende Temperaturspannen aus: Westmakedonien 2 bis 12 Grad, übriges Makedonien und Thrakien 4 bis 18 Grad, Thessalien 5 bis 16 Grad, Epirus 5 bis 17 Grad, Mittelgriechenland und Peloponnes 6 bis 18 beziehungsweise 20 Grad, Ionische Inseln sowie nördliche und östliche Ägäisinseln jeweils 10 bis 16 Grad und übrige Ägäisinseln sowie Kreta 12 bis 21 Grad.
Prognosen rechnen mit hohen Regenmengen auf bereits nassen Böden
Der griechische Wetterdienst EMY stufte am Montagmittag, dem 2. November, seine Warnung zu einem Bulletin über gefährliche Wetterphänomene hoch. In einem Beitrag zur Lage verwies Kolyda auf prognostizierte Niederschlagsmengen von 50 bis 80 Millimetern in mehreren Gebieten. Diese Regenmengen seien besonders kritisch, weil die Böden durch frühere Niederschläge vielerorts bereits gesättigt seien.
Prognosekarten der Modelle ICON-EU, ECMWF und GFS zeigen Unterschiede bei Lage und Intensität der Niederschlagsschwerpunkte. Alle deuten jedoch darauf hin, dass am Dienstag besondere Vorsicht erforderlich ist. In einigen Einzugsgebieten Nord- und Nordwestgriechenlands werden maximale gleitende 24-Stunden-Regenmengen von etwa 45 bis 82 Millimetern erwartet.
Das Hochwasserrisiko hängt dabei nicht nur von der Gesamtmenge des Regens ab. Entscheidend sind auch dessen Intensität und zeitliche Verteilung, die Sättigung des Bodens, die Geländeform sowie der Zustand von Gewässerläufen und Infrastruktur. Auch Gebiete mit vergleichsweise geringeren vorhergesagten Regenmengen können gefährdet sein, wenn frühere Unwetter sie bereits stark belastet haben.
Wie sich das Wetter am Mittwoch und Donnerstag entwickelt
Am Mittwoch, dem 4. November, sollen Regenfälle in der nördlichen und östlichen Ägäis sowie auf dem Dodekanes noch bis etwa Mittag anhalten; am frühen Morgen sind dort Gewitter möglich. Im übrigen Land ziehen zeitweise Wolken durch, ehe ab dem Nachmittag vor allem im östlichen Festland örtliche Regenfälle auftreten können. Die Temperaturen gehen leicht zurück und erreichen am Mittag meist 19 bis 21 Grad, im Süden der Ägäis bis 23 Grad. Auf den Meeren weht Nordwestwind mit 4 bis 6, in der nördlichen Ägäis bis 7 Beaufort.
Am Donnerstag, dem 5. November, werden schwache örtliche Regenfälle für das östliche Festland, die Kykladen und vor allem Kreta erwartet. Dort soll es vergleichsweise regnerisch bleiben. Die Temperaturen fallen weiter auf rund 15 Grad im Norden, 16 bis 19 Grad in den übrigen Gebieten sowie bis 21 Grad auf Kreta und dem Dodekanes. Auf den Meeren sind starke nördliche Winde mit 6 bis 7 Beaufort angekündigt.
Mit Informationen von: Griechisches Ministerium für Klimakrise und Zivilschutz, Griechischer Wetterdienst (EMY), Ausschuss zur Bewertung von Wetter- und Zivilschutzrisiken.