Griechenland – Beschäftigte der städtischen und überregionalen KTEL-Busunternehmen streiken am Dienstag, dem 3. November, landesweit für 24 Stunden. Der Arbeitskampf betrifft den Stadt- und Überlandbusverkehr. Die Arbeitnehmer verlangen einen neuen Branchentarifvertrag, höhere Löhne und zusätzliche unbefristete Stellen.
Hinter dem Streik steht der griechische Gewerkschaftsverband OSME, der Beschäftigte unterschiedlicher Berufsgruppen bei KTEL vertritt. Nach Darstellung des Verbandes sind die Vergütungen seit 17 Jahren eingefroren. Ein neuer Tarifvertrag müsse die Bezahlung und Arbeitsbedingungen für das gesamte Personal der städtischen und überregionalen Busunternehmen fair regeln.
Die Gewerkschaft fordert zudem sofortige Neueinstellungen. Mehr fest angestelltes Personal soll aus ihrer Sicht verhindern, dass die Arbeit in der Branche weiter abgewertet wird.
Streik fällt mit Gerichtsverfahren in Athen zusammen
Der Termin des Arbeitskampfes fällt mit einer Verhandlung vor dem Berufungsgericht in Athen zusammen. Dort wird eine Klage der OSME behandelt, mit der der Verband die Aufhebung der Schiedsentscheidung Nr. 8/2026 beantragt. Sie stammt von einem fünfköpfigen Schiedsgremium der griechischen Organisation für Mediation und Schiedsgerichtsbarkeit (OMED).
In ihrer Erklärung erhebt die Arbeitnehmervertretung zugleich scharfe Vorwürfe gegen die privaten Betreiber der städtischen und überregionalen KTEL-Verkehre. Diese würden nach Auffassung des Verbandes seit Jahrzehnten vom öffentlichen Verkehrsauftrag profitieren und dabei die Arbeit Tausender Beschäftigter nicht ausreichend respektieren. Die Gewerkschaft wirft ihnen vor, mit langjähriger politischer Rückendeckung zu handeln und selbst nach nahezu 80 Jahren keinen Teil ihrer Einnahmen zugunsten der Beschäftigten abgeben zu wollen.