USA – Der Demokrat Chris Pappas hat bei der Senatswahl in New Hampshire den Republikaner John Sununu besiegt. Der 46-Jährige mit griechischen Wurzeln ist damit der erste offen schwule Mann, der in den US-Senat gewählt wurde. Neben dieser historischen Premiere rückt auch seine Haltung zur amerikanischen Griechenland-Politik in den Blick.
Bei der Wahl am 3. November 2026 setzte sich Pappas gegen den früheren Senator Sununu durch. Er übernimmt den Sitz der Demokratin Jeanne Shaheen, die nach drei Amtszeiten ausscheidet. Damit bleibt der Senatssitz bei den Demokraten. Die Kandidatur hatte bereits in den Vorwahlen im September breite Unterstützung erhalten: Pappas gewann dort rund 65 Prozent der Stimmen.
Griechische Wurzeln und Kritik an F-35 für die Türkei
Christopher Charles Pappas stammt aus einer Familie griechischer Einwanderer. Seine familiären Wurzeln reichen nach Livadi bei Elassona in Griechenland. Im US-Repräsentantenhaus engagierte er sich als Co-Vorsitzender des Congressional Hellenic Caucus, einer parteiübergreifenden Gruppe, die sich mit griechischen Anliegen befasst.
Erst am 28. Oktober 2026 führte Pappas eine parteiübergreifende Initiative für eine Resolution an, mit der der griechische Ochi-Tag, der „Tag des Nein“, offiziell anerkannt werden soll. Die Einbringung einer solchen Resolution ist noch nicht mit ihrer Verabschiedung gleichzusetzen.
Auch in der Sicherheits- und Außenpolitik hat Pappas deutlich Position bezogen. In einem Interview mit der griechischen Zeitung Kathimerini vertrat er die Auffassung, ein Verkauf amerikanischer F-35-Kampfjets an die Türkei liege nicht im Interesse der USA. Zugleich kritisierte er Washington dafür, die strategische Beziehung zu Griechenland zu unterschätzen.
Vom Lokalpolitiker zum Kongressabgeordneten
Pappas wurde am 4. Juni 1980 in Manchester im Bundesstaat New Hampshire geboren und wuchs dort auf. Er besuchte öffentliche Schulen und machte 1998 seinen Abschluss an der Manchester Central High School. Anschließend studierte er an der Harvard University, die er 2002 mit einem Abschluss verließ.
Seine politische Laufbahn begann früh im Parlament des Bundesstaates New Hampshire, dem er von 2003 bis 2007 angehörte. Von 2007 bis 2011 war er Kämmerer des Hillsborough County; zwischen 2013 und 2019 gehörte er dem Executive Council von New Hampshire an.
2018 gewann Pappas erstmals die Wahl zum US-Repräsentantenhaus. Seit 2019 vertrat er dort den ersten Kongresswahlbezirk von New Hampshire. Im Repräsentantenhaus arbeitete er außerdem in den Ausschüssen für Veteranenangelegenheiten sowie für Verkehr und Infrastruktur. Als Co-Vorsitzender des Congressional Equality Caucus befasste er sich mit Gleichstellung und den Rechten von LGBTQ+-Menschen.
Seinen bisherigen Sitz im Repräsentantenhaus gewann nun die Demokratin Stefany Shaheen, die Tochter der ausscheidenden Senatorin Jeanne Shaheen.
Ein Familienrestaurant, das Chicken Tenders für sich reklamiert
Abseits der Politik ist Pappas eng mit dem Puritan Backroom in Manchester verbunden. Er wuchs damit auf, im Familienbetrieb mitzuarbeiten, und ist heute Miteigentümer des Restaurants.
Die Geschichte des Betriebs reicht bis 1917 zurück: Damals begann das Unternehmen als Konditorei und Eisdiele, bevor später ein Restaurant hinzukam. Das Puritan Backroom beansprucht für sich, die sogenannten Chicken Tenders – panierte Stücke aus Hähnchenfilet – erstmals zubereitet zu haben. Diese Herkunftsangabe ist eine Darstellung des Restaurants selbst.
Der Betrieb wurde zudem von der James Beard Foundation ausgezeichnet, die damit traditionsreiche Restaurants würdigt, die in ihrer jeweiligen lokalen Gemeinschaft eine besondere Rolle spielen.