Griechenland – Ein 17-Jähriger ist nach einem Sturz von einem Hotelbalkon in der griechischen Vorstadt Chalandri klinisch tot. Die griechische Polizei hat im Zuge der Ermittlungen einen 37-jährigen Angestellten eines Kiosks festgenommen, der dem Minderjährigen unmittelbar zuvor Alkohol verkauft haben soll.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Ein 17-Jähriger stürzte aus dem ersten Stock eines Hotels und erlitt irreversible Hirnschäden.
- Ein 37-jähriger Angestellter wurde wegen illegalen Alkoholverkaufs und tödlicher Aussetzung verhaftet.
- Die Jugendlichen nutzten laut Angaben der Behörden einen gefälschten Führerschein zur Altersumgehung.
Ermittlungen zum Hergang des Sturzes
Der Vorfall ereignete sich am frühen Morgen kurz vor 05:00 Uhr in einem Hotel in Chalandri. Nach Angaben der Behörden stürzte der 17-Jährige aus dem ersten Stock des Gebäudes. Die genauen Umstände des Falls sind derzeit Gegenstand polizeilicher Ermittlungen. Es wird untersucht, ob der Jugendliche zum Zeitpunkt des Sturzes unter dem Einfluss von Alkohol stand. Der Verunglückte wurde von den behandelnden Medizinern für klinisch tot erklärt.
Festnahme wegen illegalen Alkoholverkaufs
Im Rahmen der sofort eingeleiteten Ermittlungen rund um das Hotelgelände nahmen die Beamten einen 37-jährigen Mann fest. Der mutmaßliche Täter ist Angestellter an einem nahegelegenen Kiosk. Ihm wird vorgeworfen, dem Jugendlichen und dessen gleichaltrigem Begleiter alkoholische Getränke verkauft zu haben. Wie die zuständigen Polizeibehörden mitteilten, hätten die beiden Minderjährigen dem Verkäufer einen gefälschten Führerschein vorgelegt, um ihr Alter zu verschleiern.
Gegen den 37-Jährigen wurde ein Strafverfahren eingeleitet. Die Vorwürfe umfassen unter anderem tödliche Aussetzung sowie den Verstoß gegen die geltende Gesetzgebung zum Verkauf von Tabakwaren und Alkohol an Minderjährige. Der Fall veranschaulicht die strengen rechtlichen Konsequenzen für den Einzelhandel bei der Missachtung von Jugendschutzgesetzen.
Griechenlands digitale Altersprüfung im Fokus
Der Vorfall rückt die aktuellen Maßnahmen zur Alterskontrolle im Land in den Mittelpunkt. Erst vor wenigen Monaten wurde in Griechenland eine spezielle Anwendung für mobile Endgeräte eingeführt, die den Verkauf von Alkohol und Tabakprodukten an Minderjährige durch eine verifizierte Identitätsprüfung verhindern soll. Bei der Vorstellung der Applikation im März betonten der Gesundheitsminister, der Minister für Bürgerschutz sowie der Minister für digitale Governance die absolute Notwendigkeit verschärfter Kontrollen durch die Behörden.
Die Anwendung stellt laut Minister Dimitris Papastergiou die erste europäische Umsetzung dieses Kontrollverfahrens dar. Das System basiere auf der gemeinsamen technischen Herangehensweise der Europäischen Union für die Altersverifikation, die künftig auch für Online-Plattformen und soziale Netzwerke vorgesehen sei. Der Nachweis erfolgt dabei über das staatliche digitale Wallet, um die Verwendung physischer Fälschungen, wie sie in diesem Fall mutmaßlich genutzt wurden, zu unterbinden.