Griechenland – Die Griechische Eisenbahngesellschaft (OSE) treibt eines der umfangreichsten Projekte zur Beseitigung von altem und unbrauchbarem Schienenmaterial in der Geschichte des Landes voran. Durch die Veröffentlichung einer offenen Ausschreibung sollen landesweit insgesamt 1.231 stillgelegte Einheiten veräußert und abtransportiert werden. Die Maßnahme zielt darauf ab, dringend benötigte Flächen im Schienennetz freizumachen und die allgemeine Sicherheit der technischen Anlagen spürbar zu erhöhen.
Das geschätzte Gesamtgewicht des zu entsorgenden Materials beläuft sich auf 25.442.300 Kilogramm, was mehr als 25.000 Tonnen an industriellem Eisenschrott entspricht. Dieser massive Eingriff in die Infrastruktur wird nicht nur operative Kapazitäten freisetzen, sondern auch erhebliche finanzielle Mittel für den staatlichen Bahnverwalter generieren, der sich aktuell in einer umfassenden Modernisierungsphase befindet.
Das Wichtigste auf einen Blick
- 1.231 ausgemusterte Waggons und Loks werden landesweit entsorgt.
- Das erwartete Schrottgewicht liegt bei über 25.000 Tonnen.
- Die Mindesteinnahmen werden auf rund 5,7 Millionen Euro geschätzt.
- Die Räumung konzentriert sich auf vier große geografische Regionen.
- Die Frist für die Einreichung von Angeboten endet am 27. Mai 2026.
Räumung in vier griechischen Regionen
Die groß angelegte Räumungsaktion betrifft altes und nicht mehr verwertbares Rollmaterial, das derzeit ungenutzt auf verschiedenen Schienengeländen abgestellt ist. Die Operation erstreckt sich über vier zentrale geografische Einheiten des Landes. Konkret handelt es sich um Anlagen in Westmakedonien, in Zentralmakedonien, in Ostmakedonien und Thrakien sowie in der mittelgriechischen Regionalbezirk Phthiotis.
Laut den offiziellen Unterlagen setzt sich das Material aus unterschiedlichen Besitzverhältnissen zusammen. Zum Verkauf stehen 696 Einheiten, die Eigentum des griechischen Staates sind und von der Griechischen Eisenbahngesellschaft (OSE) verwaltet werden. Ergänzt wird dieses Kontingent durch weitere 535 Einheiten, die sich im direkten Besitz der Eisenbahngesellschaft befinden. Diese präzise Trennung ist für die buchhalterische und rechtliche Abwicklung der Ausschreibung zwingend erforderlich.
Finanzielle Erwartungen und Ausschreibungsdetails
Die Beseitigung des Schrotts ist mit klaren finanziellen Zielsetzungen verknüpft. Die Griechische Eisenbahngesellschaft (OSE) rechnet mit Einnahmen in Höhe von mindestens 5.724.517,50 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer. Der Zuschlag im Rahmen des offenen Bieterverfahrens wird nach dem Prinzip des höchsten gebotenen Preises erteilt. Die Frist für die Einreichung entsprechender Angebote endet verbindlich am 27. Mai 2026 um 11:00 Uhr lokaler Zeit.
Der zukünftige Auftragnehmer trägt die vollständige Verantwortung für die logistische Ausführung. Nach der offiziellen Vertragsunterzeichnung hat das Unternehmen genau 14 Monate Zeit, um das gesamte Material auf eigene Kosten abzutransportieren. Die Durchführung muss dabei strenge technische, operative und vor allem umweltrechtliche Auflagen erfüllen, die im detaillierten Ausschreibungsdokument der Behörden verankert sind.
Modernisierung und Sicherheit im Fokus
Mit dem Abschluss dieses Verfahrens verfolgt die Bahnverwaltung das strategische Ziel, kritische Bereiche des Netzwerks massiv zu entlasten. Seit vielen Jahren blockiert das inaktive Material wichtige Abstellgleise und Rangierbahnhöfe. Durch den Abtransport soll nicht nur die Funktionalität der Anlagen verbessert werden, sondern auch das optische Erscheinungsbild der Bahninfrastruktur in den betroffenen Regionen eine deutliche Aufwertung erfahren.
Diese Initiative ist kein isoliertes Projekt, sondern ein integraler Bestandteil des übergeordneten Modernisierungsplans für den griechischen Schienenverkehr. Dieser Plan wird von der Griechischen Eisenbahngesellschaft (OSE) in enger Abstimmung mit dem Ministerium für Infrastruktur und Verkehr umgesetzt. Die Freigabe der Flächen ist eine Grundvoraussetzung, um zukünftige Investitionen in die Netzsicherheit und die Infrastruktur effizient realisieren zu können.
Offizielle Bestätigung der griechischen Bahn
Der Vorstandsvorsitzende der Griechischen Eisenbahngesellschaft (OSE), Christos Palios, betonte die Dringlichkeit der Maßnahmen. “Mit der Entfernung von 1.231 alten Waggons aus dem Eisenbahnnetz machen wir einen weiteren wesentlichen Schritt zur Sanierung und Aufwertung unserer Anlagen”, erklärte der Behördenchef offiziell. Das Material habe die Funktionalität und die Sicherheit der Areale über Jahre hinweg stark beeinträchtigt.
Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Nordgriechenland. “Insbesondere in der Region Thessaloniki, wo ein erheblicher Teil des alten Rollmaterials konzentriert ist, antwortet diese Maßnahme auf ein reales und langjähriges Bedürfnis zur Entlastung der Eisenbahnflächen der Stadt”, so Palios weiter. Die Beseitigung der Waggons sei ein entscheidender Faktor, um die Sicherheit der betroffenen Standorte und der angrenzenden Gebiete langfristig zu gewährleisten.