Griechenland – Die griechische Tourismusindustrie verzeichnet einen bemerkenswerten Start in das Jahr 2026. Laut den offiziellen Daten der Bank von Griechenland stiegen die Ankünfte aus dem Ausland in den ersten beiden Monaten drastisch an und bescherten dem Land Einnahmen in Milliardenhöhe. Obwohl die Monate Januar und Februar traditionell nicht zur touristischen Hochsaison zählen, konnte die Branche ein massives Wachstum generieren.
Das Wichtigste auf einen Blick
- In den Monaten Januar und Februar reisten 2,13 Millionen ausländische Touristen nach Griechenland.
- Die Reiseeinnahmen stiegen im selben Zeitraum auf rund 1 Milliarde Euro an.
- Die Zahl der Touristen aus dem Vereinigten Königreich stieg mit einem Plus von 56,7 Prozent besonders stark.
- Der Ansturm über die Straßengrenzkontrollstellen nahm um 83,9 Prozent zu.
- US-Bürger reisten im Vergleich zum Vorjahr seltener nach Griechenland.
Massiver Anstieg bei Einreisen und Passagierzahlen
In den ersten beiden Monaten des Jahres kletterte der Reiseverkehr im Vergleich zum Vorjahr um 38,5 Prozent in die Höhe. Insgesamt besuchten 2,13 Millionen Reisende das Land, während es in der entsprechenden Periode des Jahres 2025 lediglich 1,54 Millionen waren. Diese Dynamik verteilte sich auf alle wichtigen Einreisewege: Die Flugankünfte legten um 19 Prozent zu, und die grenzüberschreitenden Reisen auf dem Landweg verzeichneten ein markantes Plus von 83,9 Prozent.
Besonders die Gäste aus dem europäischen Binnenmarkt trieben diese Entwicklung voran. Aus den EU-27-Staaten stammten 1,1 Millionen Besucher, was einem Zuwachs von 49,1 Prozent entspricht. Gleichzeitig stieg der Zustrom aus den restlichen Ländern um 28,6 Prozent auf insgesamt 1,02 Millionen Personen. Innerhalb Europas wuchs der Verkehr aus der Eurozone um 37,3 Prozent, während Gäste aus den EU-Mitgliedstaaten außerhalb der Währungsunion mit einem Plus von erstaunlichen 129,5 Prozent besonders stark vertreten waren.
Briten und Franzosen auf dem Vormarsch, Rückgang bei US-Gästen
Ein Blick auf die Herkunftsländer zeigt deutliche Verschiebungen bei den Nationalitäten. Aus dem Vereinigten Königreich strömten insgesamt 164.200 Reisende ins Land, was einer beachtlichen Steigerung von 56,7 Prozent entspricht. Auch die Zahl der französischen Urlauber schoss in die Höhe und erreichte mit einem Plus von 41,5 Prozent insgesamt 54.800 Ankünfte. Die deutschen Urlauber stellten mit 174.400 Personen weiterhin eine starke Basis, was einem Wachstum von 8,2 Prozent entspricht. Einen leichten Anstieg verzeichneten zudem die Ankünfte aus Italien, die um 3,6 Prozent auf 83.700 Besucher kletterten. Im Gegensatz dazu fiel der Verkehr aus den Vereinigten Staaten um 9,8 Prozent auf 98.100 Personen zurück.
Besonders der Februar stach als Wachstumsmonat hervor. Hier erreichten die Einreisen insgesamt 1,03 Millionen, was einer Steigerung von 44,5 Prozent gegenüber dem Februar des Jahres 2025 entspricht. Flugreisen legten in diesem Monat um 27,6 Prozent zu, und der Straßenverkehr an den Grenzen verbuchte ein massives Plus von 80,4 Prozent. Erneut waren es vor allem Urlauber aus Frankreich (Plus 114,9 Prozent) und dem Vereinigten Königreich, die den Monat dominierten, während die Zahl der amerikanischen Touristen um fast die Hälfte (Minus 48 Prozent) einbrach.
Tourismus-Einnahmen erreichen die Milliarden-Euro-Grenze
Der Ansturm schlägt sich auch in der Kasse der Tourismusbranche nieder. Im Zweimonatszeitraum schossen die Einnahmen um 70,7 Prozent auf rund 1 Milliarde Euro nach oben. Urlauber aus den EU-Staaten ließen insgesamt 477,5 Millionen Euro im Land (Plus 74,3 Prozent), während Reisende aus Nicht-EU-Ländern 516,3 Millionen Euro (Plus 70 Prozent) beitrugen. Ein beträchtlicher Teil der Einnahmen entfiel mit 407,9 Millionen Euro auf Bürger der Eurozone.
Während die Gesamteinnahmen stiegen, sanken die Erträge durch deutsche Touristen im selben Zweimonatszeitraum leicht um 0,8 Prozent auf 66,6 Millionen Euro. Einnahmen durch britische Besucher kletterten auf 173,4 Millionen Euro, und auch französische Gäste trugen mit 29,4 Millionen Euro (Plus 76,8 Prozent) maßgeblich zum Aufschwung bei. Parallel zu den Zahlen der Bank von Griechenland meldete auch die Hellenische Statistikbehörde (ELSTAT) eine Zunahme bei den Übernachtungen. Im Februar wurden 811.585 Ankünfte in Unterkünften registriert, die zu rund 1,76 Millionen Übernachtungen führten. Den größten Anteil daran hatten in diesem Monat inländische Gäste, auf die über 60 Prozent der Gesamtnutzung entfiel, wobei die durchschnittliche Verweildauer bei 2,2 Tagen lag.