Athen – Der Immobilienmarkt in Griechenland verzeichnet im Jahr 2026 eine deutliche Rückkehr der Bautätigkeit, wobei sich das Geschehen stark auf die Hauptstadtregion konzentriert. Wie aus einer aktuellen Marktanalyse des Datenanbieters RedataSet hervorgeht, klettern die Preise für Neubauten landesweit auf durchschnittlich über 3.500 Euro pro Quadratmeter. Besonders im Großraum Athen und in touristisch geprägten Regionen treibt die anhaltende Nachfrage von einheimischen und internationalen Käufern die Immobilienpreise weiter in die Höhe.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Die Hauptstadtregion Attika vereint im ersten Halbjahr 2026 knapp 60 Prozent aller neuen Bauprojekte auf sich.
- Der Athener Süden ist mit Preisen, die 5,2 Prozent über den nördlichen Vororten liegen, der teuerste Teilmarkt.
- 77 Prozent der Neubauten in Griechenland verfügen mittlerweile über einen eigenen Pkw-Stellplatz.
Der Trend geht klar zum Apartment
Die aktuelle Auswertung, welche die zum Verkauf stehenden Neubauten im ersten Halbjahr 2026 untersucht, zeigt eine klare Präferenz der Bauträger. Die Bauwirtschaft fokussiert sich fast ausschließlich auf mehrstöckige Apartmentkomplexe. Einfamilienhäuser und Maisonette-Wohnungen machen lediglich noch 30,2 Prozent des Gesamtangebots aus. Diese Entwicklung ist eine direkte Folge der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen am griechischen Immobilienmarkt. In begehrten Lagen lässt sich der knappe Baugrund durch den Bau von Wohnungen wesentlich rentabler nutzen. Zudem ist die Zielgruppe für Apartments deutlich breiter aufgestellt als für hochpreisige, großflächige Einfamilienhäuser.
Attika und Thessaloniki als Haupttreiber
Die regionale Verteilung der Bauprojekte offenbart ein klares Gefälle. Die Regionen Attika und Zentralmakedonien dominieren den Neubausektor nahezu vollständig. Allein der Großraum Athen absorbiert rund 60 Prozent der landesweiten Neuentwicklungen. Während die Bauaktivität in anderen Teilen Griechenlands eher fragmentiert stattfindet, konzentriert sich das Kapital im Umfeld der beiden Metropolen, wo neu gebaute Wohnraumprojekte vom Markt deutlich schneller aufgenommen werden. Thessaloniki bleibt der wichtigste Knotenpunkt außerhalb der Hauptstadt und verbucht 23,9 Prozent der neuen Bauprojekte, gestützt durch lokale Nachfrage und das anhaltende Investoreninteresse aus dem In- und Ausland.
Der Athener Süden boomt unaufhaltsam
Innerhalb des Hauptstadtbeckens hat sich eine bestimmte Region besonders stark positioniert. Der Athener Süden hat sich zum wichtigsten Teilmarkt für Neuentwicklungen im ganzen Land entwickelt und überholt damit traditionell gefragte und wohlhabende Viertel. Treiber dieser Entwicklung sind vor allem die umfassende Aufwertung der Küstenfront, die sogenannte Athener Riviera, sowie die weitreichenden Investitionen rund um das Mega-Projekt Ellinikon. Die Kombination aus neuen Infrastrukturprojekten, moderner Stadtentwicklung und starker Nachfrage ausländischer Käufer hat hier eine völlig neue Marktdynamik für Premium-Wohnraum geschaffen.
Immobilienpreise in Griechenland klettern weiter
Ein größeres Angebot durch Neubauten führt auf dem griechischen Markt derzeit nicht zu sinkenden Kaufpreisen. Der landesweite Medianwert für neu gebaute Immobilien hat mittlerweile die Schwelle von 3.500 Euro pro Quadratmeter überschritten, wobei die regionalen Unterschiede massiv ausfallen. An der Preisspitze liegt die Südliche Ägäis, zu der unter anderem die Kykladen gehören. In der stark vom Tourismus geprägten Region sind Neubauten mehr als doppelt so teuer wie beispielsweise in Thessalien, das die niedrigsten Quadratmeterpreise unter den großen griechischen Peripherien aufweist.
Diese Diskrepanz verdeutlicht die Zweiteilung des Marktes: Regionen mit hohem touristischen Potenzial und dem Zufluss ausländischen Kapitals verzeichnen stetige Preissteigerungen, während ländlichere Gebiete mit geringerer Nachfrage auf einem niedrigeren Niveau verharren. Auch in der Hauptstadtregion haben der Süden, Norden und das Zentrum ein eigenes Hochpreisniveau etabliert, das spürbar über dem nationalen Durchschnitt liegt. Neubauten im ohnehin begehrten Athener Süden sind dabei nochmals rund 5,2 Prozent teurer als in den etablierten nördlichen Vororten (Kifisia, Marousi).
Neue Standards bei der Bauausstattung
Die Analyse der Immobilieninserate offenbart zudem deutlich veränderte Ansprüche der Käuferschaft. Ausstattungsmerkmale, die vor einigen Jahren noch als Luxus galten oder schlichtweg fehlten, gehören heute zum absoluten Standard. So sind 77 Prozent der neuen Wohnungen mit einem Pkw-Stellplatz ausgestattet, was angesichts der Parkplatznot in griechischen Städten ein entscheidendes Kaufkriterium ist. 73 Prozent der Einheiten verfügen zudem über einen eigenen Kellerraum.
Auch das Thema Energieeffizienz und Nebenkosten gewinnt massiv an Bedeutung: Fast die Hälfte der untersuchten Neubauten (48 Prozent) ist mit solaren Warmwassersystemen (Solarthermie) ausgestattet, um das sonnenreiche Klima Griechenlands optimal zu nutzen. Ein eigener privater Swimmingpool bleibt bei all dem Komfort jedoch weiterhin die Ausnahme und ist landesweit nur in knapp 11 Prozent der neuen Immobilienprojekte zu finden.