Griechenland – Wer im Sommer auf überfüllte Gassen, laute Partys und den Trubel von Hotspots wie Mykonos oder Santorini verzichten möchte, findet in der griechischen Inselwelt noch immer versteckte Rückzugsorte. Sieben kleine Eilande versprechen eine Rückkehr zu den Ursprüngen des Reisens: Keine Liegestuhl-Reihen, sondern raue Natur, einsame Buchten, Pinienwälder bis ans türkisfarbene Wasser und Fischerboote statt Luxusyachten. Für Urlauber, die absolute Ruhe und das authentische Lebensgefühl abseits des Massentourismus suchen, bieten diese Inseln ideale Bedingungen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Abseits der Massen: Inseln wie Othonoi, Pserimos und Kalamos bieten unberührte Natur und absolute Ruhe.
- Kein Autoverkehr: Auf mehreren dieser Eilande gibt es keine Autos; Fortbewegung findet zu Fuß oder per Boot statt.
- Lokale Spezialitäten: Von der wilden Kaper auf Pserimos bis zum sechs Stunden gekochten Sitaka-Käse auf Kasos.
Im Ionischen Meer: Othonoi und Kalamos
Der westlichste Punkt Griechenlands liegt im Ionischen Meer auf Othonoi, der größten der Diapontischen Inseln. Das Eiland besticht durch wilde Natur, Olivenhaine und Strände, die teils nur mit dem Boot erreichbar sind – wie die Bucht Aspri Ammos. Von Othonoi aus lassen sich auch die benachbarten Inseln Mathraki und Ereikousa sowie unbewohnte Felseninseln wie Plateia oder Kastrino ansteuern. Auf der anderen Seite des Ionischen Meeres, erreichbar über das Festlanddorf Mytikas in Ätolien-Akarnanien, liegt das autofreie Eiland Kalamos. Ein kleines Boot pendelt dreimal täglich auf die Insel, deren Pinienwälder bis an das türkisfarbene Wasser reichen. Die kleine Bucht Myrtia lockt Besucher, die unter den Bäumen im Sand verweilen möchten, während die Siedlungen Kalamos und Episkopi mit kleinen Tavernen und Ruhe aufwarten.
Dodekanes-Geheimtipps: Pserimos und Alimia
Nördlich von Kos erstreckt sich die kleine Dodekanes-Insel Pserimos, die ebenfalls ohne Autos auskommt. Direkt am winzigen Hafen wartet ein Sandstrand mit Schatten spendenden Tamarisken. Die Küsten der Insel sind reich an wilden Kapern, die den lokalen Bauernsalat verfeinern. Wer spazieren möchte, wandert zu entlegenen Buchten wie Vathy, Tafos oder Glistra. Noch einsamer ist Alimia nahe der Insel Chalki. Das unbewohnte Eiland lässt sich am besten mit einem gecharterten Boot oder einem Ausflugsschiff erreichen. Mit klarem Wasser und weiten Sandstränden bietet Alimia Urlaubern für einige Stunden – oder mit Zelt für die Nacht – das Gefühl vollkommener Isolation wie auf einer einsamen Insel.
Inselgruppen der Ostägäis: Fournoi und Thymaina
Östlich von Ikaria liegt der Archipel Fournoi Korson. Die Inselgruppe besteht aus Dutzenden kleinen Inseln und Felsen und gilt als Paradies für Besitzer von kleinen Schlauch- und Motorbooten, da unzählige Meereshöhlen und versteckte Passagen erkundet werden können. Der Hauptort lockt mit traditioneller Architektur und Platanen auf dem Dorfplatz. Im Dorf Kampi sowie im größeren Ort Chrysomilia finden Reisende unberührte Strände und traditionelle Fischtavernen. Direkt benachbart liegt Thymaina. Die wenigen ständigen Bewohner leben meist vom Fischfang. Strände wie Keramidou sind leicht erreichbar und bieten Tavernen direkt am Meer. An der Bucht Agio Nikolaki steht eine kleine Kapelle mit einer offenen Zelle, in der sich Besucher selbst einen Kaffee zubereiten können. Geschützte Strände wie Karyotiko und Lakkos bieten auch bei starkem Sommerwind ruhiges Gewässer.
Zeitreise im Süden: Das authentische Kasos
Einen Urlaub wie in den 1960er Jahren verspricht die Insel Kasos. Unberührt vom Massentourismus beginnt hier der Tag im Hafen Bouka bei einem Kaffee neben den Fischerbooten. Die Strände Emporio und Avlaki sowie Ausflüge zu den benachbarten Armathia-Inseln prägen das Tagesprogramm. Kulturell und kulinarisch ist Kasos einzigartig: Serviert wird Zimt-Pilaf, Kritharaki mit Schwarzaugenbohnen, lokale Mini-Dolmadakia und Makarounes. Eine absolute Spezialität ist Sitaka, ein lokaler Käse, dessen Zubereitung aus Milch besteht, die unter ständigem Rühren für sechs Stunden gekocht wird.