Griechenland – Wenn das Thermometer im Hochsommer in die Höhe schnellt und selbst das Meer kaum noch Erfrischung bietet, rücken alternative Reiseziele in den Fokus. Sechs griechische Bergregionen präsentieren sich mit dichten Wäldern, eisigen Flüssen und tiefen Schluchten als ideale Zufluchtsorte für all jene, die der extremen Hitze entfliehen möchten. Orte wie die Zagorochoria, Tzoumerka oder Karpenisi bieten nicht nur angenehm kühle Temperaturen, sondern auch vielfältige Möglichkeiten für Aktivitäten in der Natur abseits der klassischen Touristenströme.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Das auf 1.350 Metern Höhe gelegene Bergdorf Nymfaio bietet neben Abkühlung auch das bekannte Bärenschutzzentrum ARCTUROS.
- Die Region Karpenisi lockt mit dichten Tannenwäldern, alpinen Landschaften und der beeindruckenden Panta-Vrechi-Schlucht.
- Traditionelle Winterziele wie Arachova und Kalavryta verbinden kühle Bergluft ideal mit einer schnellen Erreichbarkeit der Küste.
Naturwunder und kühle Flüsse in Epirus
Im Nordwesten des Landes gelten die Zagorochoria als hervorragende Wahl, um heiße Tage und vor allem warme Sommernächte zu umgehen. Der Komplex aus 46 gut erhaltenen Steindörfern, umgeben von imposanten Gebirgszügen und Schluchten, ist im Sommer eine wahre Oase. Auf dem Weg vom Großen zum Kleinen Papingo lohnt sich ein Stopp an den natürlichen Felsenpools der sogenannten Kolimpithres oder Ovires Rogkovou. Abenteuerlustige finden beim Rafting auf dem Fluss Voidomatis mit seinem kristallklaren Wasser Erfrischung oder können eine anspruchsvolle Wanderung zum alpinen Drachensee (Drakolimni) im Tymfi-Gebirge unternehmen.
Ähnlich beeindruckend präsentieren sich die Tzoumerka, eine der markantesten Bergregionen Griechenlands. Dichte Wälder, Wasserfälle und traditionelle Dörfer wie Pramanta und das steinerne Syrrako sorgen selbst an den heißesten Tagen für Kühle. Die Landschaft ist untrennbar mit ihren Gewässern verbunden: Der Fluss Arachthos durchschneidet die Region und schafft spektakuläre Schluchten, die sich perfekt für Rafting eignen. Ergänzt wird das wasserreiche Bild durch den Fluss Kalarritikos, den künstlich angelegten Pournari-See sowie den malerischen Aoos-Stausee.
Alpine Idylle in Westmakedonien und Evrytania
Auf den Hängen des Vitsi-Gebirges thront Nymfaio auf rund 1.350 Metern Höhe und zählt zu den schönsten Bergdörfern des Landes. Die gut erhaltenen Herrenhäuser und das grüne Umland bieten ein Mikroklima, das deutlich frischer ist als im Flachland. Eine Besonderheit der Region ist das Bärenschutzzentrum der Organisation ARCTUROS, das aus der Gefangenschaft gerettete Braunbären beheimatet. Wanderer können von hier aus die weitreichenden Waldwege erkunden, die Panoramablicke auf bedeutende Feuchtgebiete wie die Seen Zazari, Cheimaditida, Petron und Vegoritida freigeben.
Weiter südlich, eingebettet in die Berge von Evrytania, liegt Karpenisi auf etwa 960 Metern Höhe am Fuße des Berges Velouchi. Selbst im August herrschen hier äußerst angenehme Temperaturen. Nahegelegene Dörfer wie Megalo Chorio und Mikro Chorio bestechen durch traditionelle Architektur und Ausblicke auf die Gipfel. Das absolute Highlight ist die Panta-Vrechi-Schlucht (übersetzt: “Es regnet immer”). In den Sommermonaten können Besucher durch das Flussbett wandern und sich unter den Wasserfällen, die wie eine natürliche Dusche von den Felsen rieseln, abkühlen.
Bergdörfer mit schnellem Zugang zum Meer
Obwohl Arachova in erster Linie als Wintersportort am Parnassos bekannt ist, erweist sich die Kleinstadt auch im Sommer als exzellenter Zufluchtsort. Die Höhenlage garantiert spürbar niedrigere Temperaturen als in den städtischen Zentren. Wer dennoch nicht auf ein Bad im Meer verzichten möchte, erreicht nach nur knapp 30 Kilometern die Küstenstadt Itea. Dort und in der Bucht von Antikyra bieten Strände wie Agios Isidoros oder Aspra Spitia in Distomo reichlich Gelegenheit zum Schwimmen.
Ein ähnliches Konzept bietet Kalavryta auf der Peloponnes. An den Hängen des Berges Chelmos gelegen, kombiniert der Ort ein kühles Klima mit üppiger Natur. In der Umgebung locken das von Tannenwäldern umgebene Dorf Zarouchla, der Tsivlou-See und das wasserreiche Planitero mit seinen großen Platanen. Zudem durchfließt der Fluss Vouraikos eine spektakuläre Schlucht bis hinunter nach Diakopto. Auch hier gilt: Wer nach einer Bergwanderung den Wunsch nach Salzwasser verspürt, ist in weniger als einer Stunde an den malerischen Stränden des Korinthischen Golfs.