Griechenland – Ein siebenjähriger Schüler schwebte in Lebensgefahr, nachdem er die Metallfeder eines mechanischen Radiergummis verschluckt hatte. Das Kleinteil landete nicht wie häufig in solchen Fällen im Magen, sondern verfing sich tief im rechten Lungenflügel des Kindes. Dank der schnellen Reaktion der Eltern und eines umgehenden endoskopischen Eingriffs konnte der Fremdkörper sicher entfernt werden, ohne bleibende Schäden zu hinterlassen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Die zwölf Millimeter lange Feder steckte im Hauptbronchus des rechten Lungenflügels fest.
- Der Fremdkörper wurde unter Vollnarkose in einer 15-minütigen starren Bronchoskopie sicher entfernt.
- HNO-Ärzte warnen vor einer tückischen “stillen Phase”, die eine falsche Sicherheit vortäuschen kann.
Der Vorfall und die endoskopische Entfernung
Nach Angaben des behandelnden HNO-Chirurgen Minas Artopoulos brachten die Eltern das Kind nach einem heftigen Hustenanfall und leichten Atembeschwerden in die Notaufnahme. Der Junge habe beim Lernen einen mechanischen Radiergummi auseinandergebaut, die innenliegende Feder in den Mund genommen und versehentlich verschluckt, erklärte der Mediziner. Bei der Einlieferung wurde umgehend eine Röntgenaufnahme angeordnet, um das Objekt zu lokalisieren.
Die Bildgebung zeigte, dass die Feder mit einer Länge von zwölf Millimetern und einem Durchmesser von fünf Millimetern in den Hauptbronchus der rechten Lunge gewandert war. Das medizinische Team reagierte sofort: Das Kind wurde einer 15-minütigen starren Bronchoskopie unterzogen. Dabei konnte die Feder sicher und ohne Verletzung der Atemwege extrahiert werden. Wie die griechische Nachrichtenagentur APE berichtet, konnte der Junge das Krankenhaus nach wenigen Stunden Überwachung völlig gesund wieder verlassen.
Die trügerische “stille Phase” nach dem Verschlucken
Mediziner nehmen den Vorfall zum Anlass, um vor den lebensgefährlichen Konsequenzen zu warnen, wenn Kleinteile aspiriert werden – also in die Luftwege statt in die Speiseröhre gelangen. Unmittelbar nach der Aspiration tritt oft ein starker, würgender Husten auf, der nach wenigen Minuten wieder abklingt. Diese sogenannte “stille Phase” führt Eltern häufig zu der falschen Annahme, das Objekt sei ungefährlich in den Magen gewandert.
Wenn sich der Fremdkörper jedoch in der Lunge befindet, ist die Beruhigung trügerisch. Innerhalb weniger Stunden oder Tage kann das Objekt schwerwiegende Komplikationen wie eine chemische oder bakterielle Lungenentzündung, hohes Fieber und akute Atemnot auslösen.
Warnsignale und medizinische Protokolle
Eltern sollten bei einem Verdacht auf Aspiration auf spezifische klinische Symptome achten. Ein pfeifendes Atemgeräusch, das sogenannte Giemen, das nur auf einer Seite des Brustkorbs auftritt, ist ein deutliches Warnsignal. Zudem kann eine einseitige Verminderung der Atemgeräusche festgestellt werden, wenn man das Ohr auf den Rücken des Kindes legt. Auch ein hartnäckiger, trockener Husten, der nicht auf herkömmliche Hustensäfte reagiert, gilt als klarer Indikator.
Sobald medizinisch bestätigt wird, dass ein Gegenstand in die Lunge gelangt ist, muss das Kind strikt nüchtern bleiben, da für die Entfernung eine Vollnarkose zwingend erforderlich ist. Der medizinische Standardeingriff ist die starre Bronchoskopie. Dabei führt der Operateur ein Metallrohr mit einer Spezialkamera ein und entfernt das Objekt mit einer feinen Zange. Bei Kleinkindern ist dieser Eingriff meist kurz und die Genesung verläuft schnell, sofern die Atemwege nicht mechanisch verletzt wurden.