Griechenland – Für viele Reisende ist der perfekte Sommerurlaub nicht gleichbedeutend mit überfüllten Beachbars, DJ-Sets bei Sonnenuntergang oder luxuriösen Infinity-Pools. Immer mehr Urlauber suchen nach Orten der absoluten Entschleunigung, an denen frischer Fisch direkt am Meer serviert wird und der Tag ohne festen Zeitplan verstreicht. Abseits der bekannten Touristenpfade bieten neun ausgewählte griechische Inseln genau diese begehrte Abgeschiedenheit und eine authentische Rückkehr zur Einfachheit.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Die Inseln Arkoi, Pserimos und Telendos in der Ägäis überzeugen durch dörflichen Charakter und das Fehlen großer Hotelanlagen.
- Im Ionischen Meer bieten die Diapontischen Inseln Othonoi, Mathraki und Erikousa sowie Kastos unberührte Natur und ruhige Buchten.
- Gavdos als südlichster Punkt Europas und Antikythera locken mit historischer Bedeutung und extremer Abgeschiedenheit.
Unberührte Ägäis: Arkoi, Pserimos und Telendos
Im östlichen Teil der Ägäis, eingebettet zwischen Patmos und Lipsi, liegt Arkoi. Die Insel präsentiert sich als klassisches Dorf am Meer, frei von großen Hotelkomplexen oder organisierten Stränden. Die wenigen familiengeführten Tavernen und geschützten Buchten ziehen vor allem Segler an, doch auch per Fähre ist das Eiland erreichbar. Ähnlich beschaulich geht es auf Pserimos zu. Die kleine Insel, auf der man sich vornehmlich zu Fuß fortbewegt, erlebt mittags einen kurzen Ansturm von Tagesausflüglern. Verlassen die Boote am späten Nachmittag den Hafen, kehrt Pserimos in seinen typischen, tiefen Ruhezustand zurück.
Eine landschaftliche Besonderheit bietet Telendos. Das autofreie Eiland war einst mit Kalymnos verbunden, bis ein starkes Erdbeben im 6. Jahrhundert nach Christus die Landmasse trennte. Heute besticht die Insel durch ihre eigene, markante Persönlichkeit und hat sich in den vergangenen Jahren dank ihrer steilen Kalksteinfelsen auch als Geheimtipp für Kletterer etabliert.
Die Ruhe des Ionischen Meeres: Othonoi, Mathraki und Erikousa
Die Diapontischen Inseln im Nordwesten Griechenlands bilden einen Mikrokosmos der Entspannung. Othonoi, der westlichste Punkt des Landes, wird in der lokalen Überlieferung mit Ogygia gleichgesetzt – jener Insel der Nymphe Kalypso, auf der Odysseus der Legende nach sieben Jahre verbrachte. Die weißen Klippen und die rund 100 Meter tiefe, meist nur per Boot erreichbare Kalypso-Höhle verleihen der Insel eine geradezu homerische Aura. Das ruhigste der drei Eilande ist jedoch Mathraki. Mit seinen wenigen ständigen Bewohnern, den von Riffen gesäumten Küsten und Buchten wie Fiki ist es ein Refugium für Naturliebhaber.
Erikousa verdankt seinen Namen dem Heidekraut (Ereiki), das im Herbst erblüht und der Landschaft ihre charakteristische Farbe verleiht. Die sandigen Strände und die ruhigen Pfade im Landesinneren machen zusätzliche Sehenswürdigkeiten überflüssig, um Besucher in ihren Bann zu ziehen.
Verborgene Schätze: Kastos, Antikythera und Gavdos
Zwischen Lefkada und dem griechischen Festland liegt Kastos. Das kleine, um den Hafen herum gebaute Dorf mit seinen Steinhäusern strahlt eine tiefe Gelassenheit aus. Fortbewegt wird sich hier zu Fuß oder mit dem Boot, um Strände wie Ampelakia oder Agios Emilianos zu erreichen. Die Anreise erfolgt zumeist über Mytikas oder Lefkada. Deutlich abgeschiedener präsentiert sich Antikythera südlich der Peloponnes. Weltweit bekannt durch den antiken Mechanismus, der in einem römischen Schiffswrack vor der Küste gefunden wurde, ist die Insel heute ein Ort der totalen Isolation. Die wenigen Einheimischen begegnen Fremden oft mit natürlicher Zurückhaltung, bis sie den echten Respekt des Besuchers für ihren kargen Heimatort spüren.
Den absoluten geografischen Kontrapunkt bildet Gavdos. Als südlichster Punkt Griechenlands und einer der südlichsten Ränder Europas zeichnet sich die Insel durch ein ganz eigenes Licht und markante Zedernwälder aus, die bis an die Strände reichen. Der Ort Kastri bietet grundlegende Infrastruktur, während das Dorf Vatsiana ein sehenswertes Volkskundemuseum beherbergt. Die Spuren einstiger Siedlungen wie Ampelos zeugen von der langen und widerstandsfähigen Geschichte dieses isolierten Fleckchens Erde.