Griechenland – Die griechische Regierung beendet zum 1. Juli den massiven staatlichen Eingriff in die Preisgestaltung des Einzelhandels und schafft die Obergrenze für die Bruttogewinnmarge ab. Im Gegenzug verpflichten sich Supermarktketten und Lebensmittelhersteller, die bereits reduzierten Preise für rund 2.000 Produkte über die Sommermonate Juli und August unverändert zu lassen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Die Obergrenze für die Bruttogewinnmarge im Einzelhandel fällt zum 1. Juli.
- Preise für etwa 2.000 Alltagsgüter bleiben im Juli und August stabil.
- Weitere Preissenkungen in den Supermärkten sind ab September geplant.
Neue Strategie nach Treffen im Regierungssitz
Nach einem Spitzentreffen am Montag im Athener Regierungssitz unter der Leitung von Premierminister Kyriakos Mitsotakis verständigten sich Vertreter der Lebensmittelindustrie und des organisierten Einzelhandels auf einen gemeinsamen Fahrplan. Der Entwicklungsminister Takis Theodorikakos erklärte im Nachgang, dass die Wirtschaftszweige zugesagt hätten, das aktuelle Preisniveau in den kommenden zwei Monaten aufrechtzuerhalten. Darüber hinaus werde ein neuer Maßnahmenkatalog vorbereitet, um ab Anfang September weitere substanzielle Preissenkungen bei Gütern des täglichen Bedarfs durchzusetzen. Ein konkretes quantitatives Ziel nannte der Minister nicht, er betonte jedoch die Absicht der Regierung, spürbare Entlastungen für die Konsumenten zu erreichen.
Rückläufige Produktionskosten rechtfertigen das Ende der Maßnahme
Die Entscheidung zur Aufhebung der Gewinn-Obergrenze begründet die Regierung mit der allmählichen Entspannung bei den Produktions-, Transport- und Energiekosten. Diese Entwicklung schaffe laut offizieller Einschätzung die notwendigen Voraussetzungen, um den Preisdruck in den Supermärkten auf natürlichem Wege zu senken. Wie das zuständige Ministerium weiter ausführte, habe die restriktive Maßnahme ihren ursprünglichen Zweck erfüllt, nämlich extreme Preisaufschläge während der Hochzeit der inflationären Krise zu verhindern.
Da sich die extremen Rahmenbedingungen der internationalen Krisen nun abschwächen, könne auf den stark regulierenden Mechanismus verzichtet werden. Stattdessen setze die Politik nun auf eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der Wirtschaft, um eine dauerhafte Preisstabilität für die Verbraucher während der Urlaubssaison und darüber hinaus zu gewährleisten.