Griechenland – Jedes griechische Eiland empfängt Familien mit der landestypischen Gastfreundschaft, doch bestimmte Ziele erweisen sich in der Praxis als deutlich eltern- und kinderfreundlicher. Eine gut ausgebaute Infrastruktur, ein sicheres Straßennetz, leicht zugängliche Strände und ein breites Angebot an Unterkünften für unterschiedliche Budgets machen oft den Unterschied zwischen einem anstrengenden Trip und echten Erholungsferien aus.
Grundsätzlich gelten die größeren Inseln in der Ägäis und im Ionischen Meer als sicherere Wahl für den Urlaub mit dem Nachwuchs. Sie bieten nicht nur mehr Flexibilität bei der Wahl von Restaurants und Aktivitäten, sondern bestechen auch durch häufigere Fähr- oder Flugverbindungen, falls sich Reisepläne kurzfristig ändern. Wer den organisatorischen Aufwand minimieren möchte, findet auf den folgenden fünf Inseln optimale Bedingungen für unbeschwerte Tage am Meer.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Große Inseln bieten Familien eine zuverlässigere Infrastruktur und mehr Flexibilität.
- Naxos, Limnos und Samos punkten mit flach abfallenden Sandstränden und historischen Stätten.
- Korfu und Kythira vereinen abwechslungsreiche Natur mit zahlreichen Ausflugsoptionen.
Naxos: Der familienfreundliche Allrounder der Kykladen
Wer an familienfreundliche Kykladeninseln denkt, landet unweigerlich bei Naxos, der größten Insel der Inselgruppe. Die Küstenlinie zwischen den Orten Agios Georgios und Plaka gilt als besonders geeignet für Eltern mit kleinen Kindern. Die meisten Strände sind hervorragend organisiert, am Strand von Agios Prokopios werden zudem verschiedene Wassersportarten angeboten. Bei der Unterkunft haben Familien die Wahl zwischen der lebhaften Chora, ruhigeren Orten wie Apollonas oder den Stranddörfern Agia Anna und Kastraki.
Abseits des feinen Sandes lockt Naxos mit einer reichen Geschichte und aktiven Freizeitmöglichkeiten. Besucher können das mittelalterliche Schloss in der Hauptstadt erkunden, das imposante Tempeltor Portara bewundern oder die traditionellen Olivenpressen in Damalas und Eggares besichtigen. Bergdörfer wie das mittelalterliche Apiranthos oder Filoti laden zu Ausflügen ein, während sich sportliche Familien beim Reiten, Mountainbiken oder Wandern verausgaben können.
Limnos: Vulkanlandschaften und unberührte Natur
Im Nordosten der Ägäis liegt Limnos, ein ruhiges Reiseziel, das Entdeckerherzen höher schlagen lässt. Die vulkanisch geprägte Insel bietet wunderschöne, leicht zugängliche Strände wie Platy mit seinen flachen Gewässern, die feinen weißen Sandstrände von Thanos und Zematas oder den von einem Pinienwald umgebenen Strand Keros. Für Familien, die eine gute touristische Infrastruktur bevorzugen, eignen sich die Orte Myrina, Moudros und Nea Koutali als Basis.
Limnos überrascht zudem mit einer Vielzahl an Sehenswürdigkeiten. Ein besonderes Highlight für Kinder sind die Hirsche, die frei im Kastell von Myrina leben. Geschichtsinteressierte besuchen Poliochni, eine der wichtigsten prähistorischen Siedlungen der Ägäis, oder das Heiligtum der Kabeiren. Naturliebhaber zieht es zum geologischen Park Faraklo oder zu den drei Seen Aliki, Chortarolimni und Asprolimni, die Teil des europäischen NATURA 2000-Netzwerks sind. Traditionelle Dörfer wie Kontopouli oder Romanos mit seinen Steinmühlen runden das Bild ab.
Korfu: Ionische Vielfalt und kaiserliche Geschichte
Das große Eiland im Ionischen Meer lässt in puncto Ausstattung keine Wünsche offen. Viele große Hotelanlagen auf Korfu bieten spezielle Kinderprogramme an. Die Insel besticht durch fantastische Strände wie Glyfada und Paleokastritsa, wo inmitten grüner Landschaften Wassersport möglich ist. Familien schätzen auch den breiten Sandstrand von Agios Gordios, die Strände von Dassia und Ipsos oder die durch einen Zedernwald getrennten Küstenabschnitte von Chalikounas und Issos.
Die kulturelle Dichte Korfus ist enorm. Ein Spaziergang durch die Gassen von Campiello oder über die Spianada führt zur Alten und Neuen Festung. Ein Pflichtbesuch für viele Gäste aus dem DACH-Raum ist das Achilleion der Kaiserin Sissi. Weitere Höhepunkte sind das Schloss Mon Repos mit seinen über 2.000 seltenen Pflanzenarten, die Mäuseinsel Pontikonisi, das Museum für Asiatische Kunst und das Archäologische Museum. Ausflüge in Dörfer wie das verlassene Palia Perithia oder das Fischerdorf Kassiopi versprechen spannende Nachmittage.
Samos: Grüne Oasen und antike Ingenieurskunst
Auch Samos eignet sich hervorragend für den Familienurlaub, nicht zuletzt wegen der budgetfreundlichen Unterkünfte und Tavernen. Die Heimat der Göttin Hera und des Pythagoras ist reich an Historie. Die Küstenorte Potami, Tsamadou und Kokkari bieten herrliche Bademöglichkeiten. Wer Action sucht, wird in Pythagoreio fündig, wo von Wasserski bis zum Tretbootfahren alles angeboten wird. Auch die Strände Psili Ammos und Mykali gelten als sehr zugänglich.
Nach dem Baden locken traditionelle Siedlungen wie Vourliotes, Manolates oder Marathokampos. Kulturell hat Samos mit dem Heraion, den Polykratischen Mauern und dem Eupalinos-Tunnel, einem Meisterwerk der antiken Ingenieurskunst, absolute Weltklasse-Monumente zu bieten. Die Höhle des Pythagoras und verschiedene archäologische Museen machen die Geschichte der Insel für Groß und Klein greifbar.
Kythira: Burgen, Wasserfälle und ruhige Küstendörfer
Die Insel Kythira bietet die perfekte Balance: Sie ist groß genug, um Abwechslung zu garantieren, aber nicht so ausgedehnt, dass sie chaotisch wirkt. Ob eine venezianische Burg in der an einem Hang gelegenen Chora, malerische Strände oder Wanderwege in der Natur – Kythira vereint viele Vorzüge. Die Küstenorte Agia Pelagia, Avlemonas oder Kapsali eignen sich bestens als Urlaubsquartier, aber auch Dörfer im Inselinneren wie Potamos oder Mylopotamos versprühen viel Charme.
Badespaß garantieren der gut organisierte Strand von Kapsali, das flache Wasser in Diakofti oder die Buchten von Melidoni und Fyri Ammos. Abseits der Küste begeistert Kythira Familien mit steinernen Windmühlen, dem Archäologischen Museum und den versteckten Wasserfällen bei Mylopotamos, die wie aus einem Märchenbuch entsprungen wirken.