Griechenland – Das europaweit eingeführte Einreise- und Ausreisesystem (EES) bringt seit dem 10. April 2026 tiefgreifende Veränderungen für Drittstaatsangehörige an den Außengrenzen mit sich. Um lange Wartezeiten und logistische Engpässe zu vermeiden, hat die Griechische Republik eine weitreichende Entscheidung getroffen: Inhaber von britischen Reisepässen werden offiziell von der neuen biometrischen Erfassung befreit.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Die biometrische Erfassung im Rahmen des EES startete am 10. April 2026 in 29 Ländern.
- Griechenland befreit britische Reisepassinhaber von der Registrierung an Grenzübergängen.
- Die Maßnahme soll die schnelle Abfertigung an den Terminals während der Sommersaison sichern.
- Im vergangenen Jahr besuchten 4,89 Millionen britische Staatsbürger das Mittelmeerland.
Offizielle Ausnahme von der biometrischen Registrierung
Das neue Grenzsystem der Europäischen Union, das primär der Bekämpfung von Identitätsdiebstahl und anderen schweren Verbrechen dient, verlangt grundsätzlich die elektronische Speicherung von Fingerabdrücken sowie Gesichtsbildern. Die Griechische Botschaft in London teilte nun jedoch über ihre offizielle Webseite mit, dass britische Staatsbürger von dieser Maßnahme an sämtlichen griechischen Kontrollpunkten ausdrücklich ausgenommen sind.
Griechischen Medienberichten zufolge verfolgt die Zentrale für Fremdenverkehr (EOT) im Vereinigten Königreich damit ein klares strategisches Ziel. Die zuständige Direktorin erklärte, dass die Befreiung eine reibungslosere und effizientere Ankunftserfahrung gewährleisten soll. Gleichzeitig werde erwartet, dass die Wartezeiten signifikant sinken und die Abfertigungsbereiche der Flughäfen entlastet werden. Berichten zufolge wurde bei den diplomatischen Vertretungen bereits um formelle Klärung gebeten, ob diese Handhabung künftig auch für Drittstaatsangehörige anderer Nationen Anwendung finden wird.
Abwehr von Flughafen-Chaos und Touristenrekorde
Die Notwendigkeit einer beschleunigten Abfertigung zeigte sich unmittelbar nach dem offiziellen Start des Systems. Wie internationale Presseberichte verdeutlichen, kam es am Flughafen Mailand-Linate zu stundenlangen Warteschlangen, in deren Folge von 156 Passagieren lediglich 34 an Bord ihres Fluges nach Manchester gelangten. Dutzende Reisende blieben zurück und sahen ihr Flugzeug ohne sie abfliegen. Um ein vergleichbares Szenario für britische Urlauber abzuwehren, geht das Land einen eigenständigen Weg. An Spitzentagen während der Sommersaison fertigen die regionalen Inselflughäfen bis zu 2.000 britische Passagiere innerhalb eines einzigen Tages ab.
Die enorme wirtschaftliche Bedeutung dieser Zielgruppe spiegelt sich in den neuesten Daten wider. Im Jahr 2025 verzeichnete das Land einen landesweiten Anstieg der internationalen Ankünfte um 5,6 Prozent auf insgesamt 37,98 Millionen Besucher. Davon stammten 4,89 Millionen Gäste aus dem Vereinigten Königreich, was einem Zuwachs von fast acht Prozent entspricht. Diese spezifische Besuchergruppe generierte direkte Reiseausgaben in Höhe von 3,74 Milliarden Euro. Die amtierende Tourismusministerin Olga Kefalogianni bezeichnete das abgelaufene Jahr als das erfolgreichste, das die heimische Tourismusbranche jemals erlebt hat.