Thessaloniki – Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair plant laut aktuellen Informationen die Schließung ihrer Basis am internationalen Flughafen Makedonia (SKG). Wie aus internen Kreisen verlautet, wurde das Personal bereits darüber informiert, dass der operative Stützpunkt zum Ende der Sommersaison im Oktober 2026 aufgegeben werden soll. Grund für diesen radikalen Schritt ist ein anhaltender Konflikt über die Erhöhung der Flughafengebühren durch den Betreiber Fraport.
Die Entscheidung hat unmittelbare Auswirkungen auf die Beschäftigten vor Ort. Rund 200 Mitarbeiter, darunter Piloten und Flugbegleiter, sind von der Schließung betroffen. Bisher waren drei Flugzeuge der Airline dauerhaft in der nordgriechischen Metropole stationiert. Mit dem Abzug dieser Maschinen fallen nicht nur Arbeitsplätze weg, sondern das gesamte Flugangebot ab Thessaloniki wird drastisch reduziert.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Basis-Schließung: Ryanair zieht drei stationierte Flugzeuge zum Ende der Sommersaison ab.
- Streichungen nach Deutschland: Vier zentrale Routen nach Berlin, Nürnberg, Frankfurt-Hahn und Düsseldorf-Weeze entfallen im Winter.
- Massiver Flugstopp: Die wöchentlichen Flugbewegungen sinken von 140 auf lediglich 37.
- Arbeitsmarkt: Etwa 200 Angestellte der Fluggesellschaft verlieren ihren Einsatzort in Thessaloniki.
- Hintergrund: Auslöser ist ein abgelehnter Einspruch gegen gestiegene Flughafengebühren von Fraport.
Drastische Reduzierung des Flugplans und gestrichene Ziele
Die Auswirkungen auf die regionale Anbindung sind massiv. Das bisherige Volumen von 140 Starts und Landungen pro Woche wird laut dem vorläufigen Winterprogramm auf nur noch 37 zusammengestrichen. Insgesamt fallen für die kommende Wintersaison 11 Flugziele komplett weg. Dies betrifft neben nationalen Verbindungen nach Chania und Heraklion auf Kreta auch internationale Routen nach Rom, Paris (Beauvais), Stockholm, Venedig (Treviso) und Posen.
Hintergrund der Eskalation ist eine Beschwerde, die Ryanair bei der griechischen Zivilluftfahrtbehörde (CAA) eingereicht hatte. Die Fluggesellschaft wehrte sich gegen die von Fraport erhobenen Gebührensteigerungen. Da dieser Einspruch jedoch vor einigen Monaten endgültig abgelehnt wurde, zieht das Unternehmen nun die Konsequenzen. In der Vergangenheit hatte die Airline ähnliche Taktiken bereits an anderen griechischen Standorten wie Chania oder Rhodos angewandt, um Druck auf die Betreiber auszuüben.
Folgen für deutsche Urlauber und griechische Expatriates
Besonders hart trifft der Rückzug die Verbindungen zwischen Nordgriechenland und Deutschland. Gleich vier strategisch wichtige Flughäfen werden im Winterflugplan nicht mehr direkt von Ryanair ab Thessaloniki bedient. Betroffen sind die Strecken nach Berlin, Nürnberg, Frankfurt-Hahn und Düsseldorf-Weeze. Diese Verbindungen gelten als essenziell für den Tourismus, haben aber auch eine enorme Bedeutung für die tausenden in Deutschland lebenden Griechen (Omogenia), die regelmäßig in ihre Heimat reisen.
Bisher gibt es seitens des Flughafenbetreibers Fraport keine offizielle Bestätigung über den Erhalt einer formellen Kündigung der Basis. Marktbeobachter bewerten die aktuellen Entwicklungen als Teil der bekannten Kommunikationsstrategie von Ryanair, weisen jedoch darauf hin, dass eine solch massive Reduzierung des Flugverkehrs die wirtschaftliche Entwicklung einer Region mit rund 1,5 Millionen Einwohnern nachhaltig schädigen kann. Die Unsicherheit für Reisende, die ihre Winterflüge planen möchten, bleibt vorerst bestehen.